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Rauhnächte

05.01.2019

Über eine magische Zeit

Ulrike Mommendey erzählt von den Rauhnächten.
Bild: Manfred Dittenhofer

Warum die Tage von Weihnachten bis Dreikönig so bedeutend für das neue Jahr sind. Ulrike Mommendey macht Brauchtum im B+ Zentrum Blossenau erlebbar

Draußen braust der Wind ungemütlich und bläst den Regen nasskalt ins Gesicht. Doch warmes Kerzenlicht leitet die Besucher ins B+ Zentrum nach Blossenau, wo unzählige Windlichter eine heimelige Atmosphäre im B+ Leben-Saal zaubern. Dort hat die Geschichtenerzählerin Ulrike Mommendey Platz genommen, um ihre Zuhörer an diesem Abend in die magische Zeit zwischen den Jahren zu entführen – in die geheimnisvollen Rauhnächte.

Die professionelle Erzählerin aus Neuburg lässt diese Zeit lebendig werden. Sie erzählt frei, setzt ihre Stimme, Mimik und Gestik pointiert und mit Hingabe wie eine Schauspielerin ein. Ihre Erzählung untermalt sie ganz fein mit Zither, Sansula und anderen Instrumenten. Die Zuhörer werden zu Theaterbesuchern und sind mitten drin in der geheimnisvollen Welt der Rauhnächte.

Die Rauhnächte kommen aus germanischer Tradition und waren für unsere Vorfahren heilige Nächte. In den zwölf Nächten vom 25. Dezember (Mitternacht) bis 5. Januar (24 Uhr) wurde möglichst nicht gearbeitet, sondern wahrgenommen und in der Familie gelebt. Es die Zeit des Übergangs, der Neu- und Wiedergeburt, also auch die Zeit der Auf- oder Abrechnung über die Taten des vergangenen Jahres. Was einem dieser Tage oder Nächte begegnet, passiert oder als Idee einfällt, kann sich im entsprechenden Monat erfüllen.

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Frau Holle (oder auch die Holde) gilt als die Schutzpatronin dieser Tage. Sie hat den Ruf, Richterin über Gut und Böse zu sein und Hüterin über die Anlagen der Menschen, die ihre Talente nutzen und schlechte Angewohnheiten ablegen sollen. Dies wird unterstützt durch die Anwendung vieler Kräuter wie Weihrauch, Myrrhe, Salbei, Beifuß und natürlich Holunder, die vielseitige Pflanze der Frau Holle.

In der letzten Rauhnacht vom 5. Januar soll man – so sagt die Legende – eine Zeit lang alle Fenster öffnen, um auf diese Weise die bösen Geister der Vergangenheit hinaus schicken und die guten hereinbitten zu können. So sind Haus und Bewohner gut gerüstet für das neue Jahr. Am Ende des stimmungsvollen Abends konnten die Gäste selbst gemachten Holundersaft und liebevoll verpackte Geschichten mit nach Hause nehmen.

Geschichtenerzählerin Ulrike Mommendey wird wieder ins B+ Zentrum nach Blossenau kommen. Der nächste Termin mit ihr ist am Samstag, 26. Januar. Dann wird sie das Märchen vom „Eisigen Herz“ für Kinder und Familien erzählen. Ein weiterer Termin ist der Samstag, 16. Februar, wenn sie die Besucher mit „Japanischem Schnee und russischer Kälte“ verzaubern möchte.

Mehr dazu gibt es unter www.blossenau.de, 09094/90020, oder info@blossenau.de

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