1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Umstrittene Stromtrasse: Kritik an Landrat Stefan Rößle wächst

Donauwörth

21.02.2014

Umstrittene Stromtrasse: Kritik an Landrat Stefan Rößle wächst

Dieses Schild hängt als Protest gegen die Stromtrasse in Marxheim.
Bild: Kimberly Mitlehner-Schaupp

Der Widerstand gegen die umstrittene Stromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Meitingen formiert sich weiter, doch Landrat Stefan Rößle hält sich bedeckt. Das kommt nicht gut an.

Der Widerstand gegen die möglichen Stromtrasse von Sachsen-Anhalt nach Meitingen formiert sich an vielen Ecken in der Region. Erst gestern trafen sich die fünf Bürgermeister der VG Monheim und schlossen sich der Resolution der VG Wemding an. Am Dienstag entschied sich auch der Rainer Stadtrat eine Resolution zu formulieren und wenn möglich sich mit den VG-Gemeinden, Marxheim und sogar mit den beiden Gemeinden Burgheim und Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen gemeinsam gegen die Trasse auszusprechen. Doch während sich der Widerstand formiert, äußert sich Landrat Stefan Rößle öffentlich sehr zurückhaltend und will weiter abwarten, wie sich die Lage entwickelt. Er vertraut auf persönliche Versicherungen des Ministerpräsidenten Seehofer, dass die Notwendigkeit der Trasse neu geprüft wird. Die geforderte Resolution des Kreistages sei damit nicht mehr notwendig.

Wenig Verständnis für defensive Haltung

Für seine defensive Haltung aber haben einige Bürgermeister und Stadträte zunehmend weniger Verständnis. Nicht nur in Niederschönenfeld war das ein Thema (siehe oben). Auch Wemdings Bürgermeister Dr. Martin Drechsler fordert in seiner Funktion als VG-Vorsitzender, dass sich der Landrat für die Interessen der Bürger stark macht. Rößles Ansicht, man sei damit einfach gegen alles, sei falsch und entbehre jeder sachlichen Grundlage. „Vielmehr ist es die Aufgabe der politische Verantwortlichen im Landkreis und in den Gemeinden, die Sorgen der Bürger ernst zu nehmen.“

Bei einer Informationsveranstaltung der Firma Amprion in Donauwörth haben rund 800 Demonstranten ihrem Unmut Luft gemacht.

Und er schreibt weiter: „„Wir machen es uns nicht einfach, wie der Landrat behauptet, sondern nehmen die Sorgen unserer Mitbürger auf und setzen uns bei den politisch Verantwortlichen im Bund und im Land dafür ein, dass die berechtigte Kritik unserer Bürger berücksichtigt wird. Hierbei wünschen wir uns auch die Unterstützung von unserem Landrat.“

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Stromtrasse ist Thema bei der Bürgermeisterdienstbesprechung

Norbert Rößle, SPD-Stadtrat in Monheim, äußerte in der letzten Sitzung des Stadtrates seine Vermutung, dass Rößle jetzt, wo er im CSU-Präsidium sitze, sich keinen Ärger mit dem Ministerpräsidenten einhandeln will.

Und auch im Rainer Stadtrat wurde die Haltung Rößles, mit der Resolution zu warten, diskutiert. „Ich finde die Worte unseres Landrats bedenklich“, sagte CSU-Stadtrat Alfred Hackenberg und erntete Zustimmung im Gremium. „Der Landrat muss Stellung nehmen und darf das ganze nicht vor sich herschieben“, stellte ein weiterer Stadtrat klar. Bürgermeister Martin wird nun im Kreistag nochmals die Bitte nach einer gemeinsamen Resolution vorbringen.

Viel früher aber werden die Bürgermeister Gelegenheit haben, ihre Meinungen direkt mit dem Landrat auszutauschen. Am kommenden Freitag, 28. Februar, hat Rößle das Thema Stromtrasse auf die Tagesordnung gesetzt.

Themen Folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Lesen Sie dazu auch
Copy%20of%20Bademeister%20HAllenbad%20Rain2.tif
Sanierung

Neues Becken für das Rainer Hallenbad

ad__nl-chefredakteur@940x235.jpg

SECHS UM 6: Unser neuer Newsletter

Die sechs wichtigsten Neuigkeiten um 6 Uhr morgens sowie ein Ausblick auf den
aktuellen Tag – Montag bis Freitag von Chefredakteur Gregor Peter Schmitz.

Newsletter bestellen