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08.07.2010

Sissi, Sarah und Sascha warnen vor dem Tod

Die "Schatten" der Ausstellung sind reale Schicksale. Beeindruckt zeigten sich Veronika Färber (links) und Katja Wille. Im rechten Bild: Josef Kaspar vom ADAC, Schulleiter Wilfried Schiffelholz, Landrat Stefan Rößle, Bürgermeisterin Maria Bauer. Fotos: nina

Donauwörth Sissi war 16 Jahre alt. Sie saß auf dem Rücksitz, als der Fahrer die Kontrolle über sein Auto verlor. Das Auto prallte gegen einen Baum. Sie war nicht angeschnallt. Sissi war sofort tot. Das veränderte das Leben ihrer Familie und Freunde für immer. Sissi ist nur eines von sechs Schicksalen, das in der Ausstellung "Schatten - ich wollte doch leben!" vorgestellt wird. Es geht um junge Unfallopfer. Am Montag wurde die Ausstellung des ADAC in der Aula der Berufsschule eröffnet.

Jede Silhouette erzählt ein wirkliches Schicksal

Sechs lebensgroße Figuren stehen als schwarze Silhouetten in der Aula, jeder Schatten erzählt das reale Schicksal eines jungen Menschen. Die Charaktere von Sissi, Sarah, Sascha, Roccy, Jasmin und Benjamin werden beschrieben und der Ablauf der letzten Tage ihres Lebens - bis zu den tödlichen Verkehrsunfällen.

"Schatten" hat das Ziel, betroffen zu machen und wach zu rütteln. Denn eines steht laut Josef Kaspar vom ADAC fest: "Das Risiko junger Fahranfänger, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, ist dreimal höher als das aller anderen Verkehrsteilnehmer." Deshalb werden gezielt junge Erwachsene im Alter von etwa 17 bis 23 Jahren angesprochen.

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Denn, bestätigte Landrat Stefan Rößle, Führerschein-Neulinge haben ein wesentlich höheres Unfallrisiko. Das läge an mangelnder Erfahrung und Fahrpraxis sowie einem fehlenden Gefahrenbewusstsein. So rief er zur Teilnahme an Fahrsicherheitstrainings auf, die im Bereich der Verkehrswacht Donauwörth kostenlos sind. Der ADAC veranstaltet ebenfalls solche Trainings.

Doch zunächst ging es darum, den Schülern die Gefahren bewusst zu machen. Denn man muss nicht selbst Fehler beim Fahren machen, um Opfer zu werden. Das Schicksal von Jasmin bewegte deshalb die Auszubildenden zur Zahnarzthelferin Katja Wille und Veronika Färber. Denn Jasmin, so steht es auf ihrer Silhouette, fuhr vorschriftsmäßig, als ein Transporter auf ihre Fahrbahn gelangte und ungebremst auf ihr Auto prallte.

"Manchmal kann man nichts dafür. Viele meinen aber, sie können nach der Führerscheinprüfung sicher Auto fahren", sagt die 23-jährige Katja. "Aber das ist nicht so." Sowohl sie als auch Veronika haben bereits einen Bekannten durch einen Verkehrsunfall verloren. "Das ist erschreckend." Aber es öffne auch die Augen, denn der Satz "Mir wird schon nichts passieren" sei Unsinn.

Beide legen viel Wert auf Sicherheit beim Autofahren. Katja hat bereits ein Fahrtraining absolviert, die 17-jährige Veronika macht gerade ihren Führerschein. Die zwei finden die Ausstellung richtig gut. Sie wissen: Einer der ausgestellten Schatten hätte eine Freundin sein können.

Die Ausstellung, konzipiert von Marlene Schlund, ist noch bis Freitag, 16. Juli, in der Staatlichen Berufsschule, Neudegger Allee, in Donauwörth zu sehen.

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