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Was jeder für die Integration von Flüchtlingen tun kann

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Kommentar Von Barbara Wild
30.08.2019

Die vielerorts bestehende Skepsis gegenüber Migranten, die bei uns Asyl erhalten, ist verständlich, aber unbegründet. Den Migranten mit offener Haltung zu begegnen ist das Mindeste, was jeder von uns tun kann.

Klimaerwärmung und Flüchtlinge – bei diesen Themen zeigt sich, dass die Probleme der Welt vor der eigenen Haustüre nicht Halt machen. Als 2015 zehntausende Asylbewerber nach Bayern strömten, waren sie plötzlich auch im heimischen Landkreis, in den Städten, auf den Dörfern. Unvergessen die Gespräche mit den Flüchtlingen aus Syrien, die am Bahnhof Mündling untergebracht wurden. Betten, ein Bad, eine Küche, ein Fußball – mehr war nicht drin in ihrem ersten Zuhause . Es war sicher, doch weit weg von allem.

Immer Flüchtlinge kamen, so schnell, dass die Unterkünfte nicht reichten. Turnhallen wurden zu Massenherbergen, bis der Landkreis Häuser anmieten konnte. Es gab keine Strategie, keinen Plan, wie die Ansprüche der Fremden bewertet und bewältigt werden sollen. Es brauchte Zeit und wieder weltpolitische Verhandlungen.

Ankerzentrum beherrscht die Schlagzeilen

Heute beherrschen die meist negativen Schlagzeilen über das Ankerzentrum in Donauwörth die Gespräche über Asyl in der Region ( Flüchtling demolierte Autos im Ankerzentrum: Täter abgeschoben )

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. Doch die Migranten, die anerkannt in unseren Kommunen längst ihr eigenes Leben führen, stehen nicht mehr im Fokus. Dabei sind sie es, denen man im Supermarkt begegnet, die man am Spielplatz trifft oder deren Sohn mit dem eigenen in die Klasse geht. Es sind die, die bleiben – vielleicht nicht für immer im Landkreis Donau-Ries, aber in Deutschland. Was wir ihnen bei uns mitgeben, prägt sie. Und vor allem die zweite oder dritte Generation dieser Familien werden ein wichtiger Teil unserer Wirtschaftswelt und Gesellschaft sein.

Die vielerorts bestehende Skepsis gegenüber Migranten, die bei uns Asyl erhalten, ist verständlich, aber unbegründet. Woher man stammt, sagt nichts über den Charakter aus. Jedem – egal ob schwäbisch, bayerisch, deutsch, europäisch oder von irgendwo auf der Welt – sollte man eine Chance geben. Helfer wie in Wemding, Monheim oder Donauwörth haben das getan und hier unverzichtbare Arbeit geleistet, die höchsten Respekt und Anerkennung verdient. Denn es ist Engagement, von der eine ganze Stadt, Region und Gesellschaft profitiert. Den Migranten mit offener Haltung zu begegnen ist das Mindeste, was jeder von uns tun kann.

Lesen Sie dazu:

Asyl: Funktioniert die Arbeit der Helferkreise?

Was passiert mit der Flüchtlingsunterkunft?

So funktioniert das neue Asyl-Ankerzentrum in Augsburg

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