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Soziales

30.11.2016

Sprache ist der Schlüssel zu Integration

Ein Ausschuss im Kreistag befasst sich mit den Problemen von Zugewanderten. Wie unter anderem eine neue App den Alltag dieser Menschen erleichtern soll

Eine entscheidende Voraussetzung für das Gelingen von Integration sind Sprache und Verständigung. Darüber herrscht in allen Teilen der Gesellschaft breiter Konsens. Bereits seit geraumer Zeit gibt es im Landkreis Donau-Ries ein breites Spektrum an Bildungsangeboten für Zugewanderte, die nach Flucht vor Krieg, Terror und Verfolgung in Nordschwaben angekommen sind. Dabei steht die sprachliche Qualifikation im Mittelpunkt.

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Der Ausschuss für Familien, Soziales, Schule, Sport und Kultur des Kreistages befasste sich gestern intensiv mit diesem Thema. Gabriele Theiler, die neue Bildungskoordinatorin im Landkreis, und Regionalmanager Klemens Heininger informierten die Kreisräte über die derzeit laufenden Aktivitäten und stellten die nächsten Schritte vor, die zu dem Thema geplant sind. Landrat Stefan Rößle wies darauf hin, dass mit den Angeboten nicht nur Flüchtlinge erreicht werden sollen, sondern auch rund 3000 EU-Bürger, die unter anderem aus Polen, Ungarn, Rumänien und Bulgarien gekommen sind.

Was gut läuft, kann immer noch besser werden. Derzeit macht sich Bildungskoordinatorin Theiler daran herauszufinden, wie die im Kreis vorhandenen Angebote zum Sprachunterricht besser aufeinander abgestimmt und verbunden werden können. Dazu will sie möglichst viele regionale Akteure ins Boot holen und eine Struktur für künftige gemeinsame Kooperationen schaffen. Sie denkt dabei unter anderem an Runde Tische, Netzwerktreffen, Expertenrunden oder eine Bildungskonferenz.

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Für die Zugewanderten sieht sie sich als Hauptansprechpartnerin in Sachen Bildung, den Entscheidungsträgern im Landkreis steht sie nach eigenen Worten gerne für Beratungen zur Verfügung.

In naher Zukunft will Theiler zwei neue Ideen umsetzen: eine „Themenbox“ mit Informationen zum Thema Integration im Bildungsportal des Landkreises und ab Mai eine App mit dem Titel „Integreat“, mit der die Zuwanderer in mehreren Sprachen einen Wegweiser für die alltäglichen Dinge des Lebens finden sollen. Diese mobile Alltagshilfe soll kostenlos und auch „offline“ nutzbar sein.

Eine Koordination der Bildungsangebote führe darüber hinaus zu einer Entlastung der Landkreisverwaltung, wo bisher in den unterschiedlichsten Abteilungen entsprechende Anfragen eingingen, sagte Gabriele Theiler vor dem Ausschuss für Familien, Soziales, Schule, Sport und Kultur. Künftig gebe es mit ihr eine zentrale Ansprechpartnerin. Durch eine Koordination der Angebote entstehe auch eine größere Transparenz des gesamten Angebotes. Bisher sei diese noch nicht in dem gewünschten Maße gegeben.

Landrat Rößle, den das Thema erkennbar stark berührt, wies auf die rund 3000 „neuen“ Bürger aus EU-Staaten hin, die inzwischen im Landkreis seien und über die man bisher kaum gesprochen habe. Er brach eine Lanze für diesen Personenkreis, in dem er sagte, „dass es um die Wirtschaft ohne sie schlecht bestellt wäre“.

Mit Blick auf die Weltlage betonte Rößle, dass die meisten Probleme und Krisen dort entstünden, wo es zu wenig Bildung gebe. Deshalb komme dem Thema eine sehr hohe Bedeutung zu.

Regionalmanager Heininger hatte zuvor auf das aus seiner Sicht erfolgreiche Projekt „ehrenamtliche Sprachlotsen“ in Grund- und Mittelschulen hingewiesen, mit dem Kinder mit Migrationshintergrund eine Hilfestellung beim Erlernen der deutschen Sprache erhalten. Bisher hätten 52 Schülerinnen und Schüler daran teilgenommen, sagte Heininger. Eine erste Evaluation habe deutliche Verbesserungen im Bereich der Grammatik, des Grundwortschatzes und der Rechtschreibung ergeben. „Vor diesem Hintergrund können wir von einem lohnenden Projekt sprechen“, sagte der Regionalmanager.

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