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Tapfheim-Rettingen

06.06.2020

Straßenstreit: Bürgerinitiative gründet sich

„Keine Kreisstraße durch Donaumünster - Rettingen“, so die Forderung der betroffenen Bürger auf einem großen Banner in Rahmen einer Ortsbegehung.
Bild: Hurler

Plus Der Streit um den Ausbau der Verbindungsstraße zwischen Donaumünster und Rettingen dauert an. Was die Anlieger nun von der Politik fordern.

Ein deutlich sichtbares Signal an die politisch Verantwortlichen in Tapfheim haben zahlreiche Anlieger und Grundstückseigentümer der Ortsverbindungsstraße von Donaumünster nach Pfaffenhofen gesendet. „Keine Kreisstraße durch Donaumünster- Rettingen“, so die Forderung der betroffenen Bürger auf einem großen Banner im Rahmen einer Ortsbegehung. Stattdessen fordern die Bürger die vom Bund Naturschutz favorisierte „Sanfte Sanierung“ der bestehenden Straße, wie es in einer Pressemitteilung heißt.

Eigentümer befürchten Verschlechterung der Hochwassersituation

Wie mehrfach berichtet, planen die Gemeinden Tapfheim und Buttenwiesen die Ortsverbindungsstraße auszubauen, um sie anschließend zur Kreisstraße aufzustufen. Bei der Umsetzung des derzeitigen Planungsstandes würde ein bis zu 25 Meter breites Band das Donau-Ried zerschneiden, argumentieren die Gegner des Vorhabens. Außerdem befürchten die Eigentümer die Verschlechterung der Hochwassersituation von über 400 Grundstücken, so jedenfalls das Ergebnis eines Gutachtens, das die beiden Gemeinden in Auftrag gegeben haben.

Bereits 2017 hatten sich 98 Prozent der betroffenen Bürger gegen das Gemeindevorhaben ausgesprochen und eine entsprechende Unterschriftenliste Tapfheims Bürgermeister Karl Malz überreicht. „Seit dieser Zeit warten wir vergebens auf die vom Bürgermeister versprochene Informationsveranstaltung für die Betroffenen“, kritisieren die Anlieger Malz. Dieser hatte im März angekündigt, erst nach Abschluss der Planungen und nach Erhalt des wasserrechtlichen Genehmigungsbescheides des Landratsamt Donau-Ries mit Informationen an die Öffentlichkeit und die betroffenen Anlieger zu treten.

Anlieger kritisieren Bürgermeister Karl Malz

„Bürgermeister Malz will uns vor vollendete Tatsachen stellen“, so die einhellige Meinung der Anlieger. Sie mahnten diesen, „die Rechnung nicht ohne den Wirt zu machen“, denn unter diesen Voraussetzungen werde man den für den Ausbau benötigten Grund und Boden auf gar keinen Fall der Gemeinde zur Verfügung stellen: „Ein „Durchdrücken der Straße gegen den Willen der Anlieger und Grundstückseigentümer werde man nicht hinnehmen“, so die Bürger an die Adresse des Bürgermeisters und kritisierten, dass wichtige Informationen hinsichtlich der Verschärfung der Hochwassersituation nach wie vor von der Gemeindeverwaltung unter Verschluss gehalten und nicht veröffentlicht würden.

Erschwerend komme für die Anlieger von Rettingen und Donaumünster eine Verkehrszunahme durch die Neutrassierung der Strecke hinzu, wie ein von der Gemeinde in Auftrag gegebenes Gutachten attestiert. „Man muss davon ausgehen, dass nach Aufstufung der Strecke zur Kreisstraße in den Navigationsgeräten sowohl Pkw als auch Schwerlastwagen automatisch auf diese Trasse gelotst werden – sehr zum Nachteil der Anlieger“.

Mandatsträger für die Unterstützung der Bürgerinitiative gewinnen

„Auf der einen Seite versucht man die B16 mittels Umfahrungstrasse aus Donaumünster und Erlingshofen zu bringen, andererseits zieht man den Verkehr vorsätzlich wieder in die Dörfer, wenn man die Trasse zur Kreisstraße aufstuft“, so die Befürchtung der Anwesenden.

Um den Widerstand gegen die derzeitige Planung zu verstärken und die Forderung nach der „Sanften Sanierung“ der Trasse zu forcieren, beschlossen die Anwesenden die Gründung einer Bürgerinitiative. Als erste Aktion sollen nun die Gemeinderäte der betroffenen Ortsteile kontaktiert werden, um die Mandatsträger für die Unterstützung in dieser Angelegenheit zu gewinnen. (pm)

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