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Donauwörth

16.11.2016

Was tun, wenn die Gelenke steif werden

Bild: Foto: AZ-Grafik

Arthrose bedeutet Verlust an Beweglichkeit. Dr. Lukas Hanak, Orthopäde am FAZ Maximilium, gibt Tipps, wie man vorbeugen und dagegen steuern kann.

Wer an Arthrose denkt, denkt nicht selten an Schmerzen und langwierige Therapien. Aber eine Arthrose muss nicht unbedingt solche Folgen haben. Viele Menschen sind sogar unwissentlich von einem solchen Gelenkverschleiß betroffen – sie bemerken ihn nicht, weil sie keinerlei Symptome haben. „Hunderttausende Menschen laufen mit Arthrose durch die Welt und sind beschwerdefrei“, sagt Dr. Lukas Hanak, Orthopäde am FAZ Maximilium. Im Wesentlichen lässt sich Arthrose als Knorpelerkrankung definieren. Sie verursache hauptsächlich dann Beschwerden, wenn das betroffene Gelenk regelmäßig belastet wird. In gewichtstragenden Gelenken wie der Hüfte, dem Knie oder dem Sprunggelenk macht sie sich deshalb früher bemerkbar als in kleineren Gelenken wie beispielsweise in den Fingern oder am Handgelenk.

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Der Schmerz tritt bei Arthrose in der Regel zunächst während einer Belastung auf, im Ruhezustand lässt er nach. Er wird – genauso wie eine mögliche Schwellung und Überwärmung des Gelenks - durch eine begleitende Entzündung der Gelenkinnenhaut ausgelöst.

Das Hauptsymptom der Arthrose ist laut Experte Hanak aber der schleichende Verlust der Gelenkbeweglichkeit. „Bei einer Arthrose ist es das Ziel des Körpers, das betroffene Gelenk prinzipiell ‚einzusteifen’“, erklärt er. Diese Einschränkung entwickelt sich allerdings sehr langsam – innerhalb von Monaten oder auch Jahren. Viele Patienten gewöhnen sich auf diese Weise an den Beweglichkeitsverlust. Deshalb klagen sie auch am häufigsten über Schmerzen.

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Dass sich viele arthrotisch veränderte Gelenke gar nicht bemerkbar machen, zeigt aber auch: Diese Erkrankung bedeutet nicht unbedingt einen Verzicht auf Lebensqualität. Das gilt auch dann, wenn Beschwerden bestehen – denn diese lassen sich mit einer entsprechenden Therapie einschränken. Jeder, der Beschwerden hat, die auf eine Arthrose hindeuten, sollte deshalb zum Arzt gehen. Umso weniger die Arthrose zum Behandlungsbeginn ausgeprägt ist, desto besser ist die Langzeitprognose. Eine Arthrose-Therapie kann zwar in der Regel den Gelenkverschleiß nicht zurückbilden oder wesentlich aufhalten. Schmerzen können aber reduziert, die Beweglichkeit verbessert und somit das allgemeine Wohlbefinden gesteigert werden. Das funktioniert mit einer individuell auf den Patienten und seine Bedürfnisse zugeschnittenen Behandlung. Diese richtet sich nach dem Alter des Patienten, den Ansprüchen an das betroffene Gelenk und der Ausprägung der Erkrankung.

Zudem sollten Patienten das jeweilige Gelenk möglichst bewegen, sie sollten aktiv bleiben. Hanak empfiehlt beispielsweise das Training auf dem Crosstrainer, Schwimmen, Fahrradfahren oder ähnliche Sportaktivitäten. Sportarten, bei denen die axiale Beinbelastung höher ist – beispielsweise bei Ballsportarten – könnten hingegen zu einer Zunahme der Beschwerden führen. Vorbeugen kann man einer Arthrose nicht wesentlich. Man kann höchstens Risikofaktoren beseitigen. Die starke Gelenkabnutzung kann unter anderem durch Übergewicht, berufliche Belastungen, X- oder O-Stellung der Beine, einen Unfall oder übermäßige sportliche Aktivitäten entstehen. Fast immer spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle.

Der Arztvortrag „Arthrose... bedeutet nicht unbedingt Verzicht auf Lebensqualität!“ wird am Donnerstag, 17. November, im FBE/VHS-Haus, Spindeltal 5, in Donauwörth gehalten. Beginn ist um 19 Uhr. Die Referenten sind Dr. med. Helmut Fredrich und Dr. med. Lukas Hanak, Schulter- und Kniespezialisten, Orthopädie im FAZ Maximilium sowie Physiotherapeut Heiko Schmidt und Ergotherapeut Matthias Wollbold. Der Eintritt ist frei. Es ist keine Voranmeldung nötig.

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