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Tapfheim-Rettingen

30.10.2020

Überschwemmungsgebiet: Kritik am Landratsamt

Ortsdurchfahrt Rettingen Arbeiten
Bild: Helmut Bissinger

Plus Hinter verschlossenen Türen ging es erneut um das Überschwemmungsgebiet Rettingen. Eine wichtige Person fehlte bei dem Treffen., bei dem es viel Kritik gab.

Wieder einmal ist der Tapfheimer Gemeinderat nicht gut auf die Mitarbeiter des Landratsamtes Donau-Ries zu sprechen. „Ein Schelm, der Böses vermutet“, sagte Karl-Philipp Sautter ( CSU). Seit vier Wochen warte man nun schon auf das Protokoll eines zweiten Erörterungstermins zum Überschwemmungsgebiet im Ortsteil Rettingen. In dieser Zeit, so Werner Freißler (Parteifreie Wählergruppe), müsste es doch möglich sein, eine Sitzung zusammenzufassen.

Es geht nach wie vor um die Festsetzung eines möglichen Überschwemmungsgebietes. Dazu waren einmal Vertreter der Gemeinde ins Landratsamt eingeladen gewesen, zum anderen die privaten Einwender. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wurde über ein Thema beraten, das längst nicht entschieden ist.

Verwunderung, das Landrat Stefan Rößle bei der Besprechung fehlt

Tapfheims Bürgermeister Karl Malz war gemeinsam mit einigen Ratsmitgliedern und dem von der Gemeinde beauftragten Rechtsanwalt Ludwig Seitz dabei. Außerdem am Tisch: Harald Hegen als Verhandlungsleiter sowie je drei Repräsentanten des Wasserwirtschaftsamtes sowie des Bayerischen Landesamtes für Umwelt. „Es war schon merkwürdig, dass Landrat Stefan Rößle fehlte“, monierte Karl-Philipp Sautter.

Seit Jahren wendet sich Tapfheim gegen den Plan, Rettingen bei einem 100-jährigen Hochwasser zum Überschwemmungsgebiet zu definieren. „Es wäre schön gewesen, wenn die betroffenen Rettinger Bürger auch Zugang zu der Veranstaltung gehabt hätten“, erklärte Werner Freißler. Zu einem weiteren Termin waren dann private Einwender aus Rettingen, Zusum und Heißesheim geladen.

Bürgermeister Karl Malz: Keine extreme Gefährdung gegeben

Freißler berichtet von den unterschiedlichen Meinungen, die sich schnell herauskristallisiert hätten. Eine extreme Gefährdung sei nicht gegeben, erklärte Bürgermeister Malz. Er sprach von einer Wertminderung der Grundstücke und von einem nicht zu verantwortenden Eingriff in die Besitzstandsrechte der Eigentümer. Malz: „Seit 1927 ist kein größeres Hochwasser im Bereich der durch einen Ringdeich geschützten Gebiete mehr festzustellen gewesen.“ Noch dazu sei durch Rückhaltemaßnahmen und wasserwirtschaftliche Projekte die Hochwassergefahr geringer geworden.

Ludwig Seitz, der Tapfheim seit Jahren juristisch vertritt, kam zu dem Schluss, dass eine Klärung wohl nur über den erneuten gerichtlichen Weg erfolgen könne. Völlig ungeklärt seien die tatsächlichen Abflussmengen im Falle eines größeren Hochwassers, die für einen Überschwemmungsfall von Bedeutung seien.

Fehlendes Protokoll soll vom Landrat angefordert werden

Bürgermeister Karl Malz versprach im Gemeinderat, dass er das fehlende Protokoll nun per Brief von Landrat Rößle anfordern werde. Zuvor hatte Karl-Philipp Sautter klargestellt, dass es um ein Protokoll gehe und nicht ein Papier mit Lösungsvorschlägen. Sautter: „Oder soll hier etwas so formuliert werden, dass es bereits gerichtstauglich ist.“

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