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Genderkingen/Marxheim

05.06.2015

Trinkwasser muss ständig desinfiziert werden

Foto: Herbert Liedel

Landesuntersuchungsamt verteidigt Einsatz von Chlordioxid am Werk in Genderkingen.

Über den Wirtschaftsraum Fränkische Wasserversorgung (WFW) werden rund 1,2 Millionen Menschen von Marxheim im Landkreis Donau-Ries bis in den Großraum Nürnberg und darüber hinaus nach Unterfranken und Oberfranken mit Trinkwasser aus drei Brunnen bei Genderkingen versorgt. Zu den von Marxheimer Medizinern und dem dortigen Bürgermeister erhobenen Vorwürfen, der Versorger füge seit geraumer Zeit Chlor zum Wasser hinzu (DZ berichtete), bezieht nun das Landratsamt Donau-Ries in einer Pressemitteilung Stellung.

Darin heißt es, dass schon früher jahrelang zur Vorbeugung möglicher Verkeimungen eine Transportchlorung des Trinkwassers stattgefunden habe. Wegen Widerständen in der Bevölkerung gegen eine Dauerchlorung – vorwiegend im Nürnberger Raum, aber auch in Marxheim – sei im Jahr 2011 vom Fränkischen Wasserversorger der Wunsch geäußert worden, auf die Desinfektionsmaßnahmen zu verzichten. „In enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt wurde daraufhin die Chlorung eingestellt“, berichtet nun die Behörde aus Donauwörth. Ergebnisse umfangreicher Wasserproben hätten diese Vorgehensweise unter engmaschiger Überprüfung des Trinkwassers zugelassen. Es sei im Brunnenbereich nur zu gelegentlichen geringen und tolerablen Verkeimungen mit erhöhten Koloniezahlen oder coliformen Keimen gekommen, die durch umgehende Kontrolluntersuchungen aber nie bestätigt wurden.

Im Verlauf der weiteren Jahre sind dem Landratsamt Donau-Ries zufolge entlang der Wasserleitung in den Räumen Pleinfeld und Schwabach/Nürnberg „mehrere Befundverschlechterungen“ aufgetreten , die zwischenzeitlich Sanierungsmaßnahmen in den dortigen Hochbehältern erforderlich machten. In diesem Rahmen sei jetzt auch das Brunnengebiet in Genderkingen mit Fachpersonal des Bayerischen Landesuntersuchungsamtes (LGL) überprüft worden. Die Untersuchungen hätten ergeben, dass der Bereich der drei Brunnenfassungen in Genderkingen durch Oberflächenwasser, zum Beispiel bei Starkregenfällen oder Überschwemmungen, und Uferfiltrate von Donau und Lech „negativ beeinflusst“ wird. Vom LGL werde deshalb eine Dauerdesinfizierung des Trinkwassers für notwendig erachtet, die zukünftig mit Chlordioxid statt wie bisher mit Chlorbleichlauge erfolgen soll, heißt es in der Mitteilung weiter.

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Hierdurch seien für die Bevölkerung geringere Geruchsbeeinträchtigungen als bisher und weniger Chlor-Nebenprodukte wie Chloramine und Trihalogenmethan zu erwarten. Die Notwendigkeit eventuell weiterer zusätzlicher Maßnahmen – etwa Veränderungen im Baumbewuchs entlang der Brunnenrohre in den letzten 40 Jahren – werde durch ein vom WfW in Auftrag gegebenes externes Gutachten sowie durch die Beurteilung vom LGL und dem Landesamt für Umwelt zusätzlich überprüft. Da es sich um ein großflächiges Naherholungsgebiet in naturbelassener Auwaldregion mit hohem Erholungswert handelt, sollen mögliche Eingriffe in den Bewuchs so gering wie möglich und in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde erfolgen, heißt es aus dem Landratsamt.

Im Vordergrund stehe die Sicherheit der Bevölkerung, „sodass nach einer Güterabwägung auf die künftige Dauerchlorung des Trinkwassers nicht verzichtet werden kann“. (pm)

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