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Gesundheit

14.01.2019

Was tun, wenn der Kopf brummt?

Immer mehr Menschen leiden unter Kopfschmerzen. Darunter zunehmend auch viele Kinder. Was dagegen hilft? Das weiß die Donauwörther Physiotherapeutin Doris Marchadier.

Lange Zeit waren Rückenschmerzen die Volkskrankheit Nummer 1. Doch in jüngster Zeit bekommt die Zivilisationskrankheit Konkurrenz von einer anderen Beschwerde: den Kopfschmerzen. Das sind laut Doris Marchadier, Physiotherapeutin und Lehrkraft für medizinische Hilfs- und Heilberufe , aktuelle Erkenntnisse aus dem eigenen Praxisalltag. Im Rahmen des jährlich fortlaufenden Gesundheitsstammtisches der Vhs Donauwörth wird Marchadier über Migräne und Kopfschmerz einen Dialogvortrag halten. Anschließend können sich die Teilnehmer über ihre Erfahrungen und Hilfsmittel austauschen. Die Heilpraktikerin hat bereits vorab ein paar wichtige Fragen in Sachen Kopfschmerz und Migräne beantwortet:

Frau Marchadier, woran erkenne ich als Laie, ob ich nun Kopfschmerzen oder Migräne habe?

Doris Marchadier: Bei den Spannungskopfschmerzen können die Ursachen relativ banal sein. Meist führen Flüssigkeitsmangel, zu wenig Bewegung eine starke Verspannung der Schulter- und Nackenmuskulatur zu Kopfweh. Es handelt sich dabei um einen dumpf pochenden Schmerz, der aber über den gesamten Kopf verteilt ist. Dagegen empfinden Menschen mit Migräne einen einseitigen, stechenden Schmerz, der oft als Hammerschläge auf dem Kopf beschrieben wird. Migränepatienten sind bei Attacken besonders lärm- und lichtempfindlich. Und sie klagen über Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und manchmal sogar Heißhungerattacken.

Viele denken sich bei Kopfschmerzen: ,Ach, das wird schon wieder vergehen’, nehmen eine Kopfwehtablette und warten ab. Doch was ist, wenn der Schmerz bleibt: Ab wann sollte ich zum Arzt gehen?

Marchadier: Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt, dass man zum Arzt gehen sollte, wenn man zehn Tage am Stück Kopfschmerzen hatte. Aber das würde ich nicht übernehmen. Wenn jemand drei Tage am Stück wahnsinnige Kopfschmerzen hat, dann sollte er sich nicht schämen, deswegen zum Arzt zu gehen.

Und wenn der Schmerz da ist: Was könnte ich als Erstmaßnahme machen?

Marchadier: Bei Spannungskopfschmerzen können Betroffene einiges tun, ohne gleich zu Medikamenten zu greifen. Als Erstes gilt es den Flüssigkeitsmangel zu beseitigen. Also viel trinken, um den Druck im Kopf wegzunehmen. Vor allem gilt: Man soll sich entspannen. Zum Beispiel bei einem warmen Bad oder einer Massage mit ätherischen Ölen. Ein Spaziergang an der frischen Luft hilft ebenso.

Gibt es auch Hausmittel, die bei Migräne helfen?

Marchadier: Wer Migräne hat, der braucht Ruhe und Dunkelheit. Um den Energiestoffwechsel anzuregen und die Muskeln zu entspannen, kann man Magnesium einnehmen. Doch jeder Migränepatient ist anders. Da gibt es keine 0-8-15-Behandlung.

Was sollten Betroffene beachten, um eine Migräneattacke zu vermeiden?

Marchadier: Auch wenn es oft unvermeidbar ist: Stress. Auch Schlafmangel, grelles Licht und eine starke körperliche Belastung können Migräne auslösen. Manchmal liegt die Ursache aber auch in der Ernährung. Histaminhaltige Speisen wie zum Beispiel Rotwein oder Schokolade können den Energiestoffwechsel stören und eine Migräne auslösen.

Sie sagten, dass Kopfschmerzen womöglich bald die Rückenschmerzen auf Platz eins der Volkskrankheiten ablösen könnte.

Marchadier: Das stimmt. Die Sparte der Betroffenen wird breiter. Immer mehr Kinder leiden unter Kopfschmerzen, weil die Freizeitgestaltung zunehmend technisiert wird. Das bedeutet, die Kinder haben ein Tablet oder Handy in der Hand oder sitzen vor dem Computer anstatt herumzurennen und zu klettern. Dieses kontinuierliche Festhalten an einem Gerät beansprucht die Muskelkette an Schulter, Arm und Nacken. Und das löst dann Spannungskopfschmerzen aus.

Wer mehr zum Thema „Migräne, Kopfschmerz und Co.“ erfahren will, der hat am Donnerstag, 17. Januar, im Café Hummel die Möglichkeit dazu. Heilpraktikerin Doris Marchadier stellt aktuelle Erkenntnisse und Therapiemethoden vor und leitet durch den Abend. Der Vortrag kostet fünf Euro an der Abendkasse.

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