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Donauwörth/Nördlingen

01.07.2010

Sparkassen: Die Fusion ist gescheitert

Aus der möglichen Fusion der beiden Sparkassen Donauwörth (oben) und Nördlingen (unten) wird aktuell nichts. Fotos: Sisulak/Benninger

Die Sparkassenfusion zwischen Donauwörth und Nördlingen zum jetzigen Zeitpunkt ist gescheitert. Nachdem keine Einigung zwischen den politischen Gremien, also den Verwaltungsräten der beiden Geldinstitute erzielt werden konnte - das Donauwörther Gremium tagte am Mittwoch, Nördlingen die Woche zuvor -, musste Landrat Stefan Rößle gestern das Scheitern der Gespräche offiziell eingestehen. Er war der Hauptverfechter einer Fusion und bemühte sich seit Jahren darum.

Von Carl Völkl und Paul Soldner

Denn in der Presseerklärung, die der Landrat in seiner Eigenschaft als derzeitiger Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Donauwörth bekannt gab, heißt es wörtlich:

"Die zuständigen Gremien der Sparkassen Donauwörth-Oettingen und Nördlingen haben sich seit Ende 2009 intensiv mit den Chancen und Risiken einer Fusion beider Sparkassen beschäftigt. Beide Verwaltungsräte haben in ihren Sitzungen in den letzten Tagen diese Gespräche bewertet. Die Gremien sind der Auffassung, dass beide Institute ihren wirtschaftlich erfolgreichen Weg gegenwärtig als eigenständige Sparkasse fortsetzen werden. Die Sparkasse Donauwörth-Oettingen wird deshalb die Stelle des vakanten Vorstandsmitglieds ausschreiben." (Wolfgang Hetz ist, wie berichtet, nach Bayreuth gewechselt.)

Sparkassen: Die Fusion ist gescheitert

Personalschlüssel im Verwaltungsrat als Problem

Persönlich bedauerte Rößle die Situation, weil eine gemeinsame Sparkasse Donau-Ries "sowohl Kunden als auch Mitarbeitern und den Eigentümern große Vorteile gebracht hätte". Auch wäre "der Zeitpunkt ideal gewesen".

Einer der Hauptgründe für das Scheitern scheint der künftige Personalschlüssel im Verwaltungsrat gewesen sein. Die Stadt Nördlingen als Haupteigentümer der Sparkasse ist bisher mit Hermann Faul als Vorsitzendem und dem CSU-Stadtrat Ulrich Lange im Verwaltungsrat vertreten. Stadt- und Kreisrat Jörg Schwarzer sitzt für den Landkreis, der an der Sparkasse zu einem Drittel beteiligt ist, im Gremium. Der Stellvertreter Fauls ist qua Amt der Landrat, des Weiteren gehören Erich Schmidt (Firma Kathrein) und Wolfgang Winter als Sparkassenvorstandsvorsitzender dazu.

Anders ist die Zusammensetzung des Donauwörther Verwaltungsrates: Ihm gehören als Eigentümer an: die Städte Donauwörth, Oettingen, Harburg, Wemding und Monheim - vertreten nur durch ihre jeweiligen Bürgermeister Armin Neudert (der sich mit dem Landrat den Vorsitz periodisch teilt), Matti Müller, Wolfgang Kilian, Dr. Martin Drexler und Anton Ferber. Hinzu kommen die beiden Unternehmer Johannes Käser (Thannhauser & Ulbricht, Fremdingen) und Johann Merkle (Donauwörth) sowie Sparkassenchef Johann Natzer.

Wäre es nach den Vorstellungen Donauwörths gegangen, sollten im künftigen Verwaltungsrat die Eigentümerkommunen - nach dortigem Vorbild - nur mit jeweils einem Mitglied vertreten sein.

OB Armin Neudert sagte auf Anfrage, das Donauwörther System habe sich bewährt: "So ist das größere Harburg genauso gleichwertig präsent wie das kleinere Monheim. Unser Vorschlag hätte auch eine Verschlankung des Verwaltungsrates bedeutet." Nördlingen habe dem aber nicht zugestimmt und die Gespräche ausgesetzt. Im Übrigen habe es jedoch eine Reihe weiterer Themen mit unterschiedlicher Auffassung gegeben (Sitz der Zentrale).

Gleichwohl bezeichnete er die Gespräche insgesamt als "konstruktiv", zumal man das Thema ja "ergebnisoffen angegangen" sei. Gegenüber der Donauwörther Zeitung betonte Neudert: "Wenn man Fragen stellt, so ist das noch lange kein Misstrauen. Und es blieben einfach Fragen offen." Der Oberbürgermeister zeigte sich trotzdem zuversichtlich, dass die Gespräche - vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt - weiter geführt würden: "Die Tür ist nicht zugeschlagen."

Bei der an die Verwaltungsratsitzung folgende Zweckverbandstagung in Donauwörth sei einstimmig beschlossen worden, dass die Fusions-Verhandlungen weitergeführt werden können. Doch müsse dabei der Beschluss vom Dezember gelten, der da laute: "Gründlichkeit vor Schnelligkeit." In der Sitzung habe Neudert auch aus einem Briefwechsel mit Nördlingens OB Faul zitiert, der den Schluss zulasse, so ein Sitzungsteilnehmer, dass noch Perspektiven vorhanden seien. "Denn eine Fusion mache eigentlich schon ökonomisch Sinn."

Der Oettinger Bürgermeister Matti Müller (SPD) bedauerte den Abbruch der Gespräche, sagte aber, man sollte eine solche Fusion nicht mit Gewalt durchsetzen.

Keine Schuldzuweisungen

Oberbürgermeister Hermann Faul sagte gestern auf Anfrage der Rieser Nachrichten, er wolle sich zu den Gründen des Scheiterns nicht weiter äußern: "Wenn man das Handtuch mit Donauwörth nicht ganz zerschneiden will, dann sollten keine Schuldzuweisungen gemacht werden." Dennoch dürfte Faul aus politischen Gründen froh sein, dass die Fusion zunächst wieder vom Tisch ist: "Wir sind autonom, wir müssen keine Fusion eingehen", sagte er selbstbewusst. Die Forderungen Donauwörths in punkto Verwaltungsrat sei für Nördlingen "nicht akzeptabel" gewesen.

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