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Harburg

18.04.2015

Sorgen an den Schleichwegen

Petra Lanzer aus Heroldingen zusammen mit ihrem Mann Thomas hat wegen des Ausweichverkehrs im Zusammenhang mit der Tunnelsperrung in Harburg eine Unterschriftenaktion gestartet. Auch an dieser Stelle könnte es gefährlich werden. Die Straßen sind eng und die Autos stauen sich.
Bild: Alexandra Schneid

Wenn die B25 bei Harburg von Juni an für ein halbes Jahr gesperrt wird, befürchten andere Orte große Belastungen. In Heroldingen hat sich sogar eine Initiative formiert

von Alexandra Schneid und Wolfgang Widemann

In gut sechs Wochen wird eine der wichtigsten Verkehrsachsen im Donau-Ries-Kreis gesperrt. Auf der B25 im Bereich der Tunnels Harburg geht dann wegen Bauarbeiten ein halbes Jahr lang nichts mehr. Dieser Umstand sorgt bereits jetzt nicht nur in der Burgstadt für Unbehagen. In einigen anderen Kommunen, die den Umleitungsverkehr fürchten, wurden bereits Forderungen nach Ampeln und Tempo-30-Zonen laut.

Nun hat sich im Harburger Stadtteil Heroldingen sogar eine Initiative gebildet. Schließlich war die B25 wegen Baumfällarbeiten schon vergangenes Jahr im Oktober für fünf Tage gesperrt. Damals kam es zu erheblichem Ausweichverkehr auf der Kreisstraße zwischen Ronheim und Heroldingen. Die betroffenen Anwohner fühlten sich durch den Schwerlastverkehr und dessen Rückstau beeinträchtigt, berichtet Thomas Lanzer.

Der Heroldinger und seine Frau Petra fürchten, dass sich die Situation durch die Sperrung der Bundesstraße von Juni an wiederholen wird. Deswegen haben die Lanzers eine Unterschriftenaktion in Heroldingen und Katzenstein gestartet. An der beteiligten sich fast 230 Anwohner. Sie fordern Maßnahmen, um insbesondere die Durchfahrt für den Schwerlastverkehr auf der Kreisstraße zwischen Ronheim und Heroldingen zu unterbinden. Nur die Anwohner sollen die Strecke befahren dürfen – auch zum Schutz ihrer Kinder. Denn gleich an der Ortsdurchfahrt befindet sich der Kindergarten. Durch den erhöhten Verkehr könnten die Kinder nicht gefahrlos die Straße überqueren, sagt Lanzer: „Wir haben hier ja keine Ampel, keinen Zebrastreifen und keine Tempo-30-Zone.“ Auch andere Fußgänger seien gefährdet. Da die Straßen sehr eng seien, müssten zwei entgegenkommende Lastwagen auf den Gehweg ausweichen.

Lanzer zufolge nutzten bei früheren Sperrungen der B25 viele Verkehrsteilnehmer den etwas kürzeren, aber nicht offiziellen Weg über Harburg, Katzenstein und Heroldingen. Lanzer erzählt: „Wir hatten extrem viele Autos und die Schwerlaster sind durch die Ortschaft gerauscht.“ Da sich die Baumaßnahmen voraussichtlich bis in den Winter hinziehen, könnte auch die Steigung bei Katzenstein gefährlich werden, wenn Lastwagen nicht die richtigen Reifen hätten, befürchtet Lanzer. Hinzu komme die andauernde Lärmbelästigung.

Stefan Greineder ist beim Staatlichen Bauamt Augsburg, das sich um die Bundes- und Staatsstraßen kümmert, der zuständige Abteilungsleiter für den Donau-Ries-Kreis. Dass sich die Heroldinger Sorgen machen, kann er durchaus nachvollziehen, wie er gegenüber unserer Zeitung sagt: „Ich habe absolutes Verständnis.“ Die Sache hat aus seiner Sicht aber einen Haken: „Wenn man die Lastwagen aussperrt, belastet man die Menschen an den anderen Strecken zusätzlich.“

Die offiziellen Umleitungsrouten lauten von Juni bis November so: von Donauwörth wird der Verkehr über Monheim und Wemding nach Nördlingen geführt; in der anderen Richtung läuft die Strecke von Möttingen über Mönchsdeggingen, Bissingen und Donaumünster/Erlingshofen nach Donauwörth. Die Behörde rechnet aber damit, dass sich Ortskundige kürzere Wege suchen und am Ende nur etwa ein Drittel aller B-25-Fahrzeuge auf den Umleitungsstrecken unterwegs sind.

Auf der Kreisstraße durch Heroldingen ist laut Greineder normalerweise wenig los. Durchschnittlich gut 600 Fahrzeuge, davon etwas über 50 Lastwagen, seien es täglich. Zum Vergleich: Der statistische Mittelwert für alle Kreisstraßen in Schwaben liege bei 2300 Fahrzeugen, davon gut 140 Lkw. Auf der Kreisstraße Sulzdorf-Fünfstetten-Wemding seien es beispielsweise 4200 Fahrzeuge (480 Lkw). Kreisstraßen seien grundsätzlich auch so ausgebaut, dass sie überörtlichen Verkehr aufnehmen können.

„Wenn wir alle Schleichwege sperren, wird es auf den offiziellen Umleitungen happig“, mahnt der Behördenvertreter. Vonseiten des Staatlichen Bauamts gelte nach wie vor die Devise, nirgends auf den Ausweichstrecken Ampeln zu installieren oder Geschwindigkeitsbeschränkungen anzuordnen. Diese Haltung stieß bereits im Wemdinger Stadtrat auf Unverständnis. Der verlangt für die Einmündung der Gustav-Rau-Straße in die Bahnhofstraße nach wie vor eine Ampel. Die Behörde aus Augsburg veranlasste bereits eine Verkehrszählung. Eine weitere steht laut Greineder demnächst an. Der geht davon aus, „dass wir dort keine Ampel brauchen“.

Auch in Deiningen, Mönchsdeggingen und Bissingen, wo ebenfalls Maßnahmen gewünscht werden, solle zunächst einmal nichts geschehen. Falls es von Juni an tatsächlich größere Probleme in einem der Orte geben sollte, stünden die nötigen Ampeln oder Schilder bereit, betont Greineder.

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