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Donauwörth-Nordheim

29.05.2019

Sonnenstrom aus der Folie

An der Schneller-Mühle in Nordheim sind neuartige Solarfolien zum Einsatz gekommen. Mit dieser neuen Technik wird in 20 Metern Höhe an Fassadenflächen Strom erzeugt.
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An der Schneller-Mühle in Nordheim sind neuartige Solarfolien zum Einsatz gekommen. Mit dieser neuen Technik wird in 20 Metern Höhe an Fassadenflächen Strom erzeugt.
Bild: Timian Hopf

Die Lechwerke testen an Mühle in Nordheim eine neue Form der Solarenergie-Erzeugung: In 20 Metern Höhe kleben nun 120 Heliasol-Elemente.

Am Getreidesilo der Schneller-Mühle in Donauwörth schimmert in rund 20 Metern Höhe ein bläuliches, rund 230 Quadratmeter großes Rechteck. Es handelt sich um 120 sogenannte Heliasol-Elemente, eine ganz spezielle Technik, um aus Sonne Strom zu gewinnen. Gemeinsam mit den Lechwerken (LEW) wird die Technologie im Rahmen eines Langzeittests erstmals auf rauem Beton, in einer solchen Höhe und auf so großer Fläche untersucht. Die Anlage hat eine Leistung von rund 10 kWp und produziert etwa 6700 Kilowattstunden Strom im Jahr. Die Mühle will den produzierten Strom für den laufenden Betrieb verwenden.

Die Solarfolie ist dünn und biegsam und wird einfach auf die Fassade geklebt.
Bild: Timian Hopf

Die Ergebnisse fließen ein in die Produktentwicklung und -optimierung des Herstellers Heliatek im Hinblick auf den geplanten Start der Serienproduktion im kommenden Jahr. Außerdem versprechen sich die Projektpartner Erkenntnisse zu den weiteren Einsatzmöglichkeiten.

Für Industrie- und Gewerbebauten

Gerade für Industrie- und Gewerbebauten sind Fassadeninstallationen eine Möglichkeit zur Eigenstromerzeugung aus Sonnenenergie: „Fabrik- oder Lagerhallen beispielsweise verfügen oft über große Fassadenflächen, deren PV-Potenzial bisher viel zu wenig genutzt wird“, sagt Martin Krammer, Projektverantwortlicher von LEW.

Sonnenstrom aus der Folie

Im Vergleich zu herkömmlichen Solarmodulen ist die Solarfolie, die nun getestet wird, sehr leicht und biegsam. Dadurch kann sie auf unterschiedlichste Fassadenformen und -oberflächen angebracht werden. Anders als die bekannten Dachmodule verlieren die Folien bei hohen Temperaturen außerdem nicht an Leistung. Daher benötigen sie auch keinen Lüftungsabstand zur Kühlung, sondern können direkt auf die Fassade geklebt werden. „Unsere bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass Aufwand und Kosten für die energetische Aufwertung von Gebäuden geringer sind als bei herkömmlichen PV-Modulen“, erklärt Michael Meisner, Ingenieur Produktentwicklung bei Heliatek. Zudem zeichnen sich die Folien durch ihre Umweltfreundlichkeit aus: Sie bestehen aus organischem Material und werden ohne giftige Stoffe oder Schwermetalle hergestellt.

Gebäude von Mühle eignet sich für Pilotversuch

Für den Pilotversuch eignet sich die Fassade der Schneller-Mühle sehr gut: „Aufgrund der Höhe des Getreidesilos gibt es einerseits keinen Schattenwurf von umgebenden Gebäuden, gleichzeitig verspricht die Südausrichtung der Fassade viele Sonnenstunden, die für die Stromerzeugung genutzt werden können“, sagt LEW-Spezialist Martin Krammer. „Hier kann die Folie besonders gut ihre Vorteile ausspielen.“

„Bei gewöhnlichen PV-Modulen hätten wir aufwendige Bohrungen vornehmen müssen, und die hätten das Gebäude womöglich nachhaltig beschädigt.“ Das ist nun nicht der Fall. Ähnlich wie beim Tapezieren werden die sechs Meter langen und rund 32 Zentimeter breiten Bahnen nach einer Reinigung und Grundierung der Fassade einfach angeklebt.

Die Erträge der Anlage an der Schneller-Mühle werden über die kommenden Jahre hinweg erfasst und ausgewertet. Auch für Privatleute kann eine Folie auf dem Dach eine Alternative zu regulären Modulen sein, beispielsweise, wenn die Statik es nicht anders zulässt. (pm)

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