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Bildung

25.08.2017

Sprache spielerisch erlernen

Sprachwissenschaftler Joachim Grzega (links) hat Methoden des Lernens entwickelt, die auch auf außergewöhnliche Hilfsmittel wie diese Fingerpüppchen zurückgreifen. Er unterrichtet an der Donauwörther Volkshochschule verschiedene innovative Kurse, worauf Vhs-Geschäftsführerin Gudrun Reißer und Vhs-Vorsitzender Paul Soldner stolz sind.
Bild: Barbara Würmseher

An der Volkshochschule Donauwörth lehrt der Wissenschaftler Professor Joachim Grzega. Seine Methoden unterscheiden sich gravierend von herkömmlichen

Sie ist die viertgrößte Volkshochschule Schwabens und setzt seit Jahren immer wieder besondere Akzente: die Vhs Donauwörth, die für Innovation gleichermaßen wie für Bewährtes bekannt ist. Nicht nur ihr Sitz – der spektakuläre Glasbau am Mangoldfelsen, der architektonische Zeugnisse der Geschichte in die Moderne integriert – ist in diesem Sinne ein Markenzeichen für die Bildungseinrichtung. Immer wieder auch hat sie in der Vergangenheit mit Modellprojekten auf sich aufmerksam gemacht, deren Konzepte dann deutschlandweit übernommen wurden. Auch jetzt, zu Beginn des neuen Semesters, lässt die Vhs Donauwörth aufhorchen.

Denn in der Riege ihrer fest angestellten Dozenten und Mitarbeiter befindet sich seit Kurzem der Treuchtlinger Sprachwissenschaftler Joachim Grzega, Professor an der Universität Eichstätt-Ingolstadt und Mitbegründer des „Europäischen Hauses Pappenheim“, dessen Spezialität es ist, ausgetretene Wege zu verlassen und sich an Neuem auszuprobieren. „Innovative Europäische Sprachlehre“ heißt denn auch sein Projektbereich an der Vhs, den er seit April systematisch dort etabliert und ausbaut. „Diese Zusammenarbeit ermöglicht es uns, dass unsere Einrichtung unheimlich aufgewertet wird“, freut sich Vhs-Geschäftsführerin Gudrun Reißer und geht in dieser Meinung mit Vhs-Vorsitzendem Paul Soldner konform.

Grzega ist nicht nur firm in Sprachen wie Englisch, Französisch, Niederländisch, Russisch, Schwedisch, Tschechisch, Ungarisch und Deutsch, das er als Fremdsprache lehrt. Der Wissenschaftler hat eine eigene Systematik und Methodik entwickelt, mit der er in kürzester Zeit Erfolge erzielt. „Sprach-Fitness-Studio“ nennen sich seine Kurse, mit denen er verspricht: „Innerhalb von zwei Halbtagen vermittle ich den Teilnehmern die Grundlagen, damit sie sich als Touristen in einem europäischen Land in den wichtigsten Situationen verständigen können.“ Ein Angebot, das er Privatpersonen macht, das er aber auch gezielt an Firmen richtet, die geschäftliche Beziehungen ins Ausland unterhalten.

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Als „Sprach-Notarzt“ hat er es hingegen mit einer ganz anderen Zielgruppe zu tun: mit Muttersprachlern unterschiedlicher Länder. Da es bei diesen Kurs-Teilnehmern keine gemeinsame sprachliche Verständigung gibt, arbeitet Grzega dann verstärkt mit Bildern, Pantomime und Eselsbrücken. „Das sind Hilfsmittel, die eigentlich längst schon in Schulbücher gehören würden“, findet er. Seine Methode ist hochkomplex – damit sie eben ganz einfach rüber kommt. Um sie weiter zu perfektionieren, arbeitet der Universitätsdozent stetig mit seinen Studenten an der Weiterentwicklung.

„Das heißt aber nicht, dass andere Methoden nicht auch funktionieren“, sagt Grzega ausdrücklich und verweist damit auf die rund 150 Sprachkurse, die die Vhs Donauwörth nach klassischen Lehrmodellen anbietet. „Man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen“, beschreibt Vorsitzender Soldner das sprachliche Gesamtangebot. Immerhin ist die Vhs Donauwörth ja bekanntlich auch Prüfungskompetenzzentrum für Sprachen, das heißt, dort können Zertifikate erworben werden, die weltweit anerkannt werden.

Nicht zuletzt ist die Leitung der Volkshochschule auch stolz darauf, dank Grzega „Integrationskurse für akademische Heilberufe“ anbieten zu können. Ausländische Apotheker, Ärzte, Zahnärzte und andere, die sich auf ihre Approbation und/oder den Berufsalltag sprachlich vorbereiten wollen, lernen dort nicht nur Deutsch, sondern auch beispielsweise, wie Patientengespräche generell in unserem Kulturkreis ablaufen, wie Arztbriefe geschrieben werden und vieles mehr. Voraussetzung ist die Anerkennung der Migranten durch das Bundesministerium für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der Kurs erfolgt in Kooperation mit Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten. „Ganz viele Volkshochschulen haben sich für dieses Modell interessiert“, erzählt Gudrun Reißer, „nur zwei Volkshochschulen in Bayern dürfen es anbieten: Hof und Donauwörth.“

Damit allerdings erschöpft sich Grzegas „Innovative Europäische Sprachlehre“ noch nicht. Interaktive Europa-Bildung etwa findet per Youtube-Videos statt – um nur eine weitere Ergänzung zu nennen. Mehr zum Thema gibt es zudem im Internet unter www.vhs-don.de.

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