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20.06.2009

Verschärfter Verweis für "streikende" Schüler

Donauwörth (glori) - 13 Buben und Mädels des Donauwörther Gymnasiums machten sich am Mittwochmorgen auf nach München. Mit dem Zug fuhren die Elftklässler am Morgen in die Landeshauptstadt, um zusammen mit vielen Tausend anderen Schülern und Studenten für eine bessere Bildung zu demonstrieren. Streik nannte es die Donauwörther Schulleitung und verpasste am nächsten Morgen allen 13 einen verschärften Verweis.

Streiken ist rein rechtlich gesehen für Schüler nicht erlaubt, da sie in keinem Arbeitsverhältnis stehen. Die "streikenden" Schüler haben aber trotzdem auf Verständnis seitens der Schule gehofft. "Schließlich geht es ja auch um Verbesserungen an unserer Schule", sagt einer. Auch am Gymnasium würden immer wieder Stunden ausfallen, Klassen seien überfüllt und immer noch sei die Schule mit neuen Medien schlecht ausgestattet: "Wir müssen immer noch Filme auf uralten Video-Kassetten anschauen. Das ist einfach nicht mehr zeitgemäß."

Um die Öffentlichkeit und vor allem die Politiker auf die Missstände in der Bildungspolitik aufmerksam zu machen, hatten Schüler und Studenten in ganz Deutschland zu Kundgebungen, Debatten, Demonstrationen und Besetzungen von Hochschulgebäuden aufgerufen. Die Schüler des Donauwörther Gymnasiums hatten sich kurzfristig entschlossen, auch in München zu protestieren. "Viele Tausend Jugendliche und junge Erwachsene hatten sich am Marienplatz versammelt", erzählen sie, "teilweise waren ganze Schulklassen zusammen mit ihren Lehrern da. Es war ein tolles Gemeinschaftserlebnis."

Dass die Schulleitung von diesem spontanen Ausflug während der Unterrichtszeit alles andere als begeistert sein würde, hatten die Gymnasiasten schon vermutet - zumal sie ihr Vorhaben erst am Mittwochvormittag per Telefon von unterwegs der Schule mitteilten.

Verschärfter Verweis für "streikende" Schüler

Unentschuldigtes Fernbleiben

Für Oberstudiendirektor Jörg Eyrainer gab es kein Pardon: "Schüler haben kein Streikrecht. Somit war es unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht, das laut Schulordnung mit einem verschärften Verweis bestraft wird." Eyrainer hat kein Verständnis für den Protest: "Es läuft zwar nie immer alles optimal, aber in meinen Augen haben die Schüler unserer Schule keinen Grund zu streiken." Ein langes Gespräch am Donnerstag sollte die Schüler zur Vernunft bringen und "sie ihr Fehlverhalten einsehen lassen", so Eyrainer, doch der Verweis habe trotzdem sein müssen.

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