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Stadtbergen-Leitershofen

13.09.2019

So kommen Kinder unfallfrei in der Schule an

Die schwabenweite Auftaktveranstaltung für die Aktion „Sicher zur Schule“ fand in Leitershofen statt: An die Erstklässler wurden gelbe Sicherheitswesten verteilt. 
Bild: Marcus Merk

An der Leitershofer Leopold-Mozart-Schule findet der Auftakt der Aktion „Sicher zur Schule – Sicher nach Hause“ statt. Worauf zu achten ist. 

Über 80 Roller in verschiedenen Farben und Größen stehen gut mit Schlössern gesichert in Reih und Glied vor der Leitershofer Leopold-Mozart-Schule. Bevor die Kinder dort alle parken, haben die Schulweghelfer viel zu tun, um ihnen bei der Überquerung der Straße zu helfen. Die heißgeliebten, kleinen und vor allem schnellen Flitzer stellen auch ein Problem dar. „Wir achten genau darauf, dass beim Überqueren der Straße abgestiegen und geschoben wird, dies durchzusetzen, ist nicht immer einfach“, erklärt Ulrike Beyer, die mit Sabine und Konstantin von Kienlin die Leitershofer Schulweghelfer koordiniert.

So stehen die Schülerlotsen ab 7.30 Uhr am beampelten Übergang in der frequentierten Leitershofer Straße von der Oswald-Merk-Halle zur Schule und am Fußgängerüberweg des Brunnenplatzes, der mit einem Zebrastreifen und einer Beschilderung, dass Lotsen tätig sind, gesichert ist. Aufgrund der großen Baustelle „Am Anger“ ist hier derzeit ein verstärkter Einsatz nötig. Zum Unterrichtsschluss um 11.25 Uhr, 12.10 Uhr und um 12.55 Uhr werden die Grundschüler sicher über die vielbefahrene Straße gebracht.

Schulweghelfer vernetz sich untereinander

Besonders freuen sich die Koordinatoren, dass alle ehrenamtlichen Schulweghelfer, überwiegend junge Mütter, bei jedem Wetter hundertprozentig zuverlässig sind. Per Whatsapp-Gruppe, E-Mail oder Telefon sind sie vernetzt, so dass auch ein kurzfristiges Einspringen bei Verhinderungen garantiert ist. „Wir können aber gut noch Unterstützung brauchen, vielleicht finden sich auch noch einige Senioren, die einmal pro Woche oder alle 14 Tage mitmachen“, hofft Ulrike Beyer.

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Für die Leitershofer Schulleiterinnen Renate Wipfler und Renate Weberstetter war es ein besonderer Tag. Ihre Schule war Gastgeber des schwabenweiten Auftakts der Aktion „Sicher zur Schule - Sicher nach Hause“, die es in Bayern seit einem halben Jahrhundert gibt. Zur Freude der vielen Ehrengäste rundeten die Zweitklässler mit Liedern wie „Eines ist sonnenklar, heut wird´s wunderbar“ oder „Der Weg zur Schule ist nicht schwer“, einer Rhythmusperformance, einem Gedicht und der Leitershofer Schulhymne rundherum musikalisch ab.

78 Schulweghelfer in Leitershofen

78 treue Schulweghelfer sorgen in Leitershofen, Deuringen und dem Stadtberger Virchowviertel für den sicheren Schulweg. Das freut auch Regierungspräsident Dr. Erwin Lohner, der mit der Aktion „Sicher zur Schule - Sicher nach Hause“ alle im Straßenverkehr Beteiligten für die Problematik des Schulwegs sensibilisieren will. Er hob heraus, dass in den letzten fünf Jahren die Anzahl der Schulwegunfälle um 40,63 Prozent zurückgegangen sind.

Zu den häufigsten Ursachen für solche Unfälle zählen die Unachtsamkeit, das Missachten des Rotlichts der Fußgängerampel, Unfälle beim Radfahren, insbesondere durch Fahrfehler und durch sogenannte „Geisterfahrer“ auf dem Rad. Er erzählt den lauschenden Schulkindern von seinem eigenen Unfall, den er als Drittklässler durch seine eigene Unachtsamkeit erlitt mit der Folge einer Gehirnerschütterung, ausgeschlagenen Zähnen und bleibenden Narben. „Dabei wollte ich nur die Mütze zurück haben, die mir ein Mitschüler vom Kopf riss. Das hatte fatale Folgen“, berichtet Lohner.

„Wir Erwachsene sind die wichtigsten Verkehrserzieher unserer Kinder, deshalb sollten wir, als Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger stets mit gutem Beispiel vorangehen. Wir dürfen nicht immer nur zu richtigem Verhalten mahnen, sondern wir müssen Vorbilder sein und es richtig machen“, lautet sein Appell

30000 Bürger in Bayern sorgen für sichere Schulwege

Die Gemeinschaftsaktion „Sicher zur Schule – Sicher nach Hause“ hat in jahrelanger Arbeit zahlreiche Maßnahmen zur Schulwegsicherheit getroffen. Dazu zählen die Ausbildung und Einsatz von Schulwegdiensten. Allein im vergangenen Schuljahr waren in Bayern 30000 Bürger aus freien Stücken im Einsatz. Eine Aufgabe, die keine Ämter, keine Titel und Reichtümer, sondern einen Eingriff in die Freizeit beschert.

Auch der Polizei dankte Dr. Erwin Lohner in diesem Zusammenhang, die jedes Jahr in Bayern 12000 freiwillige ehrenamtliche Helfer neu für den Schulwegdienst ausbildet. Weiter nannte er die Umsetzung verkehrsberuhigter Maßnahmen, die Durchführung des Schulwegtrainings durch die Verkehrserzieher der Polizei. Große Bedeutung kommt der Polizei besonders in den ersten Wochen nach Schulbeginn durch die verstärkte Verkehrsüberwachung und Präsenz im näheren Umfeld von Schulen zu. Weiter wurden in Schulungsveranstaltungen viele Schulbusfahrer im Hinblick auf das Verhalten der Kinder im Straßenverkehr sensibilisiert.

Letztendlich begrüßten die Schulleiterinnen freudig die 61 Erstklässler, die von den Ehrengästen die auffälligen leuchtend knallgelben mit Reflektionsstreifen versehenen Schutzwesten überreicht bekamen. Diese sollen sie im Straßenverkehr sichtbarer machen und dafür sorgen, dass gerade jetzt im Herbst, wenn es am Morgen noch dunkel ist, kein Autofahrer ein Kind übersehen kann.

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