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Hochwasserschutz

30.01.2019

Tapfheim wehrt sich weiter gegen ein Überschwemmungsgebiet

Der Gemeinderat ist mit der Interessensgemeinschaft Rettingen einig: Beide lehnen das vom Wasserwirtschaftsamt festgesetzte Überschwemmungsgebiet für Rettingen konsequent ab. 

Die Gemeinde ruft die Bürger zum aktiven Protest gegen das geplante Überschwemmungsgebiet in Rettingen auf. Warum das Thema jetzt wieder hochkocht.

Der Beschluss ist kurz, aber bündig: Die Gemeinde Tapfheim lehnt das vom Wasserwirtschaftsamt (WWA) für Rettingen festgesetzte Überschwemmungsgebiet weiter ab. „Damit wollen wir ein Signal setzen und unsere Bürgerschaft zum aktiven Protest aufrufen“, sagt Bürgermeister Karl Malz. Der Gemeinderat steht geschlossen hinter der ablehnenden Haltung und will nun seine Trümpfe ausspielen.

Seit vielen Jahren kämpft die Interessengemeinschaft (IG) Rettingen gegen die Festsetzung. Deren Sprecher und Gemeinderat Karl-Philipp Sauter (CSU) nutzte die jüngste Sitzung des Gemeinderats, um Unverständnis und Verärgerung zu äußern: „Wenn Unrecht zu Recht wird, ist Widerstand Pflicht.“ Sauter erinnerte daran, dass Rettingen seit 1891 von einem Damm geschützt sei, „der seinerzeit von den Menschen in Rettingen bezahlt wurde“. Dass diese Einstufung als „historisch geschütztes Land“ von den Behörden nicht anerkannt werde, sei unglaublich.

Der Tapfheimer Ortsteil Rettingen war nach ersten Widerständen zunächst „vorläufig gesichert“ worden. Diese Sicherung ist nun ausgelaufen. „Nun hat das Wasserwirtschaftsamt freie Hand.“ Bürgermeister Karl Malz äußerte sich enttäuscht, berichtete aber gleichzeitig von zahlreichen Gesprächen. Eines davon habe auch im Landratsamt in Donauwörth stattgefunden. Dabei habe der von der IG und der Kommune beauftragte Rechtsanwalt Ludwig Seitz (Kanzlei Labe & Partner) aus München einmal mehr betont, dass mutwillig Existenzen aufs Spiel gesetzt würden.

Der Jurist hat sich zwischenzeitlich mehrmals mit dem Bürgermeister beraten. Gutachten, für teures Geld von der Kommune in Auftrag gegeben, blieben bislang in den Schubladen. Nun soll es, auf Anraten von Seitz, eingereicht werden. Gleichzeitig drängt Malz auf einen Termin im bayerischen Umweltministerium. Er setzt dabei auf die Inhalte der bislang zurückgehaltenen Gutachten.

Der Bürgermeister will auch die Bürgerschaft aktivieren. Für sie liegen die Pläne des Wasserwirtschaftsamtes demnächst öffentlich aus. Karl-Philipp Sauter forderte ein Gesamtkonzept, „auch unter Berücksichtigung der geplanten Poldermaßnahmen am Oberlauf der Donau“.

Auf Nachfrage von Leonhard Kleinle (Alternative/Die Linke) erklärte Sauter, dass die derzeitige Diskussion um einen Hochwasserschutz im benachbarten Mertinger Ortsteil Heißesheim mit jener in Rettingen nicht vergleichbar sei. Dort gehe es um Schutzmaßnahmen, „wir aber sollen komplett geflutet werden“. Da sprechen wir über eine „Absiedelung“.

Gespräch im Umweltministerium

Dass der Beschluss kurz ausfiel, hat nach Auffassung von Bürgermeister Karl Malz Gründe: „Die Argumente gegen die Festsetzung als Überschwemmungsgebiet füllen mehrere Ordner.“ Deshalb wolle man das Gespräch im Umweltministerium.

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