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Donau-Ries-Kreis

24.01.2017

Viel Zuspruch für Martin Schulz

Sigmar Gabriel (links) verzichtet darauf, SPD-Kanzlerkandidat zu werden. Er schlägt den früheren EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz vor.
Bild: Nietfeld, dpa

SPD-Funktionäre aus der Region zollen Sigmar Gabriel Respekt, begrüßen aber seine Entscheidung.

Die Nachricht ist ein Paukenschlag, auch für viele Mitglieder der SPD. Sigmar Gabriel hat bei der wöchentlichen Sitzung der Fraktion angekündigt, nicht als Kanzlerkandidat anzutreten. „Wir waren alle überrascht, dass er diesen Schritt jetzt macht“, sagt die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Fograscher aus Nördlingen, die in der Sitzung dabei war.

Hinter dem Tagesordnungspunkt „Aktuelle politische Situation“ kann vieles stehen, eine derartige Verschiebung der Verhältnisse in der Partei bedeutet er in der Regel nicht. Fograscher, die seit 1994 im Bundestag sitzt und zur kommenden Wahl 2017 nicht erneut antreten wird, findet es „gut und fair“, dass Gabriel diese Entscheidung vor der Fraktion bekannt gegeben habe. Gabriel, sagt sie, habe als Vorsitzender eine gute Arbeit gemacht und sei ja auch nach Willy Brandt die längste Zeit in der Position gewesen. Dass er sich selber als Person nun hintanstelle, sei ein großer Schritt. Als Parteivorsitzender hätte er Zugriffsrecht auf die Kanzlerkandidatur gehabt, doch er habe das Wohl der Partei in den Vordergrund gerückt.

Und Martin Schulz bessere Chancen eingeräumt. Der ehemalige Präsident des Europaparlaments wird die Sozialdemokraten nun 2017 in den Wahlkampf führen und wohl auch bald den Parteivorsitz übernehmen. Fograscher sieht einen Vorteil darin, dass der 61-Jährige nicht in die Arbeit der Großen Koalition eingebunden war. „Er kann im Wahlkampf freier agieren.“

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Die Donau-Rieser Kreisfraktionsvorsitzende Ursula Straka hält viel von dem bisherigen EU-Politiker. „Es ist sehr, sehr deutlich, dass er für ein starkes Europa steht“, sagt sie. „Das ist auch für mich persönlich wichtig. Ohne Vertiefung und Integration kommen wir da künftig nicht weiter, vor allem nicht mit Trump.“ Schulz habe gezeigt, dass er hinter seinen Inhalten stehe und diese auch vertrete, „mit klaren Linien und Leidenschaft“. Mit Martin Schulz sei ein starker Gegner für Merkel gefunden worden, der in der Öffentlichkeit stets eine gute Figur gemacht habe. „Er spricht mit allen die selbe Sprache“, sagt die SPD-Kreisvorsitzende, er erreiche viele Menschen und habe auch aus diesem Grund gute Chancen bei der Bundestagswahl. „Gabriel hat ganz klar auch den Durchblick und ist sicher gut geeignet für die Position, aber Schulz ist die bessere Wahl.“

Christoph Schmid berichtet, an der Basis der SPD sei eine „große Neugier“ auf Martin Schulz. Schmid, der Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Donau-Ries ist, wird 2017 als neuer Kandidat für die Bundestagswahl im Wahlkreis Donau-Ries antreten. Er findet, dass Schulz eine gute „Antithese“ zu derzeitigen nationalen Bestrebungen in Europa sei. „Er ist überzeugter Europäer.“ Gabriel hätte er die Kandidatur durchaus zugetraut, doch der habe auch ein Image-Problem. Im November habe er ihn in Berlin erlebt und das auch Gefühl gehabt, dass der aktuelle Parteivorsitzende „nicht versessen“ darauf sei, als Kanzlerkandidat anzutreten, berichtet Schmid.

Die Partei hätte es Gabriel wohl nicht verwehrt, hätte er selber antreten wollen. Schmid sagt, er habe großen Respekt vor Gabriel und seiner Entscheidung. „Das jemand anderem zu überlassen, da gehört schon etwas zu.“

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