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Donauwörth 

08.08.2019

Tiefgarage im Tanzhaus ist einsturzgefährdet

Das Tanzhaus steht seit 2013 leer, der Saal kann aktuell nur sechsmal im Jahr genutzt werden. Nun ist klar: Sollte im Saal ein Feuer ausbrechen, wäre die Statik des ganzen Hauses unsicher. Dann könnte die Tiefgarage schlimmstenfalls zur tödlichen Falle werden.

Plus Im Falle eines Brandes könnte die Decke der Tiefgarage einstürzen. Ab Montag sind die Parkplätze gesperrt. 

Im Fall eines Brandes im Tanzhaussaal könnte die Tiefgarage zu einer tödlichen Falle werden. Das ist das Ergebnis einer statischen Untersuchung des Gebäudes.

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Die Gefahr sei zwar „abstrakt“, heißt es in der Einschätzung des städtischen Bauamtes. Doch die Konstruktion verschiedener Decken sowie die Tatsache, dass im Tanzhaussaal keine Brandmeldeanlage installiert ist, lassen bei der Verwaltung die Alarmglocken schrillen. Um keine Gefahr einzugehen, wird deshalb die Tiefgarage des Tanzhauses ab kommenden Montag gesperrt. Bereits ab diesem Freitag werden die Autofahrer darauf hingewiesen.

Das Ingenieurbüro Kandler aus Donauwörth hatte die Aufgabe zu prüfen, was eine Sanierung des Tanzhauses kosten würde. Im Zuge dessen wurde auch die Statik der Bauteile ermittelt. Dabei wurde klar, dass eine Zwischendecke über der Küche so konstruiert ist, dass sie bei einem Feuer maximal 30 Minuten standhält und dann einstürzen würde. Die Decke über dem Saal habe eine Brandwiderstandsdauer – so der Fachbegriff – von etwa 60 Minuten.

Tiefgarage im Tanzhaus ist einsturzgefährdet

Herabfallende Bauteile können Autofahrer gefährden

Problem: Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass das Feuer auf die kritische Zwischendecke übergreift. „Die weiteren, statischen Folgen für die darunter liegenden Geschossdecken sind nicht absehbar“, erläutert Bernd Fischer vom Stadtbauamt den Stadträte, die am Donnerstagnachmittag zu diesem Thema zu einem Ferienausschuss zusammengekommen waren. Und weiter: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Decke des ersten Untergeschosses, (= erstes Tiefgaragengeschoss) statisch den Belastungen von oben herabfallenden Bauteilen nicht gewachsen ist und somit nachgibt und Nutzer der Tiefgarage hiervon erheblich gefährdet werden können.“ Sprich: Wenn es oben brennt, dann könnte es in der Tiefgarage lebensbedrohlich werden.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sei die Gefahr durch Rauch, der über Lüftungsrohre und Leitungen in die Tiefgarage strömt. Das sei zwar eine „erheblich abstrakte Gefahr“, so Fischer. Doch es könne nicht ausgeschlossen werden.

Dass der Brandschutz im Tanzhaus mangelhaft ist, ist bei weitem keine Neuigkeit. Oder wie es Stadtrat Manfred Hofer (EBD) sagte: “Das Tanzhaus ist einfach ein Riesenproblem.“ Fluchtwege, entsprechende Türen und Fenster und auch eine heutzutage notwendige Brandmeldeanlage für Veranstaltungsstätten sind dort nicht verbaut. Deshalb kann das Haus an sich nicht genutzt werden.

Sanierung des Brandschutzes kostet mindestens 600.000 Euro

Um das Tanzhaus wieder regulär zu öffnen, müsste die Stadt laut Gutachten des Büros Kandler mindestens 605000 Euro investieren. Angesichts dieses Betrages wird nun überlegt, ob nicht die Neudegger Sporthalle zur Sport- und Veranstaltungshalle ausgebaut wird. Allerdings ist noch nicht ermittelt, wie das kostet. Die Stadträte votierten einstimmig dafür, dass der Brandschutz nicht ertüchtigt wird – zumal sich langsam eine Mehrheit abzuzeichnen scheint, die für einen Abriss des Hauses sind. Diese Entscheidung ist allerdings noch nicht gefallen.

Bei den aktuell sechs möglichen Ausnahmen pro Jahr ist die Feuerwehr Donauwörth mit sechs Einsatzkräften vor Ort und kompensiert die baulichen Mängel. Das könne auch weiterhin so funktionieren, Stadtbrandinspektor Zobel habe zugesagt, die neuen Gefahren durch mehr Personal vor Ort auszugleichen. Günther Schwendner (SPD) plädierte dafür, auch diese sechs Ausnahmen nicht zu erlauben. „Für mich ist das ein Risiko, das zu groß ist“, sagte angesichts der aktuellen Erkenntnisse über die Statik. Auch Josef Reichensberger (JB) machte klar, dass er lieber darauf verzichten würde, denn wenn trotz Vorkehrungen etwas passiere sei die Stadt in der Haftung. „Das möchte ich lieber nicht riskieren.“ Die Mehrheit der Stadträte aber votierte dafür, auch 2020 sechs Veranstaltungen mit maximal 400 Personen im Saal des Tanzhaus umzusetzen.

Sanierung kostet 3,2 Millionen Euro

Unterdessen ist nun klar, was eine Sanierung des Tanzhauses an sich kosten würde. 3,2 Millionen Euro schätzen die Experten grob, müssten investiert werden, um das Haus auf den neuesten Stand zu bringen. Nicht berücksichtigt sind Kosten für die Haustechnik. Das Gutachten des Architekturbüros Bettina Kandler und des Ingenieurbüros Kandler aus Donauwörth haben diese Voruntersuchung unabhängig davon gemacht, für was das Haus am Ende überhaupt genutzt werden soll.

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