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Donauwörth

21.11.2018

Was auf dem Areal der Donauwörther Delp-Kaserne geplant ist

Die Gebäude sind weg. Nurmehr alte Leitungen ragen aus der Erde – sonst ist fast alles auf dem Areal der Alfred.Delp-Kaserne dem Erdboden gleichgemacht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bis Jahresende sollen die Abbrucharbeiten auf dem Teil des Geländes, das bereits der Stadt Donauwörth gehört, abgeschlossen sein.
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Die Gebäude sind weg. Nurmehr alte Leitungen ragen aus der Erde – sonst ist fast alles auf dem Areal der Alfred.Delp-Kaserne dem Erdboden gleichgemacht. Im wahrsten Sinne des Wortes. Bis Jahresende sollen die Abbrucharbeiten auf dem Teil des Geländes, das bereits der Stadt Donauwörth gehört, abgeschlossen sein.
Bild: Thomas Hilgendorf

Plus Dort, wo einst Truppengebäude und Straßen waren, türmen sich Steinhaufen. Wie es jetzt weitergehen soll.

Abseits des Ankerzentrums ist fast nichts mehr zu sehen von der Alfred-Delp-Kaserne – oder vielmehr: Es erinnert schier nichts mehr daran, dass hier einst Soldaten ihren Dienst taten. Bis zum Jahresende sollen auf gut 22 Hektar des vormaligen Donauwörther Militärgeländes sämtliche Gebäude und Straßen abgerissen sein. Es sieht so aus, als könnten die Abbruchunternehmen diesen ehrgeizigen Zeitplan einhalten.

Abbruch der Kaserne in Donauwörth ist fast vollendet

Hoch droben auf dem Schellenberg wird seit Sommer vergangenen Jahres an fünf Tagen der Woche eifrig gearbeitet: Abrissbagger machen das Wände nieder, Betonbrecher mahlen Mauern. Doch das sind fast schon die leichteren Tätigkeiten. Tief unter der Erde liegende Bunker mit meterdicken Wänden mussten abgebrochen und zugeschüttet werden. Zudem darf sämtliches Material nicht einfach auf die Ladeflächen der Lastwagen geladen und auf den Schuttplatz transportiert werden.

Der Abbruch der Alfred-Delp-Kaserne ist fast abgeschlossen. Was sich auf dem Gelände verändert hat.
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Was von der Donauwörther Kaserne geblieben ist
Bild: Thomas Hilgendorf

Alle Materialien müssen strikt getrennt voneinander entsorgt werden, wie Robert Strasser erklärt. Er ist bei der Stadt Donauwörth, die das Gelände von der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (Bima) erworben hat, zuständig für die Liegenschaften. Strasser ist guter Dinge, dass der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann.

Sprich: Bis Jahresende sollen auch die Mauern der noch stehenden Bundeswehr-Unterkunft abgetragen sein. Gebäude 18 ist der letzte kastenförmige Zweckbau des von der Stadt übernommenen Areals. Will man dorthin gelangen, lässt sich das nur noch zum Teil auf der alten Panzerstraße bewerkstelligen. Und auch auf den noch existierenden Wege sollten die Arbeiter aufpassen, nicht zu stolpern – die Fugen zwischen den Betonplatten sind bereits entfernt worden.

40.000 Tonnen Betonbruch aus der Kaserne Donauwörth

40.000 Tonnen Betonbruch ergeben sich aus dem Abbruch der Kaserne. Ein großer Teil davon wurde bereits klein gemahlen in meist kieselgroße Steine, die sich dort, wo die Gebäude standen, zu meterhohen Bergen türmen. Strasser erläutert, dass der Betonbruch nach der Untersuchung auf Kontaminationen auf dem Gelände verbleiben werde, und zwar als Untergrund- beziehungsweise Befestigungsmaterial für die neuen Wege, die hier im künftigen „Alfred-Delp-Quartier“ entstehen. Das erspart den Abtransport von geschätzten 3000 Lastwagenladungen Bauschutt. Weggeschafft werden muss indessen der Ziegelbruch – er kann auf dem Areal nicht weiterverwendet werden.

Chemikalien wie etwa gut 250 Kilogramm Kühlflüssigkeit (Frigen) hatte das zuständige Ingenieurbüro geortet. Diese mussten Experten abpumpen und gesondert entsorgen. Auch Leuchtfarbe an einigen der Wände in den Gebäuden musste in Handarbeit abgeklopft werden. Die Arbeiter sind an vier bis fünf Tagen auf dem Gelände in Wohncontainern untergebracht.

Grundstücksinteressenten können sich bei der Stadt melden

Dort, wo einst die Tankstelle stand, zeugt davon noch ein aus dem Boden gehievter riesiger Tank. Strasser betont, das bei den regelmäßig anberaumten Untersuchungen keine besonderen Verunreinigungen festgestellt worden seien, wie es andernorts im Lande beispielsweise bei alten Wehrmachts- und Sowjetkasernen der Fall gewesen sei. Die Bundeswehr habe in der Regel umsichtiger agiert.

Der gut fünf Hektar große Teil des ehemaligen Militärgeländes, der noch bis Ende 2019 als Ankerzentrum für Asylbewerber dient, soll so bald wie möglich erworben werden, damit auch dort mit dem Abriss und der Erschließung begonnen werden kann. Grundstücksinteressenten für das bereits erworbene Areal können sich bereits jetzt bei der Stadt melden. Das Interesse sei spürbar, sagt Strasser im Hinblick auf eine Befragung jener Bürger, die auf der städtischen Grundstücksbewerber-Liste stehen. Mit der Erschließung der Grundstücke könne wohl im Frühjahr 2019 begonnen werden. Dann wird von den alten Gebäuden und Wegen wohl gar nichts mehr übrig sein.

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