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Biogasanlage

08.02.2014

Stadträte fordern hartes Durchgreifen gegen Geruchsquelle

Eine konsequente Vorgehensweise gegen den Betreiber der Biogasanlage in Hamlar fordert der Stadtrat Donauwörth – sollte sich das Geruchsproblem nicht zeitnah lösen. Dem Landratsamt werfen sie zu langes Zögern vor.
Bild: Barbara Feneberg

Donauwörth will den Gestank keinesfalls weiter hinnehmen. Außerdem wird die Wirksamkeit der Nachbesserungen angezweifelt. Dann könne es nur eine Folge geben

Von Barbara Feneberg

Donauwörth Die Donauwörther Stadträte sind stinksauer. Und in diesem Fall, darf das wörtlich verstanden werden. Denn es ist der Gestank aus der Biogasanlage in Hamlar, der die Kommunalpolitiker so erzürnt. Sie werfen dem Landratsamt vor, zu langsam auf die Beschwerde der Bürger reagiert zu haben. Außerdem zweifeln einige offen an der Wirksamkeit der jüngst angekündigten, technischen Nachbesserungen an der Anlage.

Das alles kam am Donnerstagabend auf den Tisch, als der zuständige Mitarbeiter des Landratsamtes, Marcus Dums, im Stadtrat Rede und Antwort stand. Er erklärte den Räten, welche Maßnahmen umgesetzt werden und, dass beispielsweise eine verbesserte Abluftreinigung erst jüngst genehmigt worden sei. Der „akute Schwall an Geruch“ habe bis zum Wochenende angedauert, weil Reparaturen am Abluftfilter der Anlage erst wirksam werden. „Das kann aber noch nicht genug sein“, so Dums. „Denn wir sind geruchstechnisch jetzt in einer anderen Qualität der Belastung angekommen.“ Zuvor sei die Belastung nur lokal gewesen. Doch jetzt werte das Landratsamt den Gestank als gesundheitsschädliche Belastung und habe daher bereits die Stillegung angedroht.

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Mit dieser Aussage rannte Dums bei den Stadträten offene Türen ein. „Wenn es am 1. Mai 2014 immer noch stinkt, hat der Betreiber erneut versagt. Und dann sehen wir das Landratsamt in der Pflicht, die Anlage abzuschalten“, sagte Armin Eisenwinter, CSU-Stadtrat und zugleich Mitglied des Bürgervereins Nordheim. Für ihn seien die verkündeten Maßnahmen noch keine Entwarnung. „Wir müssen mit aller Schärfe reagieren“, sagte auch Georg Schmidt (CSU). „Aber ich prophezeie schon jetzt, dass es nur dann aufhört zu stinken, wenn keine tierischen Produkte mehr in die Anlage kommen.“ Und auch SPD-Stadtrat Günther Schwendner legte nach: „Sofort stoppen, wenn es derart stinkt.“

Oberbürgermeister Armin Neudert berichtete, dass mittlerweile sogar die Fieranten am Bauernmarkt Umsatzeinbußen feststellen, wenn es zufällig zeitgleich so stinkt. „Es handelt sich hier mittlerweile um eine Belastung von über 10000 Menschen, denn es stinkt bis Riedlingen“, so Neudert, der ebenfalls forderte, die Anlage zu schließen, sollte zeitnah keine Verbesserung stattfinden.

Sigrid Helmer (SPD) bohrte nach, warum denn eigentlich das Problem seit Jahren besteht und nicht gehandelt worden sei. „Die Bürger mussten das zu lange ertragen“, sagte auch Anton Scheller von der PWG. „Wer sagt uns denn, dass da nichts Gefährliches dahinter steckt.“

CSU-Stadtrat Franz Ost, selbst Landwirt, zeigte sich besorgt, ob denn das Endprodukt der Biogasanlage, der Gärrest, unbedenklich sei und auf die Felder ausgebracht werden kann. Laut Dums laufe derzeit eine offizielle Anfrage am Landwirtschaftsamt (siehe Nachgefragt).

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