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Kaisheim

23.01.2015

Wann wird das Strauß-Haus ausgebaut?

Die Entscheidung über eine Sanierung des Strauß-Hauses in Kaisheim gestaltet sich schwierig. Doch jetzt sind erste Weichen gestellt worden.
Bild: Widemann

Der Gemeinderat in Kaisheim bringt die Erweiterung des Rathauses formal auf den Weg. Die weiteren Schritte sind noch unklar. Ein paar Räte sind verärgert.

Nach jahrelangen Diskussionen hat der Gemeinderat in Kaisheim nun den ersten formalen Schritt für ein größeres Rathaus getan. Das Gremium genehmigte mit den Stimmen der PWG und der CSU den Bauantrag für den Umbau und die Sanierung des Strauß-Hauses. Wie und wann das Projekt umgesetzt wird, ist indes noch offen, wie Bürgermeister Martin Scharr betonte. In der Sitzung gab es auch Misstöne.

Ende des vergangenen Jahres hatten die Kommunalpolitiker einen Beschluss vertagt. Einige der neu gewählten Räte fühlten sich damals noch nicht ausreichend informiert. Deshalb bekamen sie zwischenzeitlich Unterlagen. Zudem erläuterte Architekt Dieter Keller am Dienstagabend erneut die Pläne zur Erweiterung des Rathauses.

Größter Sanierungsbedarf im Strauß-Haus bestehe am Dachstuhl. An dem seien die Schäden durch Witterungseinflüsse und Rückbauten (Herausnahme von Balken) in den vergangenen Jahrhunderten erheblich. Das statische Gefüge sei derart gestört, dass die Mauern nach außen gedrückt würden und die Standsicherheit des Gebäudes „eigentlich nicht mehr gewährleistet ist“, wie ein Gutachter festgestellt habe. Der Dachstuhl müsse heuer zumindest notgesichert werden. Dies würde rund 30000 Euro kosten und müsse unabhängig von einer generellen Sanierung betrachtet werden. Sprich: Würde das Gebälk gleich richtig repariert, könnte sich die Kommune die 30000 Euro „sparen“.

Überhaupt wäre es dem Architekten zufolge vernünftig, das Gebäude erst einmal zu sanieren. Der Vorlauf würde mehrere Monate dauern, so Keller. Es sei grundsätzlich denkbar, dass die Arbeiten in diesem Jahr starten könnten. Allein für Maßnahmen im Inneren des Hauses könnte man etwa ein halbes Jahr veranschlagen. Da könnte auch in den Wintermonaten gearbeitet werden. Es sei generell zu klären, welcher Abschnitt wann verwirklicht werde.

In diesem Zusammenhang stellte Bürgermeister Scharr erneut klar, dass die Genehmigung des Bauantrags lediglich der „Einstieg“ in das Projekt sei: „Das ist noch kein Baubeginn.“ Der Bauantrag diene erst einmal dem Zweck, bei der Regierung von Schwaben die Zusage für die möglichen Zuschüsse zu bekommen. Wenn die Förderung feststehe, „werden wir hier zusammen den nächsten Schritt tun“, versprach der Bürgermeister. Man stehe nicht unter Zugzwang. Der Bauplan sei drei Jahre gültig und könne auch verlängert werden.

Scharr versicherte zudem: „Wir reißen jetzt keine Treppe weg.“ Damit spielte er auf die derzeitige Eingangstreppe zum Rathaus an, die marode ist. Unter der Treppe befinden sich die Toiletten für das „Haus des Gastes“. Das WC würde nicht mehr benötigt, wenn im Erdgeschoss des Strauß-Hauses neue Toiletten geschaffen werden. Räte der Freien Bürgerstimme und der Grünen ließen erneut durchblicken, dass sie eine „Salami-Taktik“ befürchten, mit der Pläne umgesetzt würden, die sich die hoch verschuldete Kommune nicht leisten könnte. „Das Pferd wird von hinten aufgezäumt“, wetterte Herbert Bauer (Freie Bürgerstimme). Bürgermeister Scharr widersprach dieser These. Gemeinderat Franz Christ (PWG) hatte zuvor den Antrag gestellt, die Debatte um das Strauß-Haus zu beenden, da hier kein Zugzwang bezüglich des Ausbaus bestehe. Mit 11:3 Stimmen war Schluss. Dies erboste wiederum Bauer: „Ich lasse mir meine Fragen nicht durch einen Antrag zur Geschäftsordnung abwürgen.“ Seine Fraktionskollegin Gabriele Laxgang fühlte sich offenbar an Vorgänge in der vorherigen Legislaturperiode erinnert: „Es geht hier so weiter, wie es war. Das ist das Schlimme.“ Aus Verärgerung über den Ablauf stimmten die anwesenden Räte der Freien Bürgerstimme und der Grünen – Bauer, Laxgang und Karl Heinz Bablok – gegen den Bauantrag.

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