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Natur

13.06.2017

So geht es dem Harburger Stadtwald

Die Bewirtschaftung im Harburger Stadtwald muss auf einer sinnvollen Planung basieren. In Zukunft werden wohl weniger Fichten dort wachsen, überhaupt sinkt der Anteil an Nadelbäume.
Bild: Wolfgang Widemann

Die Forsteinrichtung untersucht den Bestand und zieht ein positives Fazit. Vor allem das Klima beschäftigt die Förster. Weshalb es wohl in Zukunft weniger Nadelbäume geben wird.

Wie sehen die Wälder in Zukunft aus? Welche Baumarten sind dort zu finden? Harburg hat sich dieser Fragen angenommen. Öffentliche Wälder müssen alle 20 Jahre überprüft werden. Das ist Aufgabe der Forsteinrichtung, die der Sachverständige Ralf Hofmann im Stadtwald Harburg durchführte.

„Da der Harburger Stadtwald verschiedene Bedürfnisse der Bürger erfüllen soll, können nicht einfach nach Lust und Laune Bäume gefällt oder gepflanzt werden – die Bewirtschaftung muss auf einer soliden Planung basieren“, sagt er. Gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Nördlingen und der Stadt Harburg wurde deshalb auf Grundlage der Inventurergebnisse festgelegt, wie der Stadtwald in Zukunft bewirtschaftet werden soll.

Es zeigte sich, dass sich die Wälder aufgrund der vorbildlichen Bewirtschaftung trotz vieler Schadereignisse wie Sturmwurf und Borkenkäferbefall wunschgemäß entwickelt haben. Bei der Forsteinrichtung vor 20 Jahren lag der Anteil der Nadelbäume bei 42 Prozent. Dieser Wert hat sich nun auf 32 Prozent verringert.

Laubbäume sind stabiler und risikoärmer

Nach wie vor macht die Fichte den größten Anteil unter den Nadelbäumen aus. Dass es davon in Harburg immer weniger gibt, liegt am Standort: Laubbäume sind stabiler und risikoärmer. Deshalb gehen die Experten davon aus, dass der Anteil an Nadelbäumen in Zukunft noch weiter sinken wird.

Obwohl die Fichte bei den Holzvorräten noch immer die am häufigsten vertretene Nadelbaumart in Harburg ist, ist sie aus den älteren Beständen nahezu gänzlich verschwunden. Gründe dafür sind Windwurf, Schäden durch Trockenheit und Borkenkäfer. Die Fichte ist, was den Harburger Standort betrifft, sehr anfällig. Die jährliche Holznutzung im städtischen Wald wurde auf gut 1000 Festmeter festgelegt, dabei sollen jährlich neben der Nutzung alter Bestände auch acht Hektar junger bis mittelalter Bestände gepflegt werden

Des Weiteren konnte auch der Wert für Naturschutz und Erholung noch weiter erhöht werden. Dank staatlicher Zuschüsse wurden in mehreren Waldstücken in den vergangenen Jahren Biotopbäume ausgewiesen. Biotopbäume haben Höhlen, Horste, Pilze und Spaltenquartiere, die zahlreichen Tierarten Lebensraum bieten.

AELF-Forstdirektor Peter Birkholz betonte, wie wichtig es ist, das künftige Klima zu berücksichtigen. Insbesondere die Fichte werde bei einem Temperaturanstieg zunehmend risikoanfällig. Anders sehe das bei Buchen und Eichen aus: Sie werden mit dem künftigen Klima gut zurechtkommen, ist sich der Experte sicher. Auch Bürgermeister Wolfgang Kilian unterstrich, dass der Wald nachhaltig bewirtschaftet werden muss: „Wir wollen, dass der Wald auch künftigen Generationen erhalten bleibt.“ Abschließend betonte Hofmann: „Es ist wichtig, dass alle an einem Strang ziehen. Forstwirtschaft, Naturschutz und Jagd müssen sich miteinander abstimmen und in Kontakt bleiben.“ (pm)

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