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Fastenpredigt

14.03.2018

Vom Verschieben und Sparen

Alexander Beck schenkte beim Starkbierfest kräftig ein.
Bild: wwi

Bruder Barnabas schenkt beim Starkbierfest in Ebermergen kräftig ein

Die Stadt Harburg hält einen Rekord – und zwar in der Disziplin „Projekte verschieben“. Das hat Bruder Barnabas alias Alexander Beck in seiner Fastenpredigt beim Starkbierfest in Ebermergen festgestellt. In der vom Publikum mit Spannung erwarteten Rede schenkte Beck mitunter kräftig ein, erinnerte an Missgeschicke im Ort und darüber hinaus. Ebenso prangerte er Missstände und Fehlentwicklungen an, die er in Ebermergen und im Harburger Stadtgebiet entdeckt zu haben glaubt.

Zu den Vorhaben, die nicht angepackt werden, zählte der Prediger die historische Wörnitzbrücke in Ebermergen. Quadratmeterweise platze der Putz von den Brüstungen und aus den Pfeilern wüchsen Bäumchen. Eine weitere offene Baustelle: Das hölzerne Geländer entlang des Morschbachs sei zusammengefault: „Da muss man Angst haben, dass beim nächsten Windstoß ein Biber erschlagen wird.“ Mit dem Beschluss des Stadtrats, das lange diskutierte Wassertretbecken in Brünsee doch nicht zu verwirklichen, sei „Bad Brünsee“ gestorben. Stattdessen könnte man, so Becks Vorschlag, um eine kleine Insel im Reisbach in Ebermergen ein Geländer installieren. So wäre Wassertreten möglich: „Billiger geht es nicht.“

Kritisch setzte sich Bruder Barnabas mit dem Thema Kirche auseinander. Da werde in Ebermergen immer mehr gestrichen und gespart: Beispielsweise beim Gottesdienst, der im Winter ins Gemeindehaus verlegt werde und oft nur noch von einem Lektor gehalten werde, oder beim Präparanden- und Konfirmandenunterricht, der den Kindern nur noch ein Jahr lang – „und dann auch nur alle zwei Wochen“ – zugemutet werden könne. Dass die Feier zum Weltgebetstag ausfällt, weil es keine freiwilligen Helfer mehr gibt, die das organisieren, gefiel dem Bruder ebenfalls nicht.

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Neben solch ernsteren Anmerkungen sorgte der Redner mit einigen Kommentaren zu Vorkommnissen in den Vereinen für Lacher. Die Ebermergener Schützen gingen bei den Neuwahlen völlig neue Wege: „Das Amt des Schützenmeisters wird vererbt.“ Dass nach einem vergleichsweise harmlosen Einsatz der Feuerwehr deren Fahrzeug beim Rangieren gegen das Feuerwehrwehrhaus krachte und entsprechenden Schaden anrichtete, blieb Beck, der auch Feuerwehrkommandant ist, natürlich nicht verborgen.

Am Ende merkte Beck versöhnlich an: „Vielleicht sollten wir es mit den neuen Zeiten so machen wie mit dieser Fastenpredigt: Einfach nicht alles so bierernst nehmen.“ (dz)

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