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Unfallstatistik in Donauwörth

06.04.2016

Statistik: Weniger Discounfälle - dafür lenkt das Handy die jungen Fahrer ab

Autofahren und parallel auf dem Handy lesen oder schreiben ist immer häufiger die Ursache für Unfälle im Straßenverkehr. Das trifft vor allem bei jungen Verkehrsteilnehmern zu.
Bild: Monika Skolimowska, dpa

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Donau-Ries-Kreis hat einen Rekordwert erreicht. Junge Autofahrer fallen dabei negativ, in mancher Hinsicht aber auch positiv auf.

Im Donau-Ries-Kreis sind anscheinend vor allem junge Erwachsene, die mit dem Auto unterwegs sind, immer mehr abgelenkt und verursachen deshalb häufiger Unfälle. Dies vermutet Magnus Kastenhofer, der in seiner Funktion als Sachbearbeiter Verkehr der Polizei die Unglücke im Landkreis analysiert. Im vorigen Jahr ist die Zahl der Verkehrsunfälle in der Region – wie bereits gemeldet – auf den Rekordwert von 3671 gestiegen. Daran hatten die sogenannten Kleinunfälle einen großen Anteil. Laut Kastenhofer passierten zum Beispiel zunehmend Auffahrunfälle. Auch die Zahl der Wildunfälle erreichte mit 865 ein Rekordniveau.

Junge Fahrer verursachten mehr als doppelt so viele Unfälle, wie im Vorjahr

Erklärungen seien in vielen Fällen nur schwer zu finden, so der Hauptkommissar bei einem Treffen von Verkehrsexperten im Landratsamt in Donauwörth. Besonders auffällig sei die Entwicklung bei der Risikogruppe der 18- bis 24-Jährigen. Verkehrsteilnehmer in diesem Alter verursachten im Donau-Ries-Kreis im Vorjahr 400 Unfälle. Das waren doppelt so viele wie im Jahr 2014.

Über die Gründe rätselten die Fachleute, jedoch fällt Kastenhofer zufolge allgemein auf: „Die Ablenkung im Fahrzeug ist bei den jungen Verkehrsteilnehmern massiv.“Oft werde während der Fahrt auf das Handy geschaut. Folge: Die Aufmerksamkeit ist nicht so, wie sie sein sollte und es kann schneller krachen. Den jungen Autofahrern unterliefen relativ „einfache“ Fehler, beispielsweise auch beim Abbiegen.

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Erfreulich sei hingegen, dass die Zahl der Alkoholunfälle mit 38 im Landkreis einen neuen Tiefstand erreicht hat. „Ich denke, da hat ein Bewusstseinswandel bei den Verkehrsteilnehmern stattgefunden“, sagte Kastenhofer. Eine weitere positive Entwicklung: Unter den Fahrern, die bei Kontrollen im betrunkenen Zustand erwischt werden, seien kaum noch Fahranfänger.

Zahl der Disco-Unfälle geht deutlich zurück

Dieser Trend zur Vernunft zeige sich auch bei den sogenannten Discounfällen. In früheren Jahren verunglückten junge Leute immer wieder spät nachts, oft mit überhöhter Geschwindigkeit, unter Alkohol- und Drogeneinfluss oder durch Übermüdung. 2006 gab es im Donau-Ries-Kreis noch 22 solche Unglücke mit zwei Toten und 23 Verletzten. Im Vorjahr waren es lediglich zwei Discounfälle mit zwei Verletzten. Auch das Projekt 50:50 und der Kneipenbus wirkten sich nach Ansicht von Kastenhofer in diesem Bereich in den vergangenen Jahren positiv aus. Nicht verwunderlich hingegen sei die Zunahme von Unfällen, an denen Radfahrer beteiligt sind. Das Radeln werde immer populärer. Dies schlägt sich in 131 registrierten Unfällen nieder. 2014 waren es noch 108. Der Hauptkommissar kritisierte in diesem Zusammenhang, das viele Radfahrer verbotenerweise Gehwege benutzen würden. Sie wögen sich auf diesen in Sicherheit, tatsächlich sei aber das Gegenteil der Fall, weil an Hofausfahrten und durch die Fußgänger die Gefahr höher sei als auf der Straße.

Die Statistik für 2015 weist im Donau-Ries-Kreis insgesamt 3671 Unfälle aus. Bei diesen starben neun Personen, davon allein sechs im Bereich der Polizeiinspektion Nördlingen. 147 Menschen erlitten schwere Verletzungen (minus 12), 556 kamen mit leichten Blessuren davon (plus 59).

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