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Stadtleben

15.09.2019

Viel Sonne für die Donauwörther Sonnenstraße

Durchaus südländisch mutete die Stimmung an einem wunderschönen Spätsommer-Samstag in der Donauwörther Sonnenstraße an.
Bild: Helmut Bissinger

Wie sich die Parallelstraße von Donauwörths Prachtmeile in den Blickpunkt rückt und zeigt, wie mit Nischenangeboten die Verbraucher angelockt werden können

Fleiß und Engagement wurden belohnt: Beim Sonnenstraßenfest am Samstag lachte die Sonne vom Himmel. Die Organisatoren konnten sich so wie geplant mit ihrem Programm präsentieren. Die Parallelstraße von Donauwörths Prachtmeile, der Reichsstraße, versuchen seit Jahren, mit Nischenangeboten und Ideen die Verbraucher anzulocken. Und das gelingt offensichtlich. Nun wurde das Sonnenstraßenfest mit Musik, Kinderprogramm und kulinarischen Leckerbissen gefeiert.

"Wir brauchen ein Innenstadtfest" in Donauwörth

„Die Idee hat sich durchgesetzt, aber wir brauchen ein Innenstadtfest“, sagt Dieter Kleinle, der in der Sonnenstraße einen Feinkost-Laden betreibt. Er fordert mehr Miteinander und das Verständnis der Stadt für die Belange der Geschäftstreibenden, „das nicht immer spürbar ist“. Kleinle beklagt, dass durch das Geschäftesterben in der Reichsstraße die Frequenz auch bei ihm geringer geworden sei. Laufkundschaft gäbe es so gut wie nicht mehr, „ganz abgesehen davon, wie die Parküberwachung in der Stadt potenzielle Kunden von einem Besuch abhält.“

Kritik an der Stadtpolitik

Der Entwicklung, die dramatisch sei, wolle man mit dem Fest entgegenwirken, sagt Jutta Micello. Sie setzt auf Kundenbindung und hat deshalb zum Fest in der Sonnenstraße einiges organisiert: Orientalische Aubergine mit Reise gibt es bei ihr, aber auch Kuchen und Cocktails. Natürlich, so Micello, leide man darunter, dass die Zahl der Innenstadt-Besucher immer geringer werde. Ähnlich sieht es Andrea Schneid. Sie bietet Bekleidung an und würde sich wünschen, dass die Stadt wieder mehr in den Blickpunkt rücke. Das erwartet sie sich auch vom Sonnenstraßenfest. Es sei ein wichtiger Grund, ein solches Openair zu veranstalten, „um den Kontakt zum Verbraucher zu finden“. Der Zusammenhalt in der Straße sei jedenfalls groß.

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Einer dieser Kunden hat seine eigene Meinung. Er wünscht sich, dass die Stadt wieder mehr belebt werde. Da kann Dieter Kleine nur zustimmend nicken.

Er plädiert dafür, jeden ersten Samstag im Monat die Innenstadt für den Verkehr zu sperren. „Man würde dann sehen, ob das funktioniert.“ Wenn nicht, könne ein solches Experiment auch schnell wieder abgebrochen werden.

Schon seit Jahren versuchen die Geschäftsinhaber in der Sonnenstraße, sich besonder hervorzuheben, mit Aktionen auf sich und den ungewöhnlichen Branchenmix aufmerksam zu machen. Stöbern bei Trödlern auf der Straße, da und dort ein gemütlicher Plausch, dem Lukullus frönen und der Bummel entlang der Straße – das war angesagt in der Sonnenstraße.

Am Ende waren auch die Sitzplätze gut besucht, die Essensstände umlagert. Das Grundproblem, so eine Geschäftsinhaberin, sei damit aber nicht gelöst. Sie setzt auf den im kommenden März zu wählenden Stadtrat und einen neuen Oberbürgermeister.

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