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Kirche

28.07.2020

Sympathisch, ehrlich, vertrauensvoll

Im Fahnenspalier der Ortsvereine verabschiedeten Gottesdienstbesucher und Gemeindevertreter Pfarrer Ivan Novosel (rechts): Organisationsleiter Hans Ewig, Bürgermeister Martin Paninka, Zweiter Bürgermeister Andreas Mayer, Kirchenpfleger Reiner Mayer und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marlene Hammer (von links).
Bild: Walter Ernst

Pfarrer Ivan Novosel prägte die vergangenen Jahre in Bäumenheim und Oberndorf. Nun wird er verabschiedet

Eine gute Atmosphäre war Pfarrer Ivan Novosel während seines Wirkens in Asbach-Bäumenheim immer wichtig und diese gute Atmosphäre spiegelte sich beim Abschiedsgottesdienst in der Pfarrkirche Maria Immaculata wider. Durch das Fahnenspalier der Ortsvereine hindurch ging der Geistliche mit dem kirchlichen Dienst ein letztes Mal und schon zu Beginn des Gottesdienstes benötigte seine Stimme Stärkung, denn ganz emotionslos konnte auch der Pfarrer seinen Abschied nicht bewältigen.

Coronabedingt konnte die Pfarrkirche natürlich nicht voll belegt sein, wobei der Gottesdienst in feierlicher Weise von einem Frauenquintett mit Zwischengesängen und Orgelspiel musikalisch bereichert wurde. Seine letzte Predigt widmete Novosel nicht seinem Abschied, sondern nahm Bezug auf die Lesung, in der Gott König Salomon zur Bitte um Erfüllung aufforderte. Nicht langes Leben oder Reichtum seien erstrebenswert, vermittelte der scheidende Geistliche, sondern mit einem bittenden und hörenden Herz könne der Mensch seine Berufung und seine Aufgabe gegenüber Gott erkennen.

Gedanklich können die Predigtworte von Pfarrer Novosel, 68, auch auf seine Entscheidung übertragen werden, ab 1. September in den Ruhestand zu treten. Vor 15 Jahren übernahm er die Pfarrei Asbach-Bäumenheim und war seit 2008 auch Pfarrer für die Pfarrei St. Nikolaus in Oberndorf und die Filialkirche St. Margareta in Eggelstetten. Mit dem Eintritt in den Ruhestand zieht es Novosel wieder zurück in ein Eigenheim in seiner kroatischen Heimat Zagreb.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge skizzierte Bäumenheims Bürgermeister Martin Paninka die Beliebtheit eines sympathischen, emotional ehrlichen und vertrauensvollen Geistlichen, dessen Wesen mit Humor und liebender Art gepaart ist. Er wolle keine klassische Laudatio abgeben, sagte der Rathauschef, aber seine persönlich geschilderten Anekdoten ließen sowohl Kirchenbesucher als auch Pfarrer schmunzeln und lachen. „Es verdient höchsten Respekt“ würdigte das Gemeindeoberhaupt die vielfältige Aufgabenerfüllung und das Engagement für die Pfarrei und Gemeinde.

Kirchenpfleger Reiner Mayer übergab in einem großen Erinnerungsband des gesamten Pfarrverbandes bildliche Stationen des seelsorglichen Wirkens an Pfarrer Novosel. „Nicht rumwursteln, sondern Pakte machen“ seien die Vorgaben des Geistlichen an die Kirchenverwaltung gewesen, und so sorgte der Pfarrer für die Deckung der Finanzierungslücken. Gemeinsam sei viel auf den Weg gebracht worden, sagte der Kirchenpfleger.

Die gute, von Novosel geschaffene Atmosphäre, griff Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marlene Hammer auf und sah darin den Grund, dass der beliebte Pfarrer „einer von uns wurde und es auch bleiben wird“. Die Sorge um ein konstruktives Miteinander aller kirchlichen Gruppen zeichnete ihn nach Auffassung der Vorsitzenden aus. Auch die Ministranten reihten sich in den Kreis der Verabschiedenden ein und gaben ihrem Pfarrer einen Bildband mit auf die Reise.

„Sie haben mich zu viel gelobt“ meinte Pfarrer Ivan Novosel in seinen Dankesworten, die er an Gott, alle kirchlichen Gruppierungen, Verbände und Mitarbeiter, Kindergarten, Schule, Gemeinde und Vereine richtete. Er wünschte allen eine gute Zeit und eben eine gute Atmosphäre. „Der Herr segne und behüte Dich“ – im Gesang fasste die Frauenschola musikalisch zusammen, was die Gottesdienstbesucher persönlich ihrem scheidenden Ortspfarrer unter den Klängen des Musikvereins Asbach-Bäumenheim mit auf den Weg geben konnten.

Auch in der Pfarrei St. Nikolaus in Oberndorf mit der Filialkirche St.Margareta in Eggelstetten wurde Novosel verabschiedet. Nach dem von den Damen des Kirchenchores umrahmten Gottesdienst übernahm Kirchenpfleger Manfred Keller den Rückblick auf die zwölfjährige Tätigkeit Novosels. Er hob dabei vor allem die verschiedenen Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche sowie seine vielfältigen pastoralen Verdienste in der Pfarrei hervor. Bürgermeister Franz Moll sprach dem scheidenden Ortsgeistlichen den Dank der politischen Gemeinde für die stets gute und harmonische Zusammenarbeit aus. Anschließend dankte Oberministrant Florian Hofmann für Novosels Engagement für die Ministranten, wobei er vor allem das Ermöglichen der Ministrantenwallfahrt nach Rom hervorhob. Nach der Abschiedsmesse erwartete den Geistlichen dann ein Überraschungsständchen der Trachtenkapelle Oberndorf. In Eggelstetten sprach Pfarrgemeinderatsvorsitzende Daniela Dirr die Dankesworte und betonte die stets gute Zusammenarbeit mit allen Gremien der Pfarrei. Besonders freute sich Novosel, als ihn am Ausgang der Kirche alle seine ehemaligen Eggelstetter Ministranten mit einem Rosenspalier verabschiedeten. (erwa, dz)

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