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Fußball

17.04.2020

So ist die Schiedsrichter-Situation in Nordschwaben

Tobias Heuberger ist mit Jonathan Schädle der einzige Schiri der Gruppe Nordschwaben, der in der Landesliga pfeift.
Bild: Klaus Jais

Plus Ein Verein im Landkreis Donau-Ries stellt elf Pfeifenmänner, drei Klubs haben keinen einzigen. Ständige Regel-Tests in Corona-Zeiten.

In Corona-Zeiten sind hierzulande nicht nur die Fußballer beschäftigungslos, auch die Schiedsrichter sind durch das Virus ohne Aktivitäten. Zumindest auf dem Platz. Körperlich und Regeltechnisch halten sich die Pfeifenmänner jedoch fit. „Wir rechnen damit, dass die Vorlaufzeit vor Wiederaufnahme des Spielbetriebs relativ kurz sein wird, falls diese Option gezogen wird. Deshalb ist jeder Schiedsrichter, besonders die höherklassigen, in der Pflicht, sich selber fit zu halten.

Regelmäßige Online-Regeltests

Der Bezirksschiedsrichterausschuss hat zur Unterstützung Trainingspläne und Tipps eines Fachmanns verschickt. Regeltechnisch bleiben wir ebenfalls am Ball. Die Schiedsrichter ab Kreisliga-Pool und der Förderkader bekommen jede Woche einen Online-Regeltest mit jeweils zehn Fragen“, berichtet der Obmann der Gruppe Nordschwaben, Tobias Heuberger aus Kleinsorheim.

„Nachdem der Bayerische Fußballverband auch den Schiedsrichtergruppen die Technik zur Verfügung stellt, um ein Webinar (Online-Seminar) anzubieten, werden wir abwägen, ob damit für alle Schiedsrichter eine Fortbildung angeboten werden kann“, sagt Heuberger. Die Gruppe Nordschwaben besteht aus insgesamt 196 Schiedsrichtern, wovon 137 aktiv sind. Mit dieser Anzahl an Aktiven ist diese Gruppe schwabenweit relativ weit vorn, was dazu führt, dass sich die 3423 Spiele im Jahr 2019 gut verteilten (knapp 25 Spiele pro Schiedsrichter).

So ist die Schiedsrichter-Situation in Nordschwaben

Ausbaufähig ist die Zahl der Qualifizierten (= Kreisliga-Pool aufwärts), denn da stehen nur sieben Kameraden zu Buche. Jonathan Schädle und Heuberger sind in der Landesliga unterwegs, Manuel Lösch, Sebastian Stadlmayr und Veit Sieber in der Bezirksliga sowie Maximilian Wirkner und Stefan Baur im Kreisliga-Pool. Als „Qualifizierter“ wird bezeichnet, wer einen übergeordneten Lehrgang (Kreis-, Bezirks- und Verbandsebene) besucht und unter Beobachtung pfeift.

Mehr qualifizierte Unparteiische in der Region sind das Ziel

Heuberger erläutert: „Die Kandidaten im Kreisliga-Pool bekommen in der Hinrunde drei beobachtete Kreisligaspiele im Kreis. Die Besten qualifizieren sich für den Pool auf Bezirksebene in der Rückrunde. Dort bekommen sie drei beobachtete Bezirksligaspiele. Von den schwabenweit 14 Teilnehmern steigen fünf in die Bezirksliga auf. Wir waren letzte Saison mit zwei Aufsteigern (Stadlmayr und Sieber) recht erfolgreich und hoffen, dass sich unsere jetzigen Teilnehmer ebenfalls durchsetzen können“.

Obmann Heuberger hat sich das Ziel gesetzt, die Anzahl der qualifizierten Schiedsrichter deutlich zu erhöhen, „damit wir künftig passend zur Gruppenstärke wieder besser in den Leistungsklassen vertreten sind. Um dieses Ziel zu erreichen, habe ich nach meiner Wahl 2018 einen Förderkader ins Leben gerufen.“

Ziel sei es, Jung-Schiedsrichter mit Perspektive frühzeitig auf höhere Aufgaben vorzubereiten. „Da bei jedem Qualifizierungslehrgang ein Regeltest geschrieben wird, ist das ein Baustein bei der Förderung“, so der Obmann.

Mischung aus Theorie und Praxis in den Schulungen

„Außerdem widmen wir uns bei unseren Treffen regelmäßig der Theorie. Insgesamt werden jährlich zwischen vier und sechs Veranstaltungen angeboten, bei denen neben der Theorie auch Videoschulungen zu aktuellen Schwerpunkten und Praxiseinheiten auf dem Platz angeboten werden. Als dritten Baustein haben wir regelmäßige Beobachtungen etabliert“, geht Heuberger auf das Instrument des Förderkaders näher ein. Man müsse grundsätzlich zwischen anrechenbaren und nicht anrechenbaren Schiedsrichtern unterscheiden. „Anrechenbar ist jeder Schiedsrichter, der im Kalenderjahr mindestens 15 Spiele leitet und an fünf Lehrabenden teilnimmt. Von unseren 137 aktiven Schiedsrichtern waren 2019 102 anrechenbar“, erläutert der 27-jährige Obmann.

Wenn man rein nach dieser Rechnung geht, liegen auf Platz eins die Vereine TSV Nördlingen und TSV Bäumenheim (jeweils fünf anrechenbare Schiedsrichter); auf Platz zwei der TSV Oettingen, SV Wörnitzstein-Berg, SV Wechingen, TSV Mönchsdeggingen (jeweils vier); und auf Platz drei der BC Huisheim, FC Mertingen, FSV Flotzheim, SpVgg Ederheim, SV Eggelstetten, SV Megesheim und der TKSV Donauwörth (jeweils drei).

Drei Vereine aus dem Kreis Donau-Ries ohne Schiedsrichter

Drei Vereine aus dem Landkreis Donau-Ries können keinen einzigen Schiedsrichter stellen. Doch die Zahl der Vereine, die keinen anrechenbaren Schiedsrichter stellen oder nicht die erforderliche Menge und deshalb Ausfallgebühren bezahlen müssen, ist um ein Vielfaches höher.

Anderswo gibt es kleine Hochburgen an Schwarzkitteln (auch nicht anrechenbare und passive): Der TSV Nördlingen stellt elf Schiedsrichter, der FC Mertingen zehn, der SV Eggelstetten und der TSV Bäumenheim je sieben. Mit je sechs Referées erreichen die Spielvereinigung Altisheim-Leitheim, der TSV Mönchsdeggingen, der TSV Oettingen und der TSV Harburg locker die geforderte Sollstärke.

Mit je fünf Schiedsrichtern sind der BC Huisheim, die SpVgg Ederheim, der SV Megesheim, der TKSV Donauwörth und der TSV Unterringingen (gehört zur Gruppe Donau) gut vertreten.

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