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Bayerdilling/Münster

13.03.2019

VR-Bank Neuburg-Rain schließt zwei Filialen

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Die VR-Bank-Filiale in Bayerdilling schließt zum 1. September.
Bild: Foto: Manuel Wenzel

Plus Die Standorte Bayerdilling und Münster werden zum 1. September aufgegeben. Die Kunden machen immer mehr Online-Geschäfte

Die Raiffeisen-Volksbank Neuburg-Rain schließt die beiden kleinsten Filialen in ihrem Zuständigkeitsbereich: Die Standorte Bayerdilling und Münster werden zum 1. September aufgelöst. Alle weiteren 14 bleiben bestehen. So teilt das Unternehmen in einem Gespräch mit unserer Zeitung und einer Presseerklärung mit und stellt diese neue Entwicklung auch an fünf Abenden den Vertretern ihrer Mitglieder vor.

Die Gründe für diesen Schritt liegen in einer Reihe von Herausforderungen: Das Kundenverhalten verändert sich zunehmend, die Digitalisierung und Online-Geschäfte nehmen zu, klassische Schaltergespräche werden weniger und die anhaltende Niedrigzinsphase sorgt für geringere Einnahmen und fordern einen entsprechenden Sparkurs.

In Bayerdilling und Münster kommen zu wenige Kunden

Konkret ist in kleinen Filialen wie Bayerdilling und Münster die Kundenfrequenz oft so gering, dass gut ausgebildete Mitarbeiter nicht die gewünschten Herausforderungen vorfinden, wie die Bankenvertreter mitteilen. „Es gehört aber zur Attraktivität eines Arbeitsplatzes, dass ein Mitarbeiter entsprechend seiner Kompetenzen gefordert ist und dass die Stelle gute Zukunftsaussichten hat“, so Vorstand Roland Gieß. Auch vor diesem Hintergrund sei das Filialnetz analysiert worden. Alle Mitarbeiter der beiden von der Schließung betroffenen Filialen werden weiter im Geschäftsgebiet der VR-Bank Neuburg-Rain beschäftigt.

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„Die Beratung von Kunden der Geschäftsstelle Münster erfolgt wie bisher schon über die Geschäftsstelle Holzheim“, schildern Gieß und sein Kollege, Prokurist und Vertriebsleiter Bernd Bengel, das weitere Vorgehen. „Der Leiter der Geschäftsstelle Bayerdilling und sein Team kümmern sich auch künftig um die Bayerdillinger Kunden – allerdings ab September dann von der Geschäftsstelle in Rain aus.“

Auch die Geldautomaten werden in Münster und Bayerdilling abgebaut. Für die Bargeldversorgung stehen dann künftig die Geldautomaten in Rain, Holzheim und an alle weiteren zwölf Standorten zur Verfügung. „Es ist uns bewusst, dass diese Entscheidung einen Einschnitt für die Kunden bedeutet“, so die Verantwortlichen der VR-Bank Neuburg-Rain. In unserer mobilen Gesellschaft sei das Unternehmen jedoch in für die Betroffenen räumlich zumutbarer Nähe – sowohl in Beratung, als auch Service – gut aufgestellt.

„Die Banken müssen in die Zukunft denken und neue Wege suchen“, so erläutern Gieß und Bengel im Gespräch mit der DZ. „Die VR-Bank Neuburg-Rain erzielt zwar – wie auch in den vergangenen Jahren – ein für die bayerischen Genossenschaftsbanken überdurchschnittliches Betriebsergebnis, ist also gut aufgestellt. Dennoch gilt es, nach vorne zu denken.“

Die Bilanzsumme der VR-Bank Neuburg-Rain liegt aktuell bei 1,275 Millionen Euro. Bei Kundenkrediten und bei Einlagen betragen die Wachstumsraten 4,7 beziehungsweise 5,7 Prozent.

Der „Megatrend der Zukunft“ ist die Digitalisierung. „Die Kunden setzen auf Bequemlichkeit, das spürt die Bank tagtäglich in der Nutzung ihres Filialnetzes“, so Bernd Bengel. „Sie wollen Bankgeschäfte 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche erledigen können.“ Die VR-Bank Neuburg-Rain bietet daher ein adäquates Online-Angebot: 57 Prozent aller Girokonten werden inzwischen per Homebanking geführt – Tendenz steigend.

Das Smartphone wird immer beliebter für Bankgeschäfte

Auch das Smartphone wird immer mehr selbstverständlich, wenn es um Bankgeschäfte geht. Hat die VR-Bank Neuburg Rain 2014 noch 820000 Anmeldungen im Online-Banking verzeichnet – davon 140000 über die VR-Banking-App –, so hat sich diese Zahl bis 2018 auf über 1,6 Millionen Anmeldungen verdoppelt. Die Zugriffe über das Smartphone haben sich auf 644000 mehr als vervierfacht. „Die Kunden werden mobiler im Zugriff auf ihre Finanzen“, stellen Gieß und Bengel fest.

Prognosen besagen, dass sich die Zahl der Offline-Kunden, also derjenigen, die ausschließlich das persönliche Angebot direkt am Standort ihrer Bank nutzen, bis zum Jahr 2020 auf 25 Prozent verringern wird. „Stattdessen werden wir immer mehr ’Hybrid’-Kunden bekommen“, ist Vorstand Roland Gieß sicher. Also Kunden, die sowohl das Online-Angebot, als auch die Beratung vor Ort in Anspruch nehmen. Die rein digitalen Kunden werden künftig auf 15 Prozent geschätzt.

Die Bank legt allerdings nach wie vor großen Wert auf die persönliche Erreichbarkeit. Deshalb hat sie im Januar bereits den VR-Service eingeführt. „Wir sind für unsere Kunden werktags täglich von 8 bis 18 Uhr telefonisch ansprechbar und damit über unsere regulären Öffnungszeiten hinaus“, so Roland Gieß. Man werde auch künftig alles tun, um für die Herausforderungen im Bankensektor gerüstet zu sein.

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