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Rain

23.11.2017

St. Johannes betreibt jetzt das Traditionsgeschäft

Johannes dankte Inge und Franz Deibl für das Vertrauen und die jederzeit gute Zusammenarbeit.
Bild: Sarah Herrmann

Zwölf Menschen mit Behinderung arbeiten bei „Deibl kreativ“ in Rain. Was sich seit der Übergabe des Ehepaars Deibl an die Stiftung getan hat.

Vor knapp einem Jahr hat das Ehepaar Franz und Inge Deibl ihr Traditionsunternehmen Deibl Druck & Papier an die Stiftung Sankt Johannes übergeben. Das Geschäft ist jetzt unter dem Namen „Deibl kreativ“ wiedereröffnet worden.

Das Erdgeschoss und damit die Hauptflächen des Betriebes wurden barrierefrei umgebaut. Um einen wirtschaftlichen Betrieb des Schreibwarengeschäftes und der Druckerei sicherzustellen, wurden die Dienstleistungen der Druckerei und das Warensortiment überprüft und teils neu ausgerichtet. Kernbereiche der Druckerei sind die Textilveredelung via Thermo-Transferpresse und der Bauplandruck mit dem Großformatdrucker.

Auch Servicepartner unserer Zeitung

In der Kreativ-Werkstatt, dem zweiten Arbeitsbereich der neu geschaffenen Außen-Werkstatt, werden handgemachte Gruß- und Geschenkkarten sowie handverzierte Kerzen hergestellt. Den dritten Tätigkeitsbereich bilden der Verkauf und die Beratung im Laden. Neben Zeitschriften, Fachbüchern, Büro- und Schreibwaren wurde das Sortiment um Geschenkartikel aus Werkstätten für Menschen mit Behinderung erweitert. Der Tradition des Hauses entsprechend können im Ladengeschäft ebenfalls Kopier-, Laminieraufträge aufgegeben werden. Auch das handwerkliche Buchbinden zählt zu den Dienstleistungen. Zudem ist „Deibl Kreativ“ Servicepartner der Augsburger Allgemeinen vor Ort. Das Angebot reicht vom Anzeigen- und Leserservice über den Ticket-Service für Kultur-, Sport- und Musikveranstaltungen bis zum Verkauf der exklusiven Heimatprodukte des Verlagshauses.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde betonte der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler den innovativen Weg, den die Stiftung Sankt Johannes mit der neu gegründeten Außen-Werkstatt für zwölf Menschen mit Behinderung in der Rainer Innenstadt geht. „Hier wird Neues auf Altbewährtem aufgebaut.“ Besonders erfreulich sei die Tatsache, dass das Erbe der Familie Deibl fortgeführt werde und die Rainer Institution - wenn auch in leicht abgewandelter Form - weiterlebe, so Fackler. Bezirksrat Peter Schiele sieht die Außen-Werkstatt als Vorbild für andere Einrichtungen der Behindertenarbeit in Bayern. Gerade die verhältnismäßig kleine Gruppe ermögliche den Mitarbeitern und Beschäftigten ein abwechslungsreiches Arbeiten und biete viel Raum, sich aktiv einzubringen.

Auch wenn das historisch gewachsene Traditionshaus Deibl nicht direkt an der Hauptstraße liege, sei dieser Ort stets ein besonderer gewesen, so Rains Bürgermeister Gerhard Martin. „Der Deibl ist ein Ort, an dem Kommunikation über das rein Geschäftliche hinaus geht“, sagte er. An diese Tradition knüpfe die Stiftung mit der Werkstatt-Gruppe an. Er sieht darin eine große Chance, dass Menschen mit und ohne Behinderung miteinander ins Gespräch kommen und echte Teilhabe stattfindet. Lobende Worte kamen auch vom stellvertretenden Landrat Peter Thrul „Die Verlagerung von zwölf Arbeitsplätzen vom Land in die Stadt wertet nicht nur die Stadt Rain auf, sondern verfolgt auf konsequente Weise eine zeitgemäße Behindertenarbeit.“

Zum Gelingen trugen die Segnung durch Stadtpfarrer Jörg Biercher und die Musikbegleitung durch die Realschule Rain bei.

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