Newsticker
Merkel kann mit Scholz im Kanzleramt "ruhig schlafen"
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Tagmersheim-Blossenau: Kanal-Finanzierung: Blossenauer fühlen sich benachteiligt

Tagmersheim-Blossenau
08.10.2021

Kanal-Finanzierung: Blossenauer fühlen sich benachteiligt

In Blossenau fanden zuletzt umfangreiche Baumaßnahmen statt.
Foto: mev

Art der Finanzierung des neuen Abwassersystems stößt in Blossenau auf Kritik. Sogar eine mögliche Ausgemeindung wird zum Thema.

Großbaustelle, Dorferneuerung und Abwassergebühren – diese Themen werden im Tagmersheimer Ortsteil Blossenau gerade heiß diskutiert. Seit Ende August ist das neue Abwasserkanalsystem fertiggestellt. Wie es nun weitergeht, ist derzeit unklar. Die Bauarbeiten für die anstehende Dorferneuerung sollten ursprünglich unmittelbar an das Kanal-Projekt anschließen. Allerdings sind Arbeiten noch nicht ausgeschrieben. Für Unruhe sorgt aber vor allem der aktuelle Gemeinderatsbeschluss über die neue Abwassergebührenordnung.

Zu einem Dämmerschoppen kommen 92 Bürgerinnen und Bürger des Orts

Deshalb organisierte eine Gruppe von Blossenauer Bürgern zusammen mit den örtlichen Gemeinderäten Lothar Behringer und Tatjana Weber einen politischen Dämmerschoppen. Zu diesem kamen 92 Blossenauer. Das sind über 40 Prozent der Wahlberechtigten in dem 300-Einwohner-Ortsteil.

Lothar Behringer erläuterte zunächst den aktuellen Stand zum geplanten Nahwärmenetz in Blossenau. Im Moment nehmen 65 Haushalte daran teil, die Tendenz sei steigend. Schon jetzt gebe es genügend Zusagen, um am 15. Oktober die Genossenschaft zu gründen.

Tagmersheim und Blossenau bilden bei den Abwassergebühren jetzt eine Einheit

Großes Interesse fanden die Informationen zum Gemeinderatsbeschluss, mit dem eine gemeinsame Abwassersatzung für Tagmersheim und Blossenau beschlossen wurde. Die Situation ist diese: In Blossenau wurde die Abwasserkanalisation auf ein Trennsystem umgestellt. Das heißt: Schmutz- und Regenwasser werden getrennt voneinander gesammelt. Die Baukosten tragen – abzüglich der staatlichen Zuschüsse – die Blossenauer über Verbesserungsbeiträge.

2018 hatten sich die Blossenauer und die Gemeinde Tagmersheim darauf verständigt, dass im Ortsteil ein modernes Trennsystem entsteht und dafür eine eigenständige Abwassersatzung bekommt. Aufgrund des aktuellen Gemeinderatsbeschlusses ergibt sich aus Sicht der Gruppe um Behringer und Weber nun eine völlig neue Situation für Blossenau. Zukünftig gibt es auch eine gemeinsame Abwassergebühr für Tagmersheim und Blossenau. Dies bedeutet, so wurde in der Veranstaltung dargelegt, dass die Blossenauer Bürger doppelt so hohe Abwassergebühren bezahlen, wie wenn sie eigenständig geblieben wären.

Lesen Sie dazu auch

Deshalb fühlen sich Blossenauer durch den Beschluss des neuen Gemeinderats massiv benachteiligt. Sämtliche zukünftige Investitionen und Sanierungen, welche in Tagmersheim nötig sein werden, würden die Blossenauer über die Abwassergebühr und Verbesserungsbeiträge mitbezahlen müssen. Wie Behringer erklärte, hätten er und Tatjana Weber einen Ausgleich vorgeschlagen, der aber abgelehnt worden sei.

Beschluss des Gemeinderats soll rechtlich geprüft werden

Der Vorstoß Behringers, den Gemeinderatsbeschluss rechtlich prüfen zu lassen (wir berichteten), stieß bei den Anwesenden auf einhellige Zustimmung. Man hoffe nun auf einen konstruktiven Dialog auf politischer Ebene, sagte Behringer.

Falls es kein Entgegenkommen seitens der Gemeinde gebe, wäre der nächste Schritt, eine Bürgerinitiative zu gründen, welche die Möglichkeiten einer Ausgemeindung prüfe, kündigte das Ratsmitglied an. (mev/wwi)

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.