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Rögling

23.08.2020

Warum Bürgermeister Isidor Auernhammer kaum Zeit fürs Amt hat

Isidor Auernhammer ist ehrenamtlicher Bürgermeister der kleinen Gemeinde Rögling. Die neuen Aufgaben zu schultern, ist nach wie vor ungewohnt.
Bild: Sonntag

Plus Isidor Auernhammer ist der neue Bürgermeister in Rögling. Trotz ungeahnter Probleme, die mit seinem bisherigen Beruf zu tun haben, bleibt er optimistisch.

Am 1. Mai haben die neuen Bürgermeister ihr Amt angetreten. Damit können sie exakt an diesem Wochenende auf die ersten 100 Tage zurückblicken - Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Von heute an, den Auftakt macht der Donauwörther Oberbürgermeister Jürgen Sorré, beleuchtet die Donauwörther Zeitung in einer Serie die Erfahrungen der neuen Rathauschefs in der Region. Die weiteren Artikel erscheinen in loser Folge in den kommenden Wochen.

„Einige Aufgaben waren doch sehr überraschend“, gibt Isidor Auernhammer zu. Seit etwa 100 Tagen ist der 58-Jährige als Röglings Bürgermeister im Amt und wurde in dieser Zeit häufig vor unvorhergesehene Probleme gestellt.

Vieles war neu, gerade Details zu Bauanträgen und Fristen musste er sich erst erklären lassen, da es doch einiges zu beachten gibt. Auch die Anliegen und Probleme der Bürger waren zahlreicher als gedacht. Denn wenn im Ort irgendetwas „nicht passt“, ist er die Anlaufstelle, sei es eine ausgefallene Wasserpumpe, oder die Kneippanlage, die nicht sauber ist. „Oft sind es nur Kleinigkeiten“, sagt er und erinnert sich an Straßen, die nicht ordentlich gekehrt wurden oder Gras, das etwas zu spät gemäht wurde. Doch auch diese Kleinigkeiten summieren sich.

Die Pandemie macht dem Röglinger den Übergang ins Amt schwer

Hinzu kommt, dass sein Antrag auf Arbeitszeitverkürzung noch nicht genehmigt wurde. Als Polizist hat er aufgrund der Pandemie aktuell unflexible Arbeitszeiten, was es schwer macht, Termine unterzubringen. Da kommt es ihm schon fast gelegen, dass die Veranstaltungen im Ort abgesagt werden mussten, denn noch wäre es schwierig geworden, die zahlreichen Vereinssitzungen in seinem Terminplan unterzubringen.

Aufgrund des Schichtdienstes gestaltet sich sein Tagesablauf sehr unterschiedlich. „Manchmal setze ich mich morgens um 6 Uhr an den Computer, an anderen Tagen erst gegen 22 oder 23 Uhr“, berichtet er. Teils nimmt er seine Aufgaben als Bürgermeister von zu Hause aus wahr, teils arbeitet er in seinem Büro im Gemeindezentrum.

Es verwundert deshalb nicht, dass Auernhammers Privatleben derzeit zurücktreten muss. „Die Zeit, daheim etwas zu erledigen, fehlt“, sagt er. Auch Unternehmungen mit seiner Partnerin seien nur vereinzelt möglich. In den vergangenen Monaten hat er immer wieder gezielt Urlaubstage genutzt, um der Arbeit in der Gemeinde nachgehen zu können. Privat waren deshalb nicht mehr als ein paar Tagesausflüge, bei denen er aber auch stets erreichbar geblieben ist, möglich.

Kindergarten in Rögling wird teuer

„Ich will mich aber nicht beschweren“, stellt er klar. Denn trotz der Schwierigkeiten ist er weiter optimistisch. „Wir kriegen das auf die Reihe“, sagt er mit Nachdruck. Das verdanke er auch der Unterstützung, die er insbesondere von seinem Stellvertreter Richard Kohl bekommt. „Er übernimmt Aufgaben, wenn ich durch die Arbeit verhindert bin“, sagt Isidor Auernhammer.

Die Liste der noch aufgeschobenen Aufgaben ist lang. Auernhammer ist dennoch optimistisch, dass sich dies in Zukunft ändern wird. Auch eigene Projekte konnten bisher nicht in Angriff genommen werden. Er und der Gemeinderat sind durch die vor seinem Amtsantritt beschlossenen Projekte gebunden und müssen diese erst beenden.

Gerade der kostspielige Kindergarten-Umbau wird es finanziell schwierig machen, größere Vorhaben in Rögling zeitnah in die Tat umzusetzen.

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