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Jubiläum

02.12.2019

Sonore Stimmen, stilechte Kostüme und viel Geschichte

Die Nachtwächter vor dem Faulturm auf der Harburg (von links): Andreas Fickel, Hans Schüle, Michael Hahn, Max Adamietz, Dieter Thiel und Burgführerin Doris Thürheimer.
Bild: Richard Hlawon

Seit 20 Jahren gibt es die Harburger Nachtwächter. Sie entführen in eine spannende Vergangenheit

„Hört, ihr Leut’ und lasst euch sagen“, mit diesem Volksliedklassiker begrüßten die Harburger Nachtwächter ihre Gäste im unteren Hof der Harburg. Zur Feier ihres 20-jährigen Bestehens hatten sie einen ganz besonderen Auftritt vorbereitet: In Zusammenarbeit mit der Fürstlichen Kulturstiftung eine Abendführung mit Gesang auf der Harburg.

Dieter Thiel, Max Adamietz, Andi Fickel, Michael Hahn und Hans Schüle erzählten aus dem Werdegang der Gesangsgruppe seit der Entstehung anlässlich des 150-jährigen Stadtjubiläums im Jahr 1999, wo sie allerdings noch doppelt so viele gewesen waren.

Sie schilderten die traditionellen Aufgaben eines Nachtwächters, in Harburg bis in die 1920-er Jahre im Amt, nämlich die Warnung vor Feinden, Feuer und Dieben, das Verschließen der Stadttore, das Ausrufen der Uhrzeiten und, wenn nötig, auch das „Heimleuchten“ für brave, aber bezechte Bürger. Vergleichbar damit waren auf der Harburg die Rollen der beiden Wächter für das äußere Tor mit der Zugbrücke und das obere Burgtor. Die typischen Attribute mit ihren praktischen wie symbolischen Bedeutungen: Der weite, wärmende Umhang, die Hellebarde für die Schutzfunktion, das Horn, je nach Signal unterschiedlich zu blasen, die Laterne und schließlich das Ausrufen der Uhrzeiten, das die Gegenwart Gottes in der Vergänglichkeit der Zeit verkörpert.

Im Wechsel mit Burgführerin Doris Thürheimer stellten die Nachtwächter bei dem Rundgang einige der Hauptsehenswürdigkeiten der Harburg vor, vom 80 Meter tiefen Brunnen über das Unholdenloch bis zum Saalbau. Die Highlights der Führung aber bildeten die Liedvorträge: „Kein schöner Land“, „Hei, grüaß di Gott, Ländle“, traditionelle deutsche Volkslieder, vorgetragen von sonoren Männerstimmen, dazu die stilechten Kostüme und alles vor historischen Kulissen, wie sie nur die Harburg bietet: Das Brunnenhäuschen im oberen Schlosshof, die Empore der St.-Michaels-Kirche, der ehemalige Gerichtssaal im Kastenbau, der Wehrgang vor dem Hungerturm, die Dürnitz im Saalbau … Sogar der leuchtende Vollmond gab sein Bestes, um zu der hochromantischen Atmosphäre beizutragen.

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