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11.11.2017

Vom Cannabis zum Heroin: Freiheitsstrafe

Gericht verurteilt einen 28-Jährigen

Für Richter Helmut Beyschlag war es ein negatives Paradebeispiel, das man den Befürwortern von Cannabiskonsum vor Augen führen sollte. Ein Mann aus einem Dorf im südlichen Ries stand wegen des Erwerbs und Anbaus von Betäubungsmitteln vor dem Amtsgericht Nördlingen. Das Leben des 28-jährigen ist geprägt von Drogen und den damit verbundenen Folgen.

Bereits mit zwölf Jahren rauchte der Mann Joints. Daraus entwickelte sich eine Sucht. Der Angeklagte griff zu immer härteren Drogen und landete schließlich beim Heroin. Solches bestellte er zweimal im dunklen Internet, einmal war es auch Amphetamin. Zu Hause baute der 28-Jährige Cannabispflanzen an. Dann kam der gesundheitliche Zusammenbruch.

In dieser Zeit wurden Ermittler auf den Mann aufmerksam. Bei einer Wohnungsdurchsuchung stießen sie auf die Pflanzen. Die hatte die Ehefrau während der Abwesenheit ihres Gatten gegossen. Damit landete sie ebenfalls vor Gericht – wegen Beihilfe zum unerlaubten Anbau von Rauschgift. Das Verhalten der Frau sei schwer verständlich, so Beyschlag. Der stellte das Verfahren gegen sie aber ein – gegen eine Geldauflage von 700 Euro.

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Bei dem 28-Jährigen stand mehr auf dem Spiel. Der Angeklagte räumte sein Fehlverhalten ein und zeigte sich darüber hinaus einsichtig. Dies, sowie die Tatsache, dass er in geordneten sozialen Verhältnissen lebt – auch dank eines nachsichtigen Arbeitgebers –, bewahrte den Rieser vor dem Gang ins Gefängnis. Richter Beyschlag – er sprach von einer „erschreckenden und langjährigen Drogenkarriere“ – verurteilte den Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten zur Bewährung. Die werde nur Bestand haben, wenn es dem 28-Jährigen gelinge, sich endgültig von den Drogen loszusagen, stellte Beyschlag klar.

Der Verurteilte muss zudem eine Geldauflage von 3600 Euro bezahlen und eine begonnene Therapie fortsetzen. Ebenso muss er drei Jahre lang jeweils auf eigene Kosten mindestens vier Kontrollen auf Drogen vornehmen lassen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten gefordert, der Verteidiger auf ein Jahr und zwei Monate plädiert. (wwi)

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