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Donauwörth

16.01.2019

Teilen statt Wegwerfen: Initiative startet in Donauwörth 

Setzen sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein: Katrin Gleißner (links) aus Donauwörth und Marina Deisenhofer aus Wertingen<b>.</b>
Bild: Dorina Pascher

Zwei junge Frauen retten übrig gebliebene Lebensmittel aus Betrieben. Wie jeder von „Foodsharing“ profitieren kann.

Rund elf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Mülleimer. Dafür gibt es viele Gründe: Gemüse, das nicht rechtzeitig verzehrt wurde. Brot, das der Bäcker nicht verkaufen konnte. Oder Wurst, die in der Theke vom Metzger liegen blieb. Marina Deisenhofer aus Wertingen kennt das Problem. Die 26-Jährige half während ihrer Ausbildung öfters im Lebensmittelladen der Schwiegermutter aus. Sie verkaufte Bio-Käse und Milchprodukten an Wochenmärkten in Neusäß, Neuburg und Untermeitingen. Doch am Ende des Tages mussten sie mit einer Ladung nicht-verkaufter Produkte wieder zurückfahren. „Da sieht man erst, wie viele Lebensmittel übrig blieben“, sagt Deisenhofer. „Und das, obwohl der Laden recht klein ist.“

Als kaufmännische Mitarbeiterin beim Holzzentrum Burger in Asbach-Bäumenheim hat sie eigentlich wenig mit Lebensmitteln zu tun. Aber die vielen Nahrungsmittel, die weggeworfen wurden, besorgten die 26-Jährige. „Ich dachte mir: Ich kann doch nicht die Erste sein, die dieses Problem sieht.“ Im Internet stieß sie auf die Initiative „Foodsharing“ (zu Deutsch: Essen teilen). Die Organisation ist ein deutschlandweit agierendes Netzwerk.

An dem „Fair-Teiler“ kann sich jeder bedienen

Es gibt viele Möglichkeiten, wie das Essen gerettet und verteilt werden kann. Wer übrig gebliebene Lebensmittel hat, der kann einen „Essenskorb“ erstellen und ihn auf die Plattform haben. Voraussetzung ist, dass man bei „Foodsharing“ registriert sein muss. Eine andere Möglichkeit wird nun in Donauwörth installiert: ein sogenannter „Fair-Teiler“. Das ist ein Kühlschrank, bei dem jeder Lebensmittel, die er nicht mehr braucht reinstellen kann.Wiederum dürfen sich alle an den Produkten bedienen. Auch ohne bei „Foodsharing“ registriert zu sein. Ob Essen teilen oder mitnehmen: Jeder kann den „Fair-Teiler“ nützen. Nicht nur, wer bedürftig ist. „Es geht vielmehr darum, die Lebensmittel vor dem Wegwerfen zu schützen als sich Geld zu sparen“, sagt Deisenhofer. „Foodsharing“ ist keine Konkurrenz zur Tafel, betont die 26-Jährige. Denn die Tafel ist ein Lebensmittelbetrieb. Bei „Foodsharing“ agiert man aber als Privatperson. Katrin Gleißner aus Donauwörth ist in Lüneburg auf das Prinzip des „Foodsharing“ gestoßen – und war sofort begeistert. „Viele denken, allein kann man nichts erreichen“, sagt die 31-Jährige. „Doch irgendjemand muss sich mal den Hut aufsetzen und diese Initiative starten.“ Momentan ist Gleißner auf der Suche nach Betrieben in der Region, die am „Foodsharing“ teilnehmen. Von dort könnte man die Lebensmittel holen, die sonst in den Abfalleimer landen. Mit einem Restaurant ist die Donauwörtherin bereits im Gespräch. „Die fanden das Prinzip schon gleich richtig gut“, sagt die 31-Jährige.

Wie es nun weitergeht? Die beiden jungen Frauen hoffen, dass heute Abend viele Interessierte an dem Informationstreffen im „Haus der Begegnung“ teilnehmen. Gleißner hofft auf Unterstützung der Initiative: „Es wäre schön, wenn wir fünf Leute finden würden, die gemeinsam mit uns gegen die Lebensmittelverschwendung aktiv werden.“

Informationstreffen Wie kann ich gegen Lebensmittelverschwendung aktiv werden? Katrin Gleißner und Marina Deisenhofer stellen das Prinzip von „Foodsharing“ vor. Wer interessiert ist, kann heute Abend, 16. Januar, um 19 Uhr im Haus der Begegnung an der Veranstaltung teilnehmen.

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