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Jubilarin

04.04.2018

So wird man 100 Jahre alt

Josefa Pabst fühlt sich im Mertinger Seniorenheim wohl.
Bild: Bissinger

Josefa Pabst feiert mit einem Lächeln Geburtstag. Wünsche hat sie nicht mehr – allerdings verlobte sich die Jubilarin vor fünf Jahren

Mit einem Lächeln begrüßt Josefa Pabst ihre Gäste. Sie ist jung geblieben. Dabei sind die Gratulanten gekommen, um sie zum 100. Geburtstag zu beglückwünschen. Seit sechs Jahren lebt sie im Seniorenheim in Mertingen. Vize-Landrat Reinhold Bittner und Bürgermeister Albert Lohner haben Geschenke und Blumen mitgebracht, Heimleiterin Maria Fischer-Niebler berichtet aus dem täglichen Leben.

Zwischendurch schaut ein anderer Heimbewohner vorbei, hat eine Schachtel Pralinen dabei und eine Rose. Er gesellt sich zur Runde der Gratulanten und stößt mit einem Glas Sekt mit der Jubilarin an.

Die zeigt sich aufgeräumt, erinnert sich an einige Stationen ihres Lebens und gibt sich auf Fragen schlagfertig.

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Was wünscht sich ein Mensch, der auf 100 Lebensjahre zurückblickt? „Eigentlich nichts“, sagt Josefa Papst, „dass wir vielleicht nächstes Jahr hier wieder feiern, dann den 101. Geburtstag“. Mit 95 hat sie sich im Seniorenheim noch verlobt. Ihr Mann, ein Eisenbahner, war vor 22 Jahren gestorben.

Damals habe sie nicht weiterleben wollen, aber inzwischen längst wieder neuen Mut gefasst. Ihre späte Liebe starb dann aber, und so ist die Jubilarin wieder allein. „Allein“, sagt sie, das stimme nicht, denn sie fühle sich im Seniorenheim in Mertingen wohl. Und dort habe sie viele Freundschaften geschlossen. „Ich bin mit meinem Leben zufrieden“, sinniert die Jubilarin und schaut dabei ihre Tochter Gertrud Schrödle an, die in Donauwörth wohnt. Von einst fünf sind noch zwei Kinder am Leben.

Die Familie hat zahlreiche Stationen hinter sich. Josefa Pabst wurde in Erlingshofen geboren, lebte vor ihrem Umzug nach Mertingen in Mündling. Ein Rezept fürs Altwerden hat die Jubilarin nicht.

Dass sie fit ist, hat sich gezeigt, als Josefa Pabst vor zwei Jahren stürzte und im Krankenhaus in Donauwörth behandelt wurde. Nicht mehr ganz so gelenkig und rüstig, aber nach wie vor stabil kehrte sie schließlich zurück. Ihr damaliger Kommentar: „Das war ein schöner Kuraufenthalt.“ Im Seniorenheim hat sie ihren geregelten Tagesablauf, genießt gerade jetzt im Frühjahr jeden Sonnenstrahl, „möglichst draußen“.

In ihrem Leben habe sie viel gelesen, gerne Predigten gehört. Die Tochter hilft ihrer Mutter ein wenig auf die Sprünge und erzählt von der Zeit, als Josefa Pabst Kräuter und Pilze gesammelt habe.

Wenn sie sich nicht so ganz sicher gewesen sei, habe sie unbekannte Pilze erst einmal selbst gekostet. Zurückblickend bekennt sie, dass sie sich nicht immer ganz sicher gewesen sei, ob man die Pilze bedenkenlos genießen konnte, „aber zu 90 Prozent“.

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