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Kommunalwahl 2020

24.03.2020

Stichwahl in Bäumenheim: Zwei Kandidaten auf Augenhöhe

Wer künftig den Chefsessel im Bäumenheimer Rathaus besetzt, entscheidet sich bei der Stichwahl am Sonntag.
Bild: Wild

Plus Die Entscheidung fällt am Sonntag. Warum Bürgermeister Martin Paninka wiedergewählt werden will und wo Herausforderer Bernhard Jung seine Stärken sieht.

Man kennt sich aus dem Gemeinderat. Dort pflegte der Herausforderer in den vergangenen Monaten einen sachlichen Umgang mit dem Amtsinhaber, weniger mit dem Säbel als mit dem feinen Florett. Mit gezielten Nachfragen versuchte Bernhard Jung (CSU) Bürgermeister Martin Paninka aufs Glatteis zu führen. Doch der SPD-Mann blieb cool, mied den Schlagabtausch und gab sich auffallend freundlich. Nun aber gilt’s: Die Stichwahl am kommenden Sonntag ist vollkommen offen.

Um 0,2 Prozent lag Jung im ersten Wahlgang vor dem Amtsinhaber – mehr als ein Achtungserfolg, wie Beobachter registrierten. Doch jetzt werden die Karten neu gemischt. Es gibt keinen Urnengang, sondern nur eine Briefwahl. Martin Paninka sieht die Vorteile bei sich, weil er die Amtsgeschäfte nahtlos weiterführen könne, „also ohne Unterbrechung konsequent und ungebremst an den zahlreichen Themen und Großprojekten weiterarbeiten“ könne.

Paninka ist ein ehemaliger Quereinsteiger

Als ehemaliger „Quereinsteiger“ wisse er, so Paninka, „dass jeder Nicht-Verwaltungsmensch eine lange, intensive Einarbeitungsphase braucht, um ein solch vielschichtiges und komplexes Amt erfolgreich ausüben zu können“, laufe doch vieles in der Verwaltung anders als in der freien Wirtschaft. Der zunehmende Bürokratismus und „Papierkrieg“ sei mittlerweile eine echte Herausforderung in allen Verwaltungsbereichen. Auch eine langjährige Tätigkeit im Gemeinderat sei nicht mit der Arbeit eines Bürgermeisters vergleichbar.

Stichwahl in Bäumenheim: Zwei Kandidaten auf Augenhöhe
Martin Paninka (SPD) will seinen Platz natürlich verteidigen.
Bild: Bissinger

Werde er gewählt, so Paninka, „dann verliert die Gemeinde keine kostbare Zeit“. In den vergangenen Jahren habe er einiges bewegen können, aber auch viel angestoßen.

Wahlbeteiligung in Bäumenheim lag bei 61,2 Prozent

Weil die Wahlbeteiligung in Bäumenheim beim ersten Wahlgang (61,2 Prozent) relativ schwach gewesen sei, sieht Paninka hier noch Potenzial. Knapp 1400 Menschen hätten nicht gewählt, würden jetzt aber Briefwahl-Unterlagen erhalten. Außerdem wirbt er um die 339 Wählerinnen und Wähler, die dem aus dem Rennen geschiedenen PWG-Bürgermeister-Kandidaten Florian Mittler am 15. März ihre Stimme gegeben haben.

In der Zusammensetzung des Gemeinderats, die sich kaum verändert hat, sieht Paninka eine Zukunftschance.

Der aktuelle Bäumenheimer Gemeinderat habe sich „gut zusammengefunden“. Die Folge sei eine gute, konstruktive und vielfach parteiübergreifende Zusammenarbeit gewesen. Der Gemeinderat habe zuletzt vielfach als Einheit agiert, „um die besten Lösungen für unseren Ort zu finden“.

Jung geht mit breiter Brust in die Stichwahl

Bernhard Jung geht „mit breiter Brust in die Stichwahl“. Er sei mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden, auch weil er bei der Wahl zum Gemeinderat die meisten, nämlich 2100 Stimmen, erhalten habe. Er wolle den Wählern, seinem Team und seiner Familie danken. Wenn er zum Bürgermeister gewählt werde, rücke mit Stefan Reicherzer ein junger und engagierter Kommunalpolitiker nach, der sich aufgrund seiner Nebentätigkeit als Landwirt auch mit Natur und Umwelt gut auskenne.

Herausforderer Bernhard Jung (CSU) konnte zuletzt einen Achtungserfolg erreichen.
Bild: Bissinger

„Das Potenzial Bäumenheims darf man nicht verschwenden“, meint Jung. Gefragt sei nun ein Manager, „der anpacken und organisieren sowie mit großen Projekten umgehen kann“. Diese Erfahrung bringe er mit. Er wisse, was die Bürger bewege, weil er offen sei und vielfältig aktiv. Jung bezeichnet sich als Macher. Er sei kein Theoretiker. Aktuell sei es wichtig, die Corona-Krise im gegenseitigen Unterstützen gut zu überstehen.

Welche Gruppierung unterstützt welchen Kandidaten?

Nachdem er zunächst wegen einer Empfehlung zurückhaltend war, hat sich der dienstälteste Gemeinderat Manfred Seel (Die Linke) nun doch positioniert. In der Kommunalebene geht es nicht vordergründig um Parteipolitik, sondern um Leistungsbewusstsein, so Seel. „Jetzt brauchen wir in Bäumenheim jemanden an der Spitze, der unternehmerisches Denken und Macherqualitäten hat. Manfred Seel: „Ich glaube, dass ein Mann wie Bernhard Jung diese Qualitäten hat und die Gemeinde nach vorne bringen kann.“

Schon in der Vergangenheit sei er sich mit Jung in vielen Sachthemen einig gewesen. Unterstützung hat Jung auch Otto Uhl (Junge Liste) zugesagt, während sich Hansrobert Schimmer (Bürger für Bürger) zurückhält und beiden Kandidaten viel Glück wünscht.

Keine Empfehlung will auch Roland Neubauer in seiner Eigenschaft als PWG-Ortsvorsitzender abgeben. „Die Entscheidung überlassen wir jedem Wähler“, sei die Devise, die er auch mit dem unterlegenen Bürgermeister-Kandidaten Florian Miller ausgegeben habe. Insgesamt sei die PWG mit ihrem Wahlergebnis sehr zufrieden.

In den nächsten Tagen will Martin Paninka in den sozialen Medien auf sich aufmerksam machen, Bernhard Jung lässt noch einmal ein Flugblatt verteilen.

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