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09.11.2010

Vorarbeiter von Teerkolonne vor Gericht

Vor dem Landgericht Augsburg muss sich ab heute ein britischer Staatsbürger verantworten, der zusammen mit einer Bande als betrügerische "Teerkolonne" in Bayern unterwegs war. Von den acht Fällen, die dem 32-Jährigen zur Last gelegt werden, ereignete sich einer in Fünfstetten und einer im Raum Bissingen.

Angeklagt ist der Mann unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung und gewerbsmäßigen Bandenbetrugs. Bei einer Verurteilung droht dem Briten eine mehrjährige Haftstrafe.

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Die Taten ereigneten sich zwischen Oktober 2008 und März 2010. Zu letzterem Zeitpunkt suchte die Kolonne um den "Vorarbeiter" in Nordschwaben nach Opfern. Die Masche war stets die gleiche. Die Bande tauchte bei Grundstücksbesitzern auf und gab vor, Restmengen von Asphalt von einer Baustelle zu haben. Diesen könne man gleich zu einem Sonderpreis verbauen. Ein Landwirt in Fünfstetten willigte ein - und erlebte sein blaues Wunder.

Die Kolonne erschien und asphaltierte eine wesentlich größere Fläche als vereinbart. Diese ermittelte der 32-Jährige laut Anklage zudem mit einem manipulierten Maßband. Mit diesem Vorgehen betrug der Preis nicht mehr einige Hundert, sondern plötzlich gleich 7500 Euro. Diese Summe verlangte die Bande von dem Opfer gleich in bar.

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Als der Bauer sich weigerte, einen solchen Betrag zu bezahlen, gruppierten sich die Arbeiter um ihn, stießen ihn herum und drohten mit den Fäusten. Derart eingeschüchtert fuhr der Fünfstettener mit den Tätern zur Bank und hob mehrere Tausend Euro ab. Mit dem Geld machte sich die Kolonne aus dem Staub.

In einem Ortsteil von Bissingen kassierte die Bande von einem Landwirt 5000 Euro für minderwertige Arbeit.

Mit ihrer Masche kassierte die Bande nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft insgesamt rund 20 000 Euro. Den Angeklagten schnappte die Polizei in München auf dem Flughafen.

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