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Rain

13.02.2015

Waldkindergarten als neues Angebot

Ein Waldkindergarten setzt auf andere Methoden als Regelkindergärten, der Bildungsauftrag wird aber in gleichen Maße erfüllt. Auch in Rain wird eine solche Einrichtung nun entstehen. Losgehen soll es möglichst schon im September.

Die Einrichtung in Rain soll bereits im September eröffnet werden. Derzeit liegen schon zehn Anmeldungen vor. Wie das Konzept aussieht und was die nächsten Schritte sind

von Manuel Wenzel

Eltern in Rain haben bald eine weitere Option, wenn sie ihren Nachwuchs in den Kindergarten schicken wollen. Neben den bisherigen Regel-Kindergärten soll es ab September in der Stadt eine weitere Einrichtung geben: einen Waldkindergarten. Das hat der Stadtrat beschlossen.

In der Sitzung am Dienstagabend stellten die Initiatorinnen Silvia Chwalka und Annika Rumohr das Projekt vor. Dabei wurde im Saal auch ein kurzer Film über die Waldkindergärten in Nördlingen und Augsburg-Haunstetten, zwei von derzeit rund 20 in Schwaben, gezeigt. So konnten sich das Gremium und die Zuhörer gleich ein Bild des pädagogischen Konzepts, das ursprünglich aus Skandinavien stammt, machen.

Im Fokus stehen dabei das Erleben, Experimentieren und Beobachten in der Natur. Die Kinder halten sich überwiegend unter freiem Himmel auf. „Wenn es zu gefährlich wird, etwa bei einem Sturm, sperrt der Förster aber die Waldplätze“, erklärte Chwalka. Dann wird für die Aktivitäten meist auf einen Bauwagen ausgewichen. In Donauwörth und Nördlingen – dort hospitierten die beiden Erzieherinnen unter anderem – sei es bisher nicht zu größeren Unfällen gekommen. Falls aber doch etwas passiert, so hafte nicht der Waldbesitzer, sondern der Veranstalter. „Da stellt sich dann die Frage, wer die Aufsichtspflicht hatte“, so Chwalka.

Handelsübliches Spielzeug gibt es in der Regel nicht. Gespielt wird stattdessen mit Naturgegenständen, die die Kinder in der Umgebung finden. Dadurch werden besonders die Fantasie und auch die Kommunikation innerhalb der Gruppe angeregt. Auch die Motorik wird durch die viele Bewegung geschult. Verboten ist dagegen, etwas aus dem Wald zu essen. Dafür ist regelmäßiges Händewaschen Pflicht. Auch in Waldkindergärten müsse der gesetzliche Bildungsauftrag erfüllt werfen, betonte Rumohr. Der Lehrplan ist also derselbe wie in einer normalen Einrichtung. Allerdings werden dazu zum Teil andere Materialen verwendet. „Es handelt sich um eine gute Alternative zum Regelkindergarten“, fasste Rumohr zusammen.

Diese Meinung vertraten auch die einzelnen Fraktionen im Stadtrat, dementsprechend fiel der Beschluss, einen Waldkindergarten in Rain einzurichten, einstimmig aus. Für das neue Kindergartenjahr, das im September beginnt, liegen Bürgermeister Gerhard Martin zufolge bereits zehn Anmeldungen vor: sechs aus Rain und vier aus anderen Gemeinden. Die Gebühren seien die gleichen wie im Regelkindergarten, so Martin. Allerdings sei im Waldkindergarten keine ganztätige Betreuung möglich. „Aber es gibt sicher Modelle, um auf die Bedürfnisse Einzelner einzugehen“, war der Rathauschef überzeugt.

Bevor die neue Einrichtung an den Start gehen kann, sind aber noch einige Punkte zu klären. Bei der Trägerschaft strebt die Stadt eine Kooperation mit einem freigemeinnützigen Träger an, laut Martin wurden dazu aber noch keine Verhandlungen geführt. Gespräche mit potenziellen Partnern sowie der Kindergartenaufsicht sollen nun folgen. Das Erarbeiten einer detaillierten Konzeption und die Gewinnung von qualifiziertem Personal steht ebenso noch auf der Agenda wie die Suche nach einem geeigneten Standort. „Zum Glück ist die Stadt ein großer Waldbesitzer. Ich bin sicher, dass sich geeignete Flächen finden werden“, sagte Martin.

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