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Erster Weltkrieg

25.07.2014

Stimmen aus der Region zur Urkatastrophe

Propagandapostkarte „Die Wacht am Rhein“: Wie lässt sich der europäische Streit bis hin zur die Urkatastrophe beschreiben?

Spannender Vortrag zur Geschichte vor Ort am 1. August in Mertingen

Wie kann man die Urkatastrophe beschreiben? Wie kann man am 100. Jahrestag den Ausbruch des Ersten Weltkrieges in einem Vortrag angemessen darstellen? Dr. Franz Xaver Ries, Archivleiter in Mertingen, versucht dies am 1. August ab 20 Uhr in Mertingen.

Durch seine faszinierenden Berichte aus der Geschichte der Region bereits bestens bekannt, hat Ries ein Konzept entwickelt, das den Zuhörern die mannigfaltigen Gefühle der Kriegszeit, angesichts der historischen Katastrophe widerspiegeln soll.

„Am 1. August 1914, mitten im Ferienglück, befahl der deutsche Kaiser die Mobilmachung. Der Tod setzte den Helm auf. Der Krieg griff zur Fackel. Die apokalyptischen Reiter holten ihre Pferde aus dem Stall. Und das Schicksal trat mit dem Stiefel in den Ameisenhaufen Europa.“

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So erinnerte sich der Dichter Erich Kästner an den Beginn des Krieges, der das Ende des alten Europa herbeiführte. Viele Stimmen kommen deshalb zu Wort: deutsche, französische, englische Schriftsteller und Intellektuelle, einfache Soldaten, Zeitzeugen von der „Heimatfront“, etwa die Bauersfrau und Kramerin Josefa Moll aus Oberndorf und der Mertinger Lehrer Johann Haupt. Vorgetragen werden die Texte von den Gymnasiastinnen Anja Aumiller und Lea Bestle sowie von Ries selbst.

Die Kriegserlebnisse und die Kriegspropaganda liefern auch das historische Bildmaterial, das eine eigene, intensive Sprache spricht. Die musikalische Gestaltung mit Liedern, die in der Kriegszeit entstanden beziehungsweise populär waren, übernimmt der Bariton Franz Schlecht aus Oberpeiching mit dem Pianisten Kéry Tamás. Hier darf vor allem die seit 1870 inoffizielle Nationalhymne „Die Wacht am Rhein“ nicht fehlen. 1840 gedichtet, im Streit um die Rheingrenze, wurde das Lied, vertont 1854, außerordentlich populär, vor allem während des Deutsch-französischen Kriegs 1870/71.

In diesem Lied spiegelt sich ein jahrhundertelanges Ringen, das eben auch den Weltkrieg mitbestimmte und erst heute als überwunden gelten darf. Die Veranstaltung findet mit Unterstützung des Gemeindearchivs und der Museumsfreunde statt. (he/ oH)

Der Vortrag ist am Freitag, 1. August, um 20 Uhr in der Antonius-von-Steichele-Grundschule Mertingen in der Ostergasse.

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