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Tapfheim

13.08.2020

Ulrich Wisskirchen: Kein Tag ohne Musik

Ulrich Wisskirchen aus Tapfheim liebt Musik über alles. Häufig spielt er auf selbst konstruierten Instrumenten wie hier auf seinem Dulcimer.
Bild: Helmut Bissinger

Plus Der Tapfheimer Ulrich Wisskirchen hat viele Leidenschaften vorzuweisen. Aber ein Ritual wiederholt sich jeden Tag. In unruhigen Nächten findet er Inspiration.

Menschen wie Ulrich Wisskirchen kommen selten zur Ruhe. Er strotzt vor Ideen und vor Energie. Es vergeht allerdings kein Morgen, an dem er nicht musiziert. Manchmal auf ganz normalen Instrumenten, meistens aber auf Eigenkonstruktionen. Der Dulcimer gehört dazu, eine Art Zither, die er selbst konstruiert hat. In der Musik findet der 66-jährige Tapfheimer die Inspiration für seine Kunst, die offenbar keine Grenzen kennt.

Kunst mit vielen Facetten

Diese Kunst hat viele Facetten, ist Ausdruck seines vielfältigen Wirkens. Das war eigentlich immer so, hat Wisskirchen doch schon als Jugendlicher ein Faible entwickelt: für Leder, Holz, Stein, Metall und Papier. Am Ende brachte ihn sein Studium aber in die Schule. Als Pädagoge hat er zahlreiche Stationen absolviert: von Baden-Württemberg über das Allgäu und Augsburg bis nach Höchstädt.

Nun, im Ruhestand, kann er seine Leidenschaft mit ganzer Hingabe pflegen. Aber auch als Lehrer hat er gerne Kunst unterrichtet und nebenbei bildhauerisch den Ausgleich gesucht. In seiner Wohnung findet für den Betrachter eine Art Reizüberflutung statt: In mehreren Zimmern hängen Bilder, stehen Skulpturen und warten Kleinigkeiten darauf, entdeckt zu werden. Kleinigkeiten wie etwa Füller und Kugelschreiber, die der Künstler mit Holz ummantelt hat, feinsäuberlich gedrechselt, Schmuckstücke für den Schreibtisch, teilweise aus Buchsbaumholz.

Liebe zur Mundart

Mit Max Mayershofer hat er schon mehrmals die Weihnachtsgeschichte aufgeführt, vornehmlich in Kirchen, mit Gedichten in Mundart. Apropos Mundart: Auch dafür hat Wisskirchen eine Liebe entwickelt. Er sammelt Mundart-Gedichte. Das ist aber längst nicht alles: „Wenn es in mir brodelt, gibt es kein Halten mehr“, sagt er. Manchmal liege er schlaflos im Bett, „dann kommt mir aber oft eine Eingebung“. Das Material spielt eine zweitrangige Rolle, möchte er doch auch experimentell tätig sein. In letzter Zeit hat er aber gerne mit Holz gearbeitet.

Nach einer Idee Wisskirchens wurden 300 Hände aus Holz gefertigt. Die Käufer konnten sie mit ihren Namen versehen und auf Stelen neben einem Kreuz anbringen. „Das sind die Hände, die sich schützend über das Ried bei Schwenningen und Tapfheim ausbreiten“, erklärt er. Damit hat Wisskirchen ein sichtbares Zeichen gegen den Flutpolder schaffen wollen.

Zu jedem Stück gibt es eine Geschichte

Leben kann er von seinem Hobby nicht. Vor der Corona-Pandemie war er allerdings bei Kunsthandwerkermärkten oder auch Mittelalter-Festen mit einem Stand vertreten. Im Erzählen lenkt der Künstler den Blick auf Tierzeichnungen, auf seinen Dudelsack und Krippendarstellungen. Man könnte in Wissenkirchens-Reich Stunden verbringen und man würde ständig auf Neues stoßen. Zu jedem einzelnen Stück, mag es noch so klein sein, kann der bescheidene Tapfheimer eine Geschichte erzählen.

So ganz nebenbei erzählt er schließlich von einem neuen Projekt: Er möchte eine Skulptur schaffen, „diesmal aber nicht aus Holz“. Wisskirchen hat sich in den Kopf gesetzt, die nächste Arbeit in Stein auszuführen.

Lesen Sie mehr über Ulrich Wisskirchen:

„Dia Gschicht, dia bassiert isch en Donauwerth“

Die Weihnachtsgeschichte vor Donauwörther Szenen

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