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Genderkingen

20.01.2019

Überraschung beim Bunten Abend: Gaudiwurm kommt wieder

In die „Walpurgisnacht“ nahm die Showformation der Genderkinger Faschingsfreunde die Besucherinnen und Besucher des Bunten Abends im „Zoll“-Saal mit. Die Tänzerinnen und Tänzer setzten nach Mitternacht einen der Höhepunkte.
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In die „Walpurgisnacht“ nahm die Showformation der Genderkinger Faschingsfreunde die Besucherinnen und Besucher des Bunten Abends im „Zoll“-Saal mit. Die Tänzerinnen und Tänzer setzten nach Mitternacht einen der Höhepunkte.
Bild: Foto: Helmut Bissinger

Mit großem Programm vermitteln die Genderkinger Faschingsfreunde eine „wundersame Show“. Am Ende lässt Präsident  Udo Heininger die Bombe platzen

Viele Märchen handeln von Menschen, die ein Abenteuer erleben. Es passieren Dinge, die es im richtigen Leben nicht gibt. Manchmal treten Fabelwesen auf. Bei manchen Märchen weiß man genau, wer sie geschrieben hat. An dem Märchen, dass die Besucher des ersten Bunten Abends der Genderkinger Faschingsfreunde (GFF) erlebten, haben viele engagierte Menschen mitgewirkt. Für Besucher und Aktive war es jedenfalls eine wundersame Begegnung.

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Nicht von ungefähr hatte Präsident Udo Heininger allen, ganz nach dem diesjährigen Motto, eine „wundersame, märchenhafte Zeit“ versprochen. Fünf Stunden wirbelten Tänzerinnen und Tänzer über die kleine „Zoll“-Bühne, feixten Narren in der Bütt und bei Comedy-Darbietungen über das Ortsgeschehen. Der Wortwitz war mitunter derb, aber auch hintersinnig – einfach launig. Und die Fabelwesen? Die waren natürlich auch dabei...

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Bunter Abend in Genderkingen
Bild: Helmut Bissinger

Aber der Reihe nach: Es gibt keinen freien Platz mehr, als der Präsident die Shownacht einleitet und die „Marsch Melows“, also die Bambinis, gleich mal die Herzen der Muttis höherschlagen lässt. Entzückend wie die ganz Kleinen schon versuchen die ganz Großen im Tanz nachzuahmen. Bei den „Kringle Pitz“ sieht das schon anders aus, „geschmeidiger“, wie Hofmarschall Roman Forster als Moderator der Shownacht kommentiert.

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Kevin I. undJaqueline I.

Zehn fesche Mädels bilden ein Spalier, als das Prinzenpaar die Bühne entert – und sich bewundernswerte Blicke im Saal kreuzen: Er, Kevin I. (Louis) ist Torwart, „ein Bär von einem Mann“ (wie ihn so manche im Publikum anhimmelt), Sie, Prinzessin Jaqueline I. wickelt sogar Bürgermeister ...Dietz um den Finger. Kein Wunder, kennt der die Prinzessin doch schon, als diese noch ein Baby war. Was die Tollitäten – auch privat ein Paar – tänzerisch drauf haben, bringt den Saal zum Beben. Da haben die Faschingsfreunde wahrlich einen Volltreffer gelandet.

Mit Bianca Blekmann setzt sich das fort, was als Eindruck bleibt: Genderkingen entwickelt sich zu einer Hochburg des Faschingstanzes. Blekmann muss als Tanzmarie solo wirbeln, denn Tanzmariechen Pauline Schoder ist nach einer Verletzung zum Zuschauen verurteilt. Die „Superstarz“ (zehn fesche Mädels) packen die Wunderlampe aus und zeigen wie auch die „Hot Angels“, wie man durch eifriges Training junge Körper in gummihafte Wesen verwandeln kann.

Apropos Verwandlung: In die Rolle einer „Männerlästerin“ schlüpft Stefanie Fritsch, ein neues Gesicht in der Bütt. Sie jedenfalls scheint sich von keinem Mann mehr „hinters Licht führen“ zu lassen. Christian Wiemer als Opa nimmt Baby Josef Bairlein mit auf einen Spaziergang durchs Dorf. Der alte Mann genießt den Ausflug, aber die schönste Zeit seiner Ehe, so erzählt er, sei die russische Gefangenschaft gewesen. Die beiden verharren an den neuralgischen Punkten Genderkingens: am Enzler-Haus („für einen Swinger-Club zu klein“), am Sportplatz („ein Marienkäfer hat mehr Punkte als die Reserve-Fußballer“) und im neuen Baugebiet („sieben Bagger, aber keine Arbeiter“).

Herzblut, Leidenschaft und Mut zur Improvisation

Dass der Zoll-Saal hinsichtlich Technik und Bühnenbild nur begrenzte Möglichkeiten hat, stört die GFF nicht. Sie machen das mit Herzblut, Mut zur Improvisation und Leidenschaft schnell vergessen. Und sie haben kreative Akteure, wie die Allstars. Alexander Strenge, Dominik Fritsch, Florian Sauter und Martin Schiffelholz treffen sich zu einer Podiumsdiskussion in vertauschten Rollen: Da ist Hubert Aiwanger dabei, Markus Söder ebenso und Uli Hoeneß als Bayerns größter Justiz-Irrtum. Ihre Zielscheibe: die weiß-blaue Politik, aber auch die hohen Grundstückspreise im neuen Genderkinger Baugebiet und die Absage des Faschingsumzugs 2019. Heike Fischer als „Wiesn-Vroni“ mit ihren „Gaudi-Nockerl“ (einem üppigen Dekolette) löst die Stimmung zu mitternächtlicher Stunde.

Währenddessen elektrisiert das Prinzenpaar mit seinem Showtanz, zeigen die Ingloourious Balletstars, eine Männer-Tanzgruppe, Muckis und toppen schließlich die Showtänzer alles: Kostüme, Choreografie und tänzerische Elemente machen aus ihrem Musical von der „Walpurgisnacht“ einen Hingucker, der in den nächsten Wochen noch für viel positiven Gesprächsstoff führen wird.

Am Ende packt Udo Heininger noch eine große Überraschung aus: Heuer wird er ja bekanntlich ausfallen – doch im kommenden Jahr 2020 –, so kündigt der Präsident an, wird es in Genderkingen wieder den beliebten Gaudiwurm geben.

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