Newsticker

Bundesregierung erklärt fast ganz Österreich und Italien zu Risikogebieten
  1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Tanzhaus: Der Abriss wird wahrscheinlicher

Donauwörth

07.04.2019

Tanzhaus: Der Abriss wird wahrscheinlicher

Das Tanzhaus (links) wird wohl abgerissen und neu gebaut werden. Das ist laut Oberbürgermeister Armin Neudert die Tendenz, die sich aus dem Workshop der Stadträte am Samstag ergeben hat.
Bild: Foto: Barbara Würmseher

Am Samstag traf sich der Donauwörther Stadtrat zur intensiven Diskussion. An deren Ende stehen ein deutliches Stimmungsbild und ein gemeinsamer Nenner.

Es war eine intensive, rund sechs Stunden dauernde Diskussion, in der sich am Samstag der nahezu vollzählige Donauwörther Stadtrat mit dem Thema Tanzhaus auseinander gesetzt hat. Am Ende steht nun ein ganz klares Stimmungsbild, das Oberbürgermeister Armin Neudert gestern im Gespräch mit unserer Zeitung so beschrieb: „Die eindeutige Tendenz im Stadtrat geht zu Abriss und Neubau des Tanzhauses.“ Die viel diskutierte Sanierung des bestehenden Gebäudes scheint damit vom Tisch zu sein. Trotz des Aspekts, dadurch den Anspruch auf Zuschüsse aus dem Topf der Städtebauförderung zu verlieren.

Alle weiteren Details werden nun am kommenden Donnerstag in der Stadtratssitzung im Rathaus um 17 Uhr öffentlich vorgestellt. Daran gebunden ist zunächst keine Beschlussfassung. Die soll dann erst in einer öffentlichen Sondersitzung am 7. Mai (17 Uhr) erfolgen, wenn es unter anderem auch um eine Machbarkeitsstudie geht.

Im Vorfeld der Klausurtagung hatten die Fraktionen ihre Vorstellungen und Standpunkte formuliert und der externen Fachagentur „Empirica“ zukommen lassen. Ein Vertreter dieses Büros moderierte den Workshop in der Städtischen Musikschule am Samstag, bei dem es ausschließlich um ein Thema ging: das Tanzhaus.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Mit dem Ergebnis zeigt sich OB Neudert sehr zufrieden. „Wir sind ein gutes Stück weiter gekommen“, bestätigte er gestern auf Anfrage der DZ. „Wir haben eine Basis gefunden, die von allen getragen wird.“

Neben der grundsätzlichen Haltung, dass ein Abriss wohl besser ist, als eine Sanierung, erstreckt sich diese Übereinstimmung sämtlicher Fraktionen laut Neudert auch auf einige weitere Punkte.

Stadtsaal soll bleiben

So seien alle einhellig der Auffassung, dass ein Stadtsaal beziehungsweise multifunktioneller Veranstaltungsraum am bestehenden Standort in der Reichsstraße bleiben soll. Die Stadt will diesen in Eigenregie betreiben. Auch wollen alle, dass dann im neuen Tanzhaus Städtische Service-Einrichtungen für Tourismus und Kultur untergebracht werden sollen. Dies diene der Belebung der Innenstadt.

Kein Einzelhandel

Von Einzelhandelsflächen im Tanzhaus möchten die Stadtpolitiker hingegen absehen, um nicht in Konkurrenz zu den bestehenden Geschäften zu treten. Auch haben sich – nach Informationen Neuderts – alle Parteien dagegen ausgesprochen, die Städtische Musikschule dort unterzubringen. Diese Möglichkeit sei am Samstag diskutiert worden. Musikschulleiter Josef Basting fühle sich aber in der Jennisgasse bestens untergebracht, wie der OB sagte.

Damit sind aber wohl die Einigkeiten unter den Fraktionen auch schon am Ende. Offen bleibt eine Vielzahl an Details und Variationen, die am Samstag wohl zur Sprache gekommen sind, aber erst am Donnerstag öffentlich vorgestellt werden sollen.

Zu klären bleibt in der Tat noch vieles: Wie sieht die finanzielle Seite aus, wie die Wirtschaftlichkeit? Was ist zu einer möglichen Nutzung als Ärztehaus zu sagen? Wie sieht es mit Gastronomie aus? Welche Lösung wird für die Parkplatzsituation angestrebt? Welcher Zeitplan ist sinnvoll und realistisch? Was wird aus dem Gedanken, eine zusätzliche Stadthalle zu schaffen? ... Fragen über Fragen, um die es am Donnerstag gehen soll.

Übergangslösung: Mehr als sechs Veranstaltungen

Eine gute Nachricht hat Oberbürgermeister Neudert aber schon jetzt an die Bürger: Bis zum Beginn der konkreten Baumaßnahme soll eine Übergangslösung geschaffen werden. Schon jetzt hat die Stadt ja das an sich geschlossene Tanzhaus für bis zu sechs Veranstaltungen pro Jahr geöffnet. Zuletzt fanden bekanntlich das Frühjahrskonzert der Stadtkapelle und der Ostermarkt dort statt.

Mithilfe eines Brandschutzkonzepts und einigen Nachbesserungen baulicher Art – etwa Brandschutztüren – will die Stadt erreichen, dass es für derartige Veranstaltungen keine Begrenzung gibt. Doch auch hier stehen zunächst Prüfungen an: Welche Kosten entstehen durch die Brandschutzertüchtigungen und sind sie damit sinnvoll im Hinblick auf ein möglicherweise komplett neues Tanzhaus? Es bleibt spannend.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren