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Monheim 

24.06.2019

„Wasser wird als Gefahr unterschätzt“

Mit einer Schauübung zeigte die Wasserwacht Monheim ihre Arbeit. 
2 Bilder
Mit einer Schauübung zeigte die Wasserwacht Monheim ihre Arbeit. 
Bild: Gregor Sabach 

Mit einem Blaulichttag feiert die Wasserwacht Monheim ihr 50-jähriges Bestehen mit einer Schauübung. Die zeigt, warum die Helfer so wichtig sind

Zwei Paddler streiten in ihrem Schlauchboot, bis dieses kentert. Einer der Verunfallten geht unter, der andere kämpft an der Wasseroberfläche gegen das Ertrinken an. Ein Notruf wird abgesetzt, nacheinander rücken Wasserwacht, Feuerwehr und ein Rettungswagen an. Die Wasserretter schwimmen – mit Neoprenanzügen ausgestattet – zu den Verunglückten, können beide retten und an die Feuerwehrleute übergeben, die sie ans Ufer transportieren. Dort warten bereits die Sanitäter, um die beiden Paddler zu versorgen.

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Nur Spaß: Kinder werden unter Aufsicht durchs Wasser gezogen. 
Bild: Tanja Sonntag

Dieses Szenario, das sich am Sonntag auf einem Weiher in Monheim zuträgt, ist zwar gespielt, zeigt aber realitätsnah das organisationsübergreifende Zusammenspiel der Einsatzkräfte, das im Ernstfall notwendig ist.Die Schauübung ist einer der Höhepunkte des Festes zum 50-jährigen Bestehen der Wasserwacht Monheim. Da dieses mit einem Blaulichttag gefeiert wird, sind Feuerwehr und Rettungsdienst, sowie weitere Wasserwachten, die wie die Monheimer Ortsgruppe zum BRK Kreisverband Nordschwaben gehören, vor Ort.

Dienst im öffentlichen Freibad

Wieso Wasserretter so wichtig sind, liegt für Michael Dinkelmeier auf der Hand: „Wasser wird als Gefahr oft unterschätzt.“ Gerade dann, wenn der Badespaß mögliche Gefahren vergessen lässt, müssen Rettungsschwimmer vor Ort sein, weiß der Pressesprecher der Kreiswasserwacht Nordschwaben. Deshalb verbringen die Monheimer Wasserwachtler etwa 350 Stunden pro Jahr mit Aufsichtsaufgaben an Sonntagen im Hallenbad und an Wochenenden im örtlichen Freibad. Tatsächlich gebraucht werden sie zwar selten – am häufigsten noch, wenn Kleinkinder sich ins Schwimmerbecken verirren – trotzdem sind die Ehrenamtlichen immer bereit.

„Wasser wird als Gefahr unterschätzt“

Die Ortsgruppe Monheim zeichnet sich durch ihre intensive Jugendarbeit aus. Dass sogar 60 Prozent der aktiven Mitglieder unter 15 Jahre alt sind, ist laut Ortsgruppenleiter Jürgen Deckinger nicht überraschend: „Wasser zieht. Es ist das Element, für das sich Kinder am ehesten begeistern lassen. Und wir bieten ein sehr attraktives Programm neben dem Training.“ Bei den Kindern punktet die Wasserwacht mit regelmäßigen Ausflügen, auch der Beteiligung am Ferienprogramm und Kinderprogrammen bei Märkten und Stadtfesten. Meistens beginnen Kinder nach dem Seepferdchen-Abzeichen mit dem Training, das in zwei Jugendgruppen aufgeteilt ist. Jährlich investiert die Ortsgruppe rund tausend Stunden in die Ausbildung des Nachwuchses.

Zwei ungewöhnliche Gruppen gibt es bei der Wasserwacht Monheim

Zu feiern sind zwei eher ungewöhnliche an die Wasserwacht angegliederte Bereiche: Die Tai Chi-Gruppe, eine dem Gesundheitserhalt verschriebene Kampfsportart, der einige Mitglieder wöchentlich nachgehen und die Keltengruppe, mit der sich die Wasserwacht an den historischen Stadtfesten beteiligt. In Verbindung mit einer Wasserwacht gibt es das tatsächlich nur in Monheim, worauf die Ortsgruppe wie auch ihr Jubiläum sehr stolz ist.

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