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Kaisheim

12.09.2019

Start der Arbeiten am Strauß-Haus

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Blick in das Erdgeschoss des Strauß-Hauses: Dort werden unter anderem die Zwischenwände entfernt, damit ein großer Multifunktionsraum entstehen kann. Die Säulen des Gewölbes müssen ertüchtigt werden.

Nach jahrelangen Diskussionen und Planungen wird das Rathaus in Kaisheim jetzt erweitert. Was an dem Gebäude passiert und wie die Verwaltung erreichbar ist

Nach jahrelangen teilweise erbitterten Debatten, einem Bürgerentscheid, manchen Verzögerungen und Umplanungen haben nun die Bauarbeiten am sogenannten Strauß-Haus in Kaisheim begonnen. Das denkmalgeschützte Gebäude, das direkt an das Rathaus anschließt, wird grundlegend saniert. Hauptziel des rund drei Millionen Euro teuren Projekts ist, mehr Platz und damit adäquate Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung zu bekommen.

Die Arbeiten, die im September starteten, haben auch Auswirkungen auf den Betrieb im Rathaus. Vor dessen Eingang ist wegen der Baustelle ein größerer Bereich auf dem Münsterplatz abgesperrt. Die Verwaltung ist deshalb bis auf Weiteres nur über die Rückseite des Komplexes am Zunftweg erreichbar. Dort wurden eigens Parkplätze für Besucher und Mitarbeiter des Rathauses geschaffen. Dazu wurde auch eine Rasenfläche geschottert.

Im Strauß-Haus geht es aktuell staubig zu. Das Gebäude wird komplett ausgeräumt und quasi entkernt. Im Erdgeschoss werden die Zwischenmauern herausgerissen. Dadurch wird ein großer Raum mit Kreuzgewölben geschaffen. Die sechs alten Steinsäulen, die das Ganze tragen, müssen laut Bürgermeister Martin Scharr ertüchtigt werden, damit die Statik gesichert ist. Im Erdgeschoss soll ein Multifunktionsraum entstehen, der öffentlich genutzt werden kann – beispielsweise für die Jugend- und Seniorenarbeit oder sonstige Veranstaltungen. Im Bereich zum Nachbaranwesen hin muss das Kreuzgewölbe einem neuen Treppenhaus weichen. Dafür wird zum Rathaus hin die bestehende Treppe im Strauß-Haus entfernt und ein Kreuzgewölbe geschaffen.

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Im ersten Stock werden ebenfalls die Wände herausgerissen. Dort entstehen Büros, die über einen Mittelgang zugänglich sind. Hier soll auch ein Durchgang zum Rathaus entstehen. Im Dachgeschoss sieht das Konzept unter anderem einen Aufenthalts-, einen Besprechungs- und einen Technikraum vor. Außerdem gibt es eine Verbindung in den jetzigen Saal des Rathauses, der auf diese Weise auch einen zweiten Fluchtweg erhält – ein zentraler Punkt, was den Brandschutz betrifft.

Über den Winter wird der Dachstuhl saniert – und zwar nicht nur am Strauß-Haus, sondern auch am Rathaus im Bereich des Sitzungssaals. Das Gebälk dort, so stellten Gutachter fest, ist eher noch maroder als im Strauß-Haus.

Rat- und Strauß-Haus erhalten im Zuge der Maßnahme zusammen eine neue Heizung, die nach Auskunft von Scharr im alten Bauhof installiert werden soll. Bis auf die Zimmerer- und Dachdeckerarbeiten seien mittlerweile alle Aufträge vergeben worden. Man liege im Kostenrahmen, stellt der Bürgermeister erleichtert fest.

Von den drei Millionen Euro muss die Kommune selbst voraussichtlich etwa 1,2 Millionen Euro tragen. Anders ausgedrückt: Die Gemeinde rechnet mit staatlichen Zuschüssen in Höhe von etwa 1,8 Millionen Euro. Dabei ist laut Scharr zu beachten: Der Multifunktionsraum muss in jedem Fall bis 21. Dezember 2020 fertig und abgerechnet sein, um den Zuschuss dafür zu erhalten, der allein schon bei knapp 500000 Euro liegt.

Auf dem Münsterplatz werden im Zuge der Bauarbeiten ein neuer Strom- und Gasanschluss geschaffen. Bei dieser Gelegenheit habe man eine weniger erfreuliche Entdeckung gemacht, berichtet der Bürgermeister. Quer über den Münsterplatz und unter dem Strauß-Haus hindurch verläuft ein uralter Regenwasserkanal aus den Zeiten, als das Areal noch zum damaligen Zisterzienser-Kloster gehörte. Der Kanal ist gemauert und ist am Strauß-Haus nur ganz knapp unter der Oberfläche. Die Gasleitung habe deshalb umgelegt werden müssen, schildert Scharr. Mit dem historischen Kanal werde sich die Gemeinde nach der Erweiterung des Rathauses beschäftigen müssen.

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