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Politik

31.05.2020

VG Rain: Neue Harmonie statt Trennungsgedanken

In der Münchner Straße in Rain sitzt die Verwaltungsgemeinschaft.
Bild: Wenzel

Plus Karl Rehm ist der neue Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft Rain. Das neue Gremium könnte sich vorstellen, den „Auflösungswunsch“ noch einmal zu überdenken.

Wer hätte das gedacht: Bei der konstituierenden Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Rain herrschte eine ungewohnte Harmonie. Dabei wollen die Gemeinden Genderkingen, Holzheim, Münster und Niederschönenfeld die Ehe mit der Stadt Rain auflösen.

Die Umlandgemeinden wollten eine eigene VG – also Verwaltungsgemeinschaft – gründen, wie die jeweiligen Gremien der Gemeinden längst entschieden haben. Die Gemeinschaftsversammlung hatte im August 2018 der Auflösung der Verwaltungsgemeinschaft Rain zugestimmt. In dem Gremium sitzen Vertreter der Stadt Rain sowie der vier umliegenden Gemeinden Niederschönenfeld, Münster, Genderkingen und Holzheim.

Bayerischer Landtag muss zustimmen

Fraglich war nur, wann der Bayerische Landtag über einen entsprechenden Antrag entscheiden würde. Möglicherweise könnte sich das Blatt aber noch wenden und eine Entscheidung wäre gar nicht mehr nötig. Wollen die Gemeinden den Antrag gar zurückziehen?

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In Münster gibt man sich pragmatisch: „Bis zu einem Beschluss arbeiten wir konstruktiv zusammen“, sagt Jürgen Raab. Der neue Bürgermeister der Gemeinde Münster sieht die Angelegenheit nüchtern. Wenn der Landtag entschieden habe, müsse man sich mit der neuen oder auch bestehenden Situation auseinandersetzen. Falls das Gesuch abgelehnt werde, sei die Gemeinschaftsversammlung bereits eingespielt. Notwendige Entscheidungen gerade in personeller Hinsicht seien ohnehin nicht aufschiebbar.

Gute Zusammenarbeit

Raab räumte allerdings im Nachgang ein, dass man am Rande auch über das weitere Zusammenarbeiten gesprochen habe. Dass die Umland-Gemeinden von ihrem Antrag abrücken wollen, sei aber mit keiner Silbe angesprochen worden. Allerdings: Angesichts der „guten Zusammenarbeit“ könne man sich zu gegebener Zeit Gedanken machen, ob man bei den Beschlüssen der Gremien in der letzten Legislaturperiode bleiben will. Den Antrag zurückzuziehen, sei kein Thema gewesen.

Weil in der Gemeinschaftsversammlung ein Generationswechsel stattgefunden hatte, stellten sich die zahlreichen neuen Mitglieder kurz vor. Nur einer spielte dabei auf die brisante Situation an. Er hoffe auf eine sechsjährige gute Zusammenarbeit, sagte Rains Stadtrat Florian Riehl (Freie Wähler) und fügte hinzu: „Die Betonung liegt auf sechs Jahre.“

Die neuen Bürgermeister wollen mehr miteinander sprechen

Bei dem Vorhaben der Umlandgemeinden, eine eigene VG zu gründen bei gleichzeitiger Auflösung der jetzigen Einheit, wird es noch einiges zu klären geben, immer vorausgesetzt, dass es dafür grünes Licht aus dem Innenministerium gibt. Und, so Holzheims Bürgermeister Josef Schmidberger, die Zusammenarbeit sei aktuell sehr konstruktiv. „Wir verstehen uns gut und wollen auf der Basis der fünf Bürgermeister künftig öfter miteinander sprechen.“ Dabei sei es nicht unmöglich, dass man alles noch einmal nachvollziehen werde, sagt Schmidberger. Man sei für alles offen. Die „gute Gesprächsgrundlage“ betont auch Rains Bürgermeister Karl Rehm. Der PWG-ler: „Dass der Auflösungswunsch auf den Prüfstand soll, habe ich nicht gehört.“

Karl Rehm oder Claudia Marb? Die Stichwahl am kommenden Sonntag wird zeigen, wen die Rainer lieber auf dem Chefsessel im Rathaus haben möchten.
Bild: Aschenmeier

Die nunmehr erste Sitzung leitete zunächst Rains ehemaliger Bürgermeister Gerhard Martin. Er wickelte die Wahl seines Nachfolgers ab. Einmütig wurde, wie nicht anders zu erwarten, Martins Nachfolger im Rainer Rathaus, Karl Rehm, zum Vorsitzenden gewählt. Ebenfalls einstimmig votierte die Versammlung für Josef Schmidberger als Stellvertreter. Schmidberger ist der neue Bürgermeister in Holzheim.

Per Beschluss, also Abstimmung, wurden zu geschäftsführenden Stellvertretern (in der Reihenfolge nach der Größe der Kommunen) die neuen Bürgermeister aus Niederschönenfeld (Stefan Roßkopf), Münster (Jürgen Raab) und Genderkingen (Leonhard Schwab) berufen.

Das Vermögen der VG wurde von Karl Rehm zum Ende des vergangenen Haushaltsjahres auf 1,279 Millionen Euro beziffert.

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