1. Startseite
  2. Lokales (Donauwörth)
  3. Vandalismus in Oettingen: Polizei ermittelt die Täter

Straftaten

04.01.2019

Vandalismus in Oettingen: Polizei ermittelt die Täter

15 Laternen im Hofgarten wurden von den Tätern eingetreten.
Bild: Petra Wagner

Im Oktober und November randalierten junge Männer im Hofgarten und in der Raiffeisenbank. Die Spuren führten nach Wemding, Nördlingen und ins Nordries

An zwei Sonntagabenden im Oktober und November waren in Oettingen jugendliche Vandalen unterwegs gewesen. Sie zerstörten fremdes Eigentum und richteten beachtlichen Sachschaden an. Die Bevölkerung war zu Recht beunruhigt und aufgebracht. Beide Male wurde über die Medien um Zeugenhinweise gebeten. Jetzt ist die Polizei Nördlingen bei ihren Ermittlungen den Tätern auf die Spur gekommen.

Passiert war Folgendes: Am Sonntag, 8. Oktober, trieb eine Gruppe von sechs bis sieben Jugendlichen kurz vor Mitternacht ihr Unwesen im Oettinger Hofgarten in der Nähe der Mittelschule. Sie beschädigten 15 Straßenlaternen, die dort entlang des Fußwegs beidseitig stehen. Der Sachschaden beträgt mehrere Tausend Euro. Ein Zeuge berichtete damals, dass mindestens ein junger Mann aus dieser Gruppe gegen die Parklaternen schlug. Ein zweiter junger Mann wollte ihn offensichtlich davon abhalten. Allerdings konnte der Zeuge nur eine sehr vage Beschreibung der beiden abgeben.

Sechs Wochen später, ebenfalls an einem Sonntagabend, zeichnete die Videoüberwachung der Raiffeisenbank in der Königsstraße in Oettingen eine Gruppe von mehreren Jugendlichen auf, die im Vorraum der Bank ein Trinkgelage abhielten. Die Jugendlichen beschädigten während ihres Aufenthalts in der Bank die Kunststoffablage des Geldautomaten, verdreckten den Zugangsbereich und zerstörten einen Bewegungsmelder im Hinterhof der Bank. Es entstand Schaden von mehreren Hundert Euro.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Die Ermittlungen der Polizei gestalteten sich in beiden Fällen zunächst sehr schwierig, da die ersten Zeugenhinweise spärlich waren und die Beschreibung der Tatverdächtigen ebenfalls nicht maßgeblich weiterhalf.

Polizeichef Walter Beck: „Nachdem die beiden Taten in Oettingen für spürbare Beunruhigung sorgten, haben wir eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Zunächst ging es darum, zu erfahren, welche Jugendlichen in den fraglichen Nächten in Stadtgebiet unterwegs waren.“

Aufgrund des Zeugenaufrufs in den Medien gingen zunächst im Hinblick auf die Sachbeschädigung im Park einige Hinweise ein, die sich auf eine der Polizei bekannte Jugendgruppe konzentrierten. Im Zuge der weiteren Ermittlungen wurden alleine in diesem Fall knapp 20 Personen – unter anderem auch die Jugendlichen, die der besagten Gruppe zuzuordnen sind – als Zeugen vernommen. Es stellte sich allerdings heraus, dass die Befragten für die Verwüstung im Stadtpark nicht infrage kamen.

Nachdem im Falle der Sachbeschädigung in der Oettinger Raiffeisenbank eine Videoaufzeichnung gesichert werden konnte, kam bei den Ermittlern Hoffnung auf. Denn sie schlossen nicht aus, dass es zwischen den beiden Vorfällen einen Zusammenhang gibt.

Aufgrund der vorliegenden Bilder beschränkte sich die Polizei zu Beginn darauf, im Stadtgebiet Oettingen zu fahnden, insbesondere auch im Umfeld der Schulen. Auch im Fall der Raiffeisenbank vernahmen die Ermittler eine Vielzahl von Zeugen – jedoch half keine der Aussagen der Polizei weiter.

Der entscheidende Hinweis kam dann von einem Nördlinger Polizeibeamten, der auf den gesicherten Bildern einen jungen Mann wiedererkannte, mit dem er in einer anderen Ermittlungsangelegenheit zu tun hatte. Die Spur führte nach Nördlingen beziehungsweise nach Wemding und schließlich kam man zwei Tatverdächtigen auf die Schliche. Die beiden 15 und 17 Jahre alten Jugendlichen haben inzwischen auch gestanden. Nahezu gleichzeitig zu den Vernehmungen im „Laternenfall“ wurden die Namen zweier junger Männer bekannt, die in der Tatnacht ebenfalls im Stadtpark unterwegs waren. Die Polizei ermittelte diese beiden. Es handelt sich um einen 20-Jährigen und einen 21-Jährigen aus dem Nordries, von denen der ältere inzwischen geständig ist. Er räumte die Sachbeschädigung an den Laternen ein.

Polizeichef Walter Beck: „Ich bin sehr froh, dass sich unser Aufwand in dieser Angelegenheit bezahlt gemacht hat. Die Kolleginnen und Kollegen haben sehr engagiert und hartnäckig ermittelt und auch bei den Ermittlungen sehr gute Unterstützung aus der Bevölkerung erfahren. Auch unser Hauptzeuge half uns weiter, weil er sich trotz der spärlichen Beschreibung sicher war, dass er den Hauptverdächtigen auf jeden Fall wiedererkennen würde. Dieses Erinnerungsvermögen hat sich schließlich bestätigt, da er den von uns ermittelten Hauptverdächtigen auf einer angefertigten Wahllichtbildvorlage wiedererkannte.“

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren