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Konzert

05.05.2018

Spieglein, Spieglein – was sing ich dir?

Drei bezaubernde Musikerinnen: (von links) Barbara Bartmann, Sonja Lorenz-Bayer und Annette Sailer.
Bild: Ulrike Hampp-Weigand

Märchen- und Mädchenhaftes beim Kulturkreis Mertingen mit einem zauberhaften Damentrio

„Spieglein, Spieglein …“ so lautete der Titel eines Liederabends mit dem Trio Fleurs in Mertingen. Es ging um Märchen, um Blumen, Nachtigallen, die Liebe, den Frühling. Drei junge Frauen widmeten sich mit mädchenhafter Anmut märchenhaften Themen. Mit dem Lied vom „Veilchen“ – gegenübergestellt einmal Robert Stolz, einmal Wolfgang Amadeus Mozart – näherte sich das großartig harmonierende, zauberschön klingende Trio dem Frühlings- und Märchenthema an: Annette Sailer, mit ihrem silbernen Sopran, Barbara Bartmann, Zauberin am Klavier, und Sonja Lorenz-Bayer mit ihrer singenden Querflöte.

Schon mit ihrer liebevoll gestalteten Bühne, einer Magnolienblüte vor goldgerahmtem Spiegel, nahmen sie die zahlreichen Besucher von Anfang an mit in ihre Erzählung vom Erblühen des Glücks, der Liebe, der Leidenschaft – und illustrierten ihre Erzählung folgerichtig mit ihren Liedern. Dem Seufzen des kleinen, so achtlos zertretenen Veilchens (Wolfgang Amadeus Mozart) – „so sterb’ ich doch durch sie!“ – folgte das Lob des sehnsüchtigen Gesangs der Nachtigall: Léo Delibes/Ary van Leeuwen: „Le rossignol“; Cesare Ciardi: „Le Rossignol Op. 61“.

Annette Sailers poetische Liedkunst, klar und volumenreich vorgetragen, wurde zärtlich von Piano und der zurückhaltend agierenden Flötistin begleitet. Diese fügte dem Bild geglückt impressionistische Tupfen bei mit André Caplets „Viens! Une flûte invisible soupier“ und Camille Saint-Saëns „Une flûte invisible“. Überraschend zwei „Ave Maria“ – von Astor Piazzolla mit schwindelerregenden vokalen Sprüngen, flehender Melodie, und sanft und rein Franz Schubert – hier verschenkte die Sopranistin schwelgerische Schönheit, bevor sich Rosen entfalten durften: Noch eine andere Stimmfarbe, rund und satt glänzend für Hildegard Knefs „Für mich soll’s rote Rosen regnen“, und abschließend noch einmal aus Robert Stolz’ Blumenliedern ein hell jubelndes Lob der „Rote(n) Rose“.

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Mit aller Märchen Anfang „Es war einmal“ würdigte Barbara Bartmann dann Edvard Grieg mit dem gleichnamigen Werk aus den „Lyrischen Stücken op. 71 Nr. 1“, und alle gemeinsam Maurice Ravel mit „La Flûte enchantée“ aus „Shéhérazade“. Diese Gedichtsammlung des Schriftstellers Tristan Klingsor ist von der Märchenerzählerin aus „Tausendundeiner Nacht“ inspiriert und voller berauschender Düfte des Orients. Intensive Flötenklänge lockten, ehe die Sängerin ihre Sehnsucht mit zärtlichem Ausdruck besang.

Großartiges folgte dann: Wolfgang Amadeus Mozarts Arie „L’amerò – Dein bin ich“ aus „Il Re Pastore“ und Franz Schuberts berühmtes Lied „Der Hirt auf dem Felsen“, nicht mit Klarinettenbegleitung: Die Koloraturen funkelten nur so, mit dramatischer Steigerung, wunderschön von der Querflöte accompagniert.

Noch einmal Klavier und Flöte, leuchtend impressionistisch „La Flûte de Pan op. 15“ von Jules Mouquet. Und dann besang Annette Sailer mit einem Lächeln in ihrer Stimme noch des Engelchens Lösung, den Himmel mit einem Blumenschlüsselchen aufzuschließen, sinnierte dem Schneeglöckchen nach und zählte amüsiert die Chronique scandaleuse der Klatschrose auf. Der Riesenbeifall für die Interpretinnen war verdient – sie dankten mir zwei Zugaben, wurden begeistert gefeiert – ein besonders schöner Sonntagabend musste leider sein Ende finden.

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