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Plastikfrei-Serie

25.11.2019

Warum es sich lohnt, Verpackung zu sparen

Ist es nicht viel teurer, im Uverpacktladen oder beim Direktvermarkter zu kaufen?

Plastik ist überall: beim Einkaufen, im Kinderzimmer, im Küchenschrank. Doch immer mehr Menschen entscheiden sich, so viel wie möglich auf Plastik zu verzichten. Carina Reitmair, Initiatorin der Plastikfrei-Stammtische in Donauwörth und Thierhaupten und Gründungsmitglied der „Transition Town – Mehr Nachhaltigkeit für Donauwörth“, hat ihr eigenes Leben und das ihrer Familie seit sechs Monaten komplett umgestellt: Neues Plastik kommt fast nicht mehr ins Haus. Sie teilt mit den DZ-Lesern ihre besten Tipps:

Plastikfrei Einkaufen – warum überhaupt?

Plastikfrei oder auch unverpackt Einkaufen wird immer beliebter, aber was sind eigentlich die Vorteile dabei und kann sich das überhaupt jeder leisten?

Nachdem Reitmair mit ihrer vierköpfigen Familie nun seit über sechs Monaten plastikfrei und daher auch müllreduziert lebt, kann sie ganz klar von sich sagen: „Ja, es hat viele Vorteile und es kann sich jeder leisten, seinen Konsum anzupassen.“ Natürlich sei Bio-Ware teurer als konventionelle Lebensmittel, doch wer im Unverpacktladen einkaufe, schaffe gleich zwei Dinge: Er spart Verpackung und kauft Bio. „Dafür sparen wir viel Geld an anderen Ecken, sodass wir uns Bio-Lebensmittel leisten können“, rechnet die zweifache Mutter vor.

Dadurch, dass ihre Familie weniger Müll produziere, kämen sie nun mit einer kleineren Tonne klar. Die Rechnung ist einfach: In Bäumenheim zahlte sie für eine 120 Liter-Tonne monatlich 16,35 Euro. Für eine 40 Liter-Tonner überweist sie 7,80 Euro. „Das sind fast 105 Euro im Jahr weniger Müllgebühren.“ Ansonsten hat sich ihre Einstellung zum Thema Konsum an sich verändert.

Vieles versucht sie nun zu reparieren, statt zu ersetzen. „Das sind so simple Dinge wie die Klamotten zu nähen oder Socken erst einmal zu stopfen. Auch der Schlauch am Radl kann erst mal repariert werden“, sagt Reitmair. Zudem stellt sie mit einfachen Hausmitteln Geschirrspülmittel oder auch Zahnpasta her.

Neues wird fast gar nicht mehr gekauft, sondern erst einmal in den gut sortierten Secondhand-Geschäften der Region geschaut, was dort im Angebot ist. „Das Angebot ist besser und größer als man vielleicht denkt und gerade für Kinder, die schnell wachsen, ist das ideal.“

„Ich habe wieder gelernt, die Dinge wertzuschätzen und bewusst zu konsumieren“, sagt Reitmair. „Wir können nicht auf die Politik und den Handel warten, sondern es sollte jeder bei sich selbst anfangen.“ An sich überdenken wir unser Einkaufsverhalten und stellen viel mehr infrage, ob man sich stetig neue Dinge anschaffen muss. Brauche ich wirklich ein neues Smartphone oder die neueste Technik? „Das spart ebenfalls viel Geld“, so Umweltschützerin Reitmair.

Ein weiterer Punkt ist, dass sie durch ihre Art einzukaufen, viel mehr darüber nachdenkt, wie viel man von was braucht. Die Folge: Es wird fast nichts mehr weggeschmissen, weil es verdorben, alt oder nicht mehr schmackhaft ist. Im Unverpacktladen kauft sie grammgenau nur die Menge, die sie wirklich brauche. „Auch das spart Ressourcen und damit Geld“, so die Bäumenheimerin.

Mit ihrem Konsumverhalten unterstütze sie zudem den regionalen Handel und regionale Hersteller von Lebensmitteln.

Das beginne beim Bäcker und Metzger im Ort und gehe bis zum Hofladen oder Dorfladen. „Wir können unsere Region stärken und unseren CO2-Fußabdruck reduzieren, wenn wir regional, saisonal, bio und bei inhabergeführten Läden einkaufen.“

Und es sei nachhaltiger. Durch weniger Verpackungen würden Ressourcen geschont und durch regionales Einkaufen der CO2-Ausstoß reduziert und zudem Arbeitsplätze vor Ort gefördert.

Zuletzt aber gäbe es noch einen sehr persönlichen Vorteil, den vielleicht auch andere Mütter zu schätzen wissen: Mehr Planung, weniger Verpackung und mehr Vorratshaltung – wie es übrigens zu Großmutters Zeiten üblich gewesen wäre – bringe mehr Ruhe in den sowieso schon stressigen Alltag. Beispielsweise bei Grundnahrungsmitteln könne man sehr gut große Mengen kaufen und erspare sich den Supermarktwahnsinn. (fene)

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