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Donauwörth/Eichstätt

29.07.2016

Uni? – Ganz im Sinne Onkel Ludwigs

Er hatte Schule, Internat und Stiftung Cassianeum einst gegründet: der Pädagoge Ludwig Auer, liebevoll „Onkel Ludwig“ genannt. Ein Studienkolleg wäre – da sind sich alle einig – ganz im Sinne seines Erbes.
Bild: Foto: Barbara Würmseher

Politiker sagen dem geplanten Projekt zwischen KU Eichstätt und Stiftung Cassianeum ihre Unterstützung zu. Was der Pädagoge Ludwig Auer damit zu tun hat

Mit großen Erwartungen blicken Politiker in Donauwörth auf die Aussicht, dass die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt (KU) möglicherweise eine Hochschul-Zweigstelle im Kloster Heilig Kreuz einrichtet. Wie berichtet, steht die KU seit einiger Zeit mit der Pädagogischen Stiftung Cassianeum in Verbindung und entwirft derzeit ein Konzept für ein Studienkolleg in den Räumen des bisherigen Donauwörther Internats.

Landrat Stefan Rößle unterstützt diese Pläne nachdrücklich, denn er sieht darin eine Chance für Donauwörth als Hochschulstandort. „Eine Hochschuleinrichtung in Donauwörth wäre ein enormer Imagegewinn für unsere Region“, so bewertet er die derzeitigen Bemühungen.

Nachdem bekannt wurde, dass das Internat im Klostergebäude Heilig Kreuz zum Schuljahresende 2016 schließt, hat sich der Landrat schon im Frühjahr dieses Jahres mit dem Thema auseinandergesetzt. Es fanden mehrere Gespräche mit dem scheidenden Vorstand der Stiftung Cassianeum, Professor Werner Schiedermair, dem neuen Stiftungsvorstand Prälat Eugen Kleindienst und dem Vorsitzenden des Stiftungsrats Oberstudiendirektor a.D. Hubert Lepperdinger statt.

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Zudem hatte Landrat Rößle im Vorfeld auch Kontakt mit dem Vorsitzenden des Stiftungsrats der KU, Weihbischof Anton Losinger, aufgenommen und ihm die vorbehaltlose Unterstützung von seiner Seite wie auch von Seiten des Landkreises zugesagt. „Ein Universitätsstandort Donauwörth wäre eine ideale Ergänzung zum Hochschulstandort Nördlingen. Unser Landkreis würde dadurch eine enorme Aufwertung erfahren. Das wäre ein weiterer ’Glückstreffer’ für unsere Region“, so Landrat Stefan Rößle.

Ein erster konkreter Schritt zur Realisierung dieses Konzepts wurde von Seiten des Landkreises schon unternommen. Den Schülern der landkreiseigenen Berufsschule Donauwörth, die bisher während ihres Blockunterrichts in den Internatsräumen im Kloster Heilig Kreuz mit untergebracht waren, werden ab dem kommenden Schuljahr 2016/17 in der Jugendherberge in Donauwörth Unterkünfte während ihrer Blockbeschulung zur Verfügung gestellt.

Damit wurden die erforderlichen Raumkapazitäten für eine neue Nutzung geschaffen. „Der weitere Prozess wird von Seiten des Landkreises begleitet und – wo immer möglich – unterstützt“, erklärt Landrat Stefan Rößle.

In ähnlicher Form mit derselben Quintessenz nimmt Donauwörths Oberbürgermeister Armin Neudert Stellung: „Die Stadt steht den Plänen äußerst positiv gegenüber und sehr unterstützend – in jeglicher Hinsicht. Alle politischen Vertreter ziehen hier an einem Strang.“

Wie er sagt, ist die Stadt schon seit Längerem darum bemüht, die Außenstelle eines wissenschaftlichen Instituts zu bekommen. „Die Idee geht auf Professor Schiedermair zurück, mit ihm laufen schon seit Jahren Gespräche.“ Die Verknüpfung mit der Katholischen Universität Eichstätt sei – gerade auch mit Blick auf das Wirken des Donauwörther Pädagogen Ludwig Auer – absolut passend, wie Neudert findet. Auer (1839-1914) hatte sein ganzes Engagement der Bildung von Kindern und Jugendlichen gewidmet und letztlich zu diesem Zweck die Pädagogische Stiftung Cassianeum gegründet. „Die Verbindung mit Eichstätt wäre aus aus diesem Grund in idealer Weise auf Donauwörth zugeschnitten.“

Das Klostergebäude hat nicht nur in den vergangenen Jahren eine Aufrüstung in Sachen Brandschutz erfahren, um dort Übernachtungsmöglichkeiten zu sichern. Es steht jetzt, da das Internat geschlossen wird, auch ab sofort auch leer und so gilt es, wie der OB sagt, „dieses Gebäude wieder mit Leben zu füllen.“ Zumal es sich um einen ausgezeichneten Zeitpunkt handle. Zum einen passe die Diskussion auch die Thematik „Oberzentrum Donauwörth“, zum anderen entstehen durch die derzeit laufenden Bauarbeiten im Umgriff um das Kloster Wohnungen und ein parkähnlicher Grüngürtel. „Es wird ein neues Zentrum für alle Generationen geschaffen. Und wenn dann auch noch jüngere Menschen in ein Studienkolleg kommen“, so Neudert, „dann ist das eine Nutzung, die bestens in das gesamte Areal passt.“

„Jetzt gilt es, Verbündete zu finden“, erklärt Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler, der von einer „Jahrhundertchance für Donauwörth und die Region“ spricht. „Das Gebäude wurde seit Ludwig Auer als Bildungseinrichtung genutzt und so soll es auch bleiben“, plädiert der Abgeordnete, der kaum eine bessere Verbindung sieht, als in einem ehemaligen katholische Kloster eine Filiale der einzigen katholischen Uni im gesamten deutschsprachigen Raum unterzubringen. „Diese Nachnutzung würde die historische Tradition des Gebäudes in idealer Weise fortsetzen.“

Doch ein Selbstläufer sei das Projekt beileibe nicht, findet der CSU-Politiker. Deshalb will er für breite Unterstützung werben, „auch Ministerpräsidenten Seehofer und Wissenschaftsminister Spänle muss man sicher kontaktieren.“ Zunächst aber sei erst einmal die Uni am Zug, die das Konzept entwickeln müsse. „Dann wird man weitersehen.“

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